Der Weg ist das Ziel

MyGrams erste Handyhülle mit integrierter Waage

Stellen Sie sich und das Startup MyGrams doch kurz vor!

MyGrams ist die erste Handyhülle mit integrierter Waage die durch eine App mit einer Nährwertdatenbank verbunden ist, mit der man z.B.  Broteinheiten für Diabetiker oder auch Kohlenhydrate, Proteine sowie andere Nährstoffe in Lebensmitteln berechnen kann. Sozusagen ein Ernährungstagebuch mit inkludierter Waage,  die man stets mit dabei am Handy hat. 

Hinter MyGrams steht ein 4-köpfiges Gründerteam, das sich im Laufe des Studiums an der TU Wien zusammengefunden hat. So hat sich aus einer Idee, die ich 2016 hatte ein Startup entwickelt, das am 30. April seine erste Indiegogo Kampagne startet. 

Wie ist die Idee zu MyGrams entstanden?

Vor einigen Jahren ist ein Familienmitglied von mir an Diabetes erkrankt. Wie viele wissen, muss man als Diabetiker stets seinen Blutzucker im Griff haben und wissen wie viele Kohlenhydrate man zu sich nimmt. Zuhause ist das weniger ein Problem. Man nimmt eine Küchenwaage und holt sich die Nährwerte aus dem Internet, von der Verpackung oder aus einem Buch. Unterwegs ist es jedoch um einiges komplizierter, zwar kann man eine Nährwerttabelle online abrufen,  eine Waage hat man jedoch in der Regel nicht dabei. 

Darum hatten wir die Idee eine Waage in eine Handyhülle zu integrieren. Sie stört nicht wenn man sie nicht braucht und ist trotzdem immer dabei, ohne das man ein zusätzliches Ding mit dabei hat. Dazu haben wir dann eine App entwickelt mit der sich Nährwerte ganz einfach berechnen und tracken lassen. 

Welche Vision steckt hinter MyGrams?

Wir wollen all jenen helfen, die ihre Ernährung genauer tracken wollen oder müssen. Besonders aber haben wir verstärkt mit Eltern von  Kindern und Jugendlichen mit Diabetes gesprochen. Einerseits sind diese oft jungen Eltern (sowie deren Kindern) mit der Situation überfordert, da die vielen Maßnahmen und Regeln an die sie sich halten sollten anfangs einfach überwältigend sind.  Andererseits sind die Kinder zum Teil etwas unglücklich, wenn sie eine Küchenwaag im Restaurant aus der Tasche ziehen müssen. Wir wollen sowohl Eltern als auch Kindern helfen, sich in der neuen Situation leichter zurecht zu finden und im Idealfall nicht nur ein Instrument zur Messung und Protokollierung sein, sondern auch ein cooles Gadget und gleichzeitig eine Wissensquelle sein.

Weshalb viele von der Idee begeistert sind.

Des Weiteren ist unsere Hardware auch insofern offen, dass jeder das Bluetooth Signal nutzen kann um eine neue App zu programmieren.  Wenn andere Entwickler eine Anwendungen sehen, an die wir bisher noch nicht gedacht haben, können sie gerne ihre eigene App machen. 

Wer ist die Zielgruppe von MyGrams?

Unsere Hauptzielgruppe waren ursprünglich Diabetiker, da wir hier ganz klar einen Mehrwert sehen und ein bestehendes Problem lösen. Einer der CO-Founder  hat als Fitnesstrainer schnell Potential im Fitness-Bereich gesehen, weil viele seiner Kunden ihre Ernährung tracken wollen und man hier an einer Waage kaum vorbeikommt. 

Mit MyGrams  wollen wir helfen das Tracken einfacher zu gestalten egal ob für Sportler oder Diabetiker.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu bewerben?

Die Idee hatte unser Co-Founder, Philip. Das war recht spontan. Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht vielen Leuten von unserer Idee zu erzählen und auch erste Investoren anzusprechen, da war “2 Minuten 2 Millionen” als Prime Time Startup Show perfekt gewesen.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ich war zur Zeit der Bewerbung in China in einem Coworking Space und habe via Smartphone gepitcht – quasi am letzten Tag der Anmeldefrist. Kurz darauf kam die Zusage. 

Am Tag der Generalprobe lief unser Prototyp noch immer nicht. Unsere Vorbereitung bestand hauptsächlich darin das Produkt bis zur Aufnahme fertig zu stellen. Natürlich haben wir auch ein paar Rollups drucken lassen. Aber wir waren wirklich erst auf die letzte Sekunde mit dem Prototypen fertig. Ich hatte ein paar mal vor dem Spiegel gepitcht. Vermutlich wäre noch mehr gegangen aber die Zeit hat es nicht zugelassen.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Das war wirklich großartig. Obwohl wir davor schon recht motiviert waren und natürlich es noch sind. Keiner von uns war davor jemals im Fernsehen. Das war schon alles sehr aufregend und zu wissen, dass das Produkt nun vor so vielen Menschen präsentiert wird macht uns natürlich stolz. 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch 2 Minuten 2 Millionen viele Interessenten und auch Medien auf MyGrams aufmerksam werden?

Schon vor 2Minuten 2Millionen  wollten wir eine Crowdfunding Kampagne machen. Zu Hardware passt das einfach und die Aufmerksamkeit durch die Show kommt da genau richtig. Die Kampagne startet bei Indiegogo am 30. April, gleichzeitig mit der Ausstrahlung der Sendung. Bei Indiegogo ist es so, dass inaktive Kampagnen in der Suche nicht mehr erscheinen. Unter diesem Gesichtspunkt ist unser Auftritt in der Show natürlich perfekt und wir hoffen auf viele Zugriffe

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Wir dachten Katharina Schneider und Florian Gschwandtner wären ein guter Fit für myGrams. Florian weil wir Überschneidungen im Fitness Segment gesehen haben und Katharina weil sie unserer Meinung nach viel Know-How bei der Umsetzung von solchen Projekten hat. Wir haben also hauptsächlich “smart money” gesucht. 

Wie ging es nach der Sendung weiter?

Nach der Sendung haben wir uns erfolgreich beim TU Wien Inkubator INiTS beworben. Das ist einer der erfolgreichsten Uni Inkubatoren der Welt. Das Programm macht wirklich Spaß und die Mentoren sind klasse.

Desweiteren haben wir den Prototypen weiterentwickelt sowie am Launch und der Indiegogo Kampagne gearbeitet. 

MyGrams, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die Hardware sehen wir als Einstieg in den Mobilen Markt. Anschließend möchten wir die Software ausbauen. Wir werden neben der Lebensmitteldatenbank auch Coachings und Ernährungspläne anbieten. Wir wollen uns auch nach weiteren potentiellen Cases umschauen, wie zum Beispiel Koch- oder Barista-App

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

“Der Weg ist das Ziel” passt glaube ich immer ganz gut. 

Man sollte einfach mit offenen Augen durch die Welt gehen und mit allen über seine Idee reden. Oft bekommt man wertvolles Feedback oder man trifft jemanden der genau nach deiner Idee gesucht hat. 

Bildquelle 2Minuten2Millionen (c) Gerry Frank

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Daniel Blumer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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