Samstag, September 18, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

myFoodDoctor professioneller digitaler Ernährungscoach- Gesundheits-App von Dr. Matthias Riedl

Stellen Sie sich und das Startup myFoodDoctor doch kurz unseren Lesern vor!

Mitgründer No. 1 bin ich, Dr. Matthias Riedl. Viele kennen mich aus der NDR TV-Sendung „Die Ernährungs-Docs“. Gleichzeitig bin ich Ärztlicher Direktor des medicum Hamburg, Europas größtem Zentrum für Diabetologie und Ernährungsmedizin. Gemeinsam mit Kirsten Heinze, der kaufmännischen Leitung des medicum, und meinem Sohn Friedrich Riedl, der als Student im Projekt die IT-Administration übernimmt, habe ich die myFoodDoctor GmbH gegründet. Ziel der Gründung ist die Entwicklung der ersten, deutschen Ernährungscoaching-App.

Wir beschäftigen zurzeit fünf Mitarbeiter, die alle aufgrund von Corona weitestgehend aus dem Homeoffice heraus agieren, – was gut funktioniert, aber einen hohen Delegationsaufwand bedeutet. Außerdem arbeiten wir eng mit den Fachkräften des medicum zusammen. Ihnen haben wir Aufbau und Konzept des wissenschaftlichen Teils der App zu verdanken. Zurzeit befinden wir uns in der spannenden Projektendphase, nämlich kurz vor der Veröffentlichung von myFoodDoctor in den Play- und App-Stores. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als Gründer der medicum Hamburg MVZ GmbH weiß ich, dass jede gute Idee eine Organisationsstruktur, einen „sicheren Hafen“ braucht. Daher haben wir die myFoodDoctor GmbH ins Leben gerufen, um unsere Ideen gut umzusetzen. Die ernährungstherapeutische Versorgung der Bevölkerung ist immer noch sehr schlecht. Es gibt zu wenig spezialisierte Einrichtungen. Wir wollen die Ernährungstherapie überall in Deutschland verfügbar machen. Was eignet sich da besser, als eine App?! Die Chance ist geradezu historisch und erhält in Pandemiezeiten noch zusätzlichen Rückenwind. 

Welche Vision steckt hinter myFoodDoctor?

Deutschland soll mit der myFoodDoctor-App gesünder und fitter werden. Jede*r Smartphonebesitzer*in kann mithilfe der App zum Profi der eigenen Ernährung werden und nicht nur erfolgreich abnehmen, sondern Krankheiten wirkungsvoll vorbeugen und sogar heilen. Der Ernährungstherapie findet in der Medizin leider noch zu selten Anerkennung. Und das, obwohl wir im medicum selbst chronische Krankheiten wie Diabetes mit der richtigen Ernährung erfolgreich behandeln und auskurieren konnten. 

Meist werden zu voreilig „harte“ Medikamente angeordnet, ohne überhaupt ernährungstherapeutische Lösungen in Betracht zu ziehen. Traurigerweise erfährt der/die  Patient*in oft gar nicht, dass es diese alternativen, lebenserleichternden Therapiemöglichkeiten überhaupt gibt. Und es gibt zu wenig spezialisierte Einrichtungen, an die er/sie sich wenden könnte. Hier soll die App Abhilfe schaffen und den Patienten eine Stütze sein. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee kam uns im Gespräch mit guten Bekannten, die uns damals ermuntert haben, aus meinem Bestseller-20:80-Prinzip eine App zu machen. Wir glauben, dass viele Menschen das enorme Potential dieses Prinzips noch nicht kennen oder erkannt haben. Diese Idee ging uns einfach nicht mehr aus dem Kopf – wir mussten sie umsetzten. Finanziert haben wir uns aus eigener Tasche.

Am Anfang stand die große Frage im Raum: Wie entwickelt man eine solche App überhaupt? Was müssen wir beachten? Wen sollen wir mit der technischen Umsetzung beauftragen? Doch dann haben wir in der appsfactory einen erfahrenen, kompetenten Partner gefunden.

