Niemals verunsichern lassen und Vollgas geben!

myDaylivery digitale Kurier-Plattform für dringende Lieferungen

Stellen Sie sich und das Startup myDaylivery doch kurz unseren Lesern vor! Wie ist die Idee zu myDaylivery entstanden?
Arunn: Ich habe über eine eigene Firma den Vertrieb für Lebara Deutschland aufgebaut, nachdem ich dies für Lycamobile in den USA gemacht habe. Um der Konkurrenz ein Stück voraus zu sein, haben wir Kampagnen gestartet, bei denen der Kunde deutschlandweit für eine kurze Zeit bestimmte Preisvorteile bekommt, um so Marktanteile zu generieren. Diese Aktionen durften der Konkurrenz nicht bekannt werden, da diese sonst aufgesprungen wären und ähnliches gemacht hätten.

So wurden die Plakate dafür über Nacht gedruckt und mussten morgens deutschlandweit verteilt werden. Hierfür zuverlässige und bezahlbare Partner zu finden, hat sich schwerer gestaltet, als gedacht. Wir sind dann zum Teil zu Bahnhöfen gefahren, um die Plakate Leuten mitzugeben, die diese dann vor Ort abgegeben haben. Wir dachten uns, dass das mit Sicherheit besser und einfacher geht. So kamen wir dann zur Idee von myDaylivery.

Welche Vision steckt hinter myDaylivery?
Michael: myDaylivery ist die erste digitale Kurier-Plattform, die gewerbliche Kuriere und Pendler direkt mit den Kunden zusammenbringt, um vorhandene Kapazitäten besser auszunutzen und dringende Lieferungen am selben Tag zu gewährleisten.
Durch den Shared Economy Ansatz hilft myDaylivery außerdem dabei, die Straßen zu entlasten und CO2 einzusparen. Somit erfüllen wir zusätzlich unseren persönlichen Anspruch zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks und zum Schutz der Umwelt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Arunn: Besonders die Entwicklung der Software stellte uns immer wieder vor neue Herausforderungen, denn die reibungslose Funktionsfähigkeit auf den verschiedenen Geräten und Betriebssystemen zu garantieren, gestaltete sich hin und wieder komplizierter, als in der Theorie angenommen. Dadurch stiegen natürlich auch die Kosten, wobei wir bei der nächsten Herausforderung wären. Vor allem in der Planungsphase von myDaylivery habe ich zusätzlich Vollzeit gearbeitet, um die Anfangs- und Überbrückungskosten zu stemmen.

Im März 2016 haben wir dann den Förderwettbewerb „START-UP-Hochschul-Ausgründung NRW“ des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung (MIWF) des Landes Nordrhein-Westfalen gewonnen und eine achtzehnmonatige Förderung erhalten. Seit September letzten Jahres sitzen wir im Kölner STARTPLATZ und werden über den STARTPLATZ-Accelerator gefördert.

Wer ist die Zielgruppe von myDaylivery?
Michael: Da wir uns aktuell noch im Aufbau des Vertriebs befinden, konzentrieren wir uns derzeit auf kleine und mittelständische Unternehmen. Aufgrund unserer bereits bestehenden ausgereiften Vernetzung in der Kurierdienstbranche sind wir auch jetzt schon in der Lage, mit großen Unternehmen zusammen zu arbeiten und planen auch hier bereits mögliche Kooperationen.

Wie funktioniert myDaylivery?
Arunn: Mit zwei Klicks kann ein Unternehmen ganz unkompliziert eine Kurierlieferung aufgeben und eine bislang nicht vorhandene Transparenz wird in den Markt gebracht. Die Suche und das Abtelefonieren nach einem Kurier, der Zeit hat und in der Nähe ist, entfällt. Versender und Empfänger wissen jederzeit wer, wo, wann ist. Zudem gibt es keine Preise mehr, die von Versender zu Versender variieren, je nachdem wie zahlungskräftig das Unternehmen erscheint. Unser Algorithmus errechnet den passenden Kurier und den zu zahlenden Preis abhängig von Maß, Gewicht und Entfernung.

Welche Vorteile bietet myDaylivery und was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Michael: Langfristig können wir eine Kurierlieferung somit erheblich günstiger anbieten, da wir die Auslastung erhöhen und Leerfahrten vermeiden. Wir vernetzen neben Privatleuten und Pendlern über 11.000 als Subunternehmer tätige Transportunternehmen und über 25.000 selbstständig motorisierte Einzelkuriere sowie über 4.500 selbstständige nicht motorisierte Kurierfahrer miteinander und werten deren Daten aus. So können wir Extrafahrten für dringende Lieferungen auf die schon bestehenden Routen verteilen und sie dem Kurierfahrer zuweisen.

Eine solche digitale Vernetzung in dem Bereich gibt es auf dem derzeitigen Markt noch nicht; zusätzlich schont der Versender nicht nur seinen Geldbeutel, sondern trägt auch ganz nebenbei dazu bei, die Umwelt zu schonen.

Wie ist das Feedback?
Arunn: Das Feedback ist sehr gut, sowohl von den Kurieren, als auch von den Versendern. Wir schaffen eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

myDaylivery, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Michael: Nachdem wir die Prozesse mit unseren Kunden in Deutschland optimiert haben, werden wir myDaylivery auch mit unseren Partnern in Norwegen und UK ausrollen.
Technisch gesehen werden noch viele Funktionen dazukommen, um die Effizienz und die Auslastung zu optimieren, wie beispielsweise die automatische Erfassung der Größe des Paketes mittels Kamera. Zusätzlich soll die zur Verfügung stehende Fläche im Fahrzeug mithilfe von speziellen Sensoren automatisch errechnet und an unser System übermittelt werden.

Derzeit arbeiten wir außerdem an sprachgesteuerten Lösungen zur Auftragsannahme und Routeneingabe während der Fahrt für Systeme wie Apple Carplay und Android Auto oder Smartwatches. Auch die Einbindung möglichst vieler verschiedener Schnittstellen ist uns ein besonderes Anliegen, um eine reibungslose Kommunikation und einen digitalen Datenaustausch mit möglichst vielen Partnern zu gewährleiten.

Ein weiterer Gedanke für die Zukunft ist die innerstädtische Auslieferung mit Drohnen; aktuell arbeiten wir ebenfalls an der Kommunikationsfähigkeit zwischen unserer App und Drohnen. Das sind nur einige unserer Ziele für die Zukunft, denn gerade im sich stetig weiterentwickelnden technischen Bereich gibt es immer etwas zu tun.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.Eine Gründung ist wie eine Hochzeit, also seit euch eurer Sache sicher!

2.Das Team sollte interdisziplinär aufgestellt sein, um das Wichtigste in der Firma abzudecken!

3.Niemals verunsichern lassen und Vollgas geben!

#Motivation #durchhalten #spaßbeidersache #team
#hörtnichtaufjedesgelabervonjedem #fun #guts

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Aruun und Michael für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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