Eine der größten Herausforderungen bestand  tatsächlich darin, die alltägliche Praxis unserer Ernährungsberater in der App abzubilden. Hierfür mussten die wissenschaftlichen Methoden verständlich gemacht und innerhalb der App in eine sinnvolle Struktur gebracht werden, damit sie individuell und gezielt helfen können. Die letzten zwei Jahre hat sich ein zehnköpfiges interdisziplinäres medicum-Team aus Ernährungsmedizinern, Diabetologen, Psychotherapeuten usw. mit dieser Aufgabe beschäftigt.

Wer ist die Zielgruppe von myFoodDoctor?

Unsere User sind gesundheitsbewusste Frauen und Männer im Alter von 35 Jahren und älter. Darunter sind viele achtsame, genussvolle Esser, ausgeglichene Familienmenschen, die gern Neues ausprobieren. Entweder sind sie selbst oder Angehörige von Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck betroffen oder sie befassen sich in ihrer Freizeit gern mit gesundheitlichen Themen. Obwohl unsere User tendenziell nach Ausgleich und innerer Balance streben, um der schnelllebigen Welt zu entfliehen, suchen sie gleichzeitig nach praktischen und zeitsparenden digitalen Lösungen für ihre alltäglichen Themen, wie beispielsweise einer Fitness-Watch. 

Außerdem wollen wir auch jene mit der App erreichen, die chronisch erkrankt sind, neue Behandlungswege suchen oder ergänzend zu ihrer ärztlichen Behandlung selbst etwas für ihre Gesundheit tun wollen. 

Wie funktioniert myFoodDoctor ? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Ansatz: Die Methoden der App richten sich nach meinem 20:80-Prinzip. Nach diesem Prinzip arbeiten wir im medicum schon seit einigen Jahren und konnten vielen Menschen dabei helfen, erfolgreich abzunehmen und gesund zu werden bzw. bleiben. Das Prinzip zielt auf die Selbstbestimmung und Einbindung der User ab. Sie selbst entscheiden über Tempo und Auswahl der umzusetzenden Methoden, – und hierbei genießen sie viele Freiheiten. Nur 20% der schlechten Essgewohnheiten fliegen nach und nach raus. Dieser Ansatz macht Spaß, weil er nach kurzer Zeit Erfolge zeigt, jedoch ganz ohne Frust und Diätstress auskommt.  

Sie ist die erste App, die (chronische) Krankheiten mit gezielter Ernährung behandelt: Die myFoodDoctor-App steckt voller künstlicher Intelligenz und ist keine Crash-Diät. Sie wurde von Spezialisten entwickelt primär für eine bessere Gesundheit durch Ernährung und behandelt zudem die drei genannten Indikationen: Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 1 und 2. 

Kostenlose Funktionen der App, wie die Wissensbox oder das Essenstagebuch mit Barcode-Scanner und Profi-Tracking, können bereits nach einer kurzen Registrierung sofort getestet werden. Keine große Voranmeldung, keine ärztlichen Attest, keine Sonder-Voraussetzungen. Die App kann jede*r sofort nutzen.

myFoodDoctor ist ein professioneller digitaler Ernährungscoach, nutzerfreundlich und spielerisch leicht in der Bedienung. 

Von der umfassenden Anamnese bis hin zur selbstständigen Umsetzung der eigenen individuellen Ernährungstherapie. Die User können im Methoden-Abonnement zwischen nahezu allen bewährten Abnehmmethoden aus der aktuellen Ernährungsmedizin wie dem 16:8 und 5:2 Intervallfasten uvm. wählen.Wir kennen und zeigen ihnen alle Wege zu einem gesünderen Selbst auf. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Kosten der App zukünftig bis zu 100% von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden.

myFoodDoctor, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Eine massive Erweiterung der App um zusätzliche Indikationen wie z.B. Gicht und Fettleber, damit immer mehr erkrankte Menschen von ihr profitieren können.
Außerdem wird sie in der Allgemeinmedizin und Ernährungsmedizin endgültig die Trendwende einläuten, das Problem „Zivilisationskrankheit“ auch mithilfe von Ernährungstherapie an der Wurzel zu packen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Einer Idee Raum zu geben, sie wachsen zu lassen und weiterspinnen
  2. Auf alles vorbereitet sein, selbst auf einen Lockdown, und einen kühlen Kopf zu bewahren
  3. ein gutes Team zusammenstellen, auf das sie sich als Führungskraft verlassen können und müssen, um alle Aufgaben planmäßig zu erledigen

Wir bedanken uns bei Dr. Matthias Riedl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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