Der Mix machts

Wie die mycs Gründer Jung und To den Möbelmarkt auf den Kopf stellen

Chapeau! mycs, das Start-up für modulare, individuell zusammenstellbare Möbel, vermeldete bereits im Q4 2015, dem zweiten Geschäftsquartal nach Go-live, einen Umsatz von einer Million Euro. Um diese Marke zu knacken, bedarf es nicht nur einer genialen Unternehmensidee, sondern auch eines unschlagbar guten Teams – und diese Erfolgszahl beweist einmal mehr, dass Christoph Jung und Kachun To sich perfekt ergänzen. Risikofreudig trifft auf vorsichtig, visionsgetrieben trifft auf detailorientiert: Mit gegensätzlichen Charakterzügen, gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamen Werten in Hinblick auf die Firmenkultur hat das Gründer-Duo die optimale Voraussetzung, um Großes zu schaffen. Und mit mycs sind sie auf dem besten Wege.

Christoph – Visionär, Macher und Familienmensch, wie er sich selbst beschreibt – und Kachun – zahlen-und tabellenverliebter Rheinländer mit asiatischen Wurzeln – lernten sich während ihrer Zeit in der Unternehmensberatung McKinsey & Company kennen. Beide taten sich 2014 zusammen und gründeten mycs, um jedem Kunden sein ganz individuelles Einrichtungsstück anzubieten und damit den Möbelmarkt zu revolutionieren. Schluss mit qualitativ enttäuschenden Produkten von der Stange oder faulen und meist viel zu teuren Kompromissen beim Möbelkauf. Mit mycs bieten die beiden modulare Möbel an, die nicht nur innerhalb von zehn Tagen lieferbar sind, sondern durch den innovativen Konfigurator auch besonders intuitiv und in Echtzeit den persönlichen Wünschen entsprechend gestaltet werden können sowie bezahlbar sind. „Die Möbelbranche ist ein Bereich, der nahezu nach Individualisierbarkeit schreit, aber im Handel fast ausschließlich Standardlösungen anbietet“, resümiert Mitgründer Christoph Jung, der stets auf der Suche nach dem für seine Bedürfnisse perfekten Mobiliar war.

Kachun, früher als Mitgründer am Aufbau des von Rocket Internet finanzierten japanischen Onlineshops Locondo.jp beteiligt, lernte dort, was innerhalb kürzester Zeit entstehen kann, wenn man fokussiert und diszipliniert arbeitet: „Ich habe aber auch die absoluten Don’ts mitbekommen, beispielsweise dass man seine Mitarbeiter nicht verheizen darf – Hyper-Growth hin oder her.“ So ist es beiden Gründern enorm wichtig, dass das Unternehmen mycs auch eine Art Familie darstellt, in der man füreinander da ist und sich gegenseitig unterstützt. Deshalb sollte der perfekte mycs Mitarbeiter stets ein Teamplayer sein, der lösungsorientiert denkt, ergebnisorientiert handelt, schnell lernt und offen für Innovation ist. Extrem wichtig sei auch, seine eigenen Fehler oder Misserfolge einzugestehen und daraus zu lernen – auch diese Erfahrung haben beide Gründer schon machen dürfen: „Früher hat Misserfolg an mir genagt, mittlerweile sehe ich ihn als nötigen Schritt zum Erfolg. Wer nie Misserfolge hatte, hat sich auch noch nie bis an die Grenzen gepusht oder Neues ausprobiert. Erfolg ist natürlich super, aber ich schaue immer, ob da um die Ecke nicht die nächste Krise lauert. Im Prinzip kann man noch so hart arbeiten und noch so talentiert sein, es gehört immer auch ein Quäntchen Glück dazu – das eigentliche Erfolgsrezept ist es, das Glück im richtigen Moment zu ergreifen und nicht vorbeiziehen zu lassen“, weiß Kachun.

Christoph, Master of Science in Mechatronics und MBA in Technology Management, hat sich in der Möbelwelt bereits mit seiner Massivkonzept GmbH einen Namen gemacht. Den Onlineshop für maßgefertigte Möbel baute er ohne jegliche Investorengelder auf. Als Gründer und CEO leitete er das Unternehmen bis April 2013, bevor er es für einen mittleren achtstelligen Betrag an das amerikanische Unternehmen Fab.com verkaufte: „Mit Massivkonzept wurde mir klar, dass die Kunden customization lieben. Auch habe ich beim Teamaufbau eine Menge wertvoller Erfahrungen gesammelt.“

Beide haben sich, auch wenn Christoph seinen Heimathafen Hamburg sehr vermisst, bewusst für Berlin als Unternehmensstandort entschieden, weil, so die zwei: „Berlin die einzige internationale Metropole in Deutschland ist, die die besten Talente aus aller Welt anzieht, eine blühende Start-up-Szene hat und die Berliner eigentlich genauso lustig wie die Kölner sind, bloß schlechter gelaunt.“

Und Christoph, der Hamburger „Jung“, ist dank des Showrooms im Hamburger Stilwerk mit mycs in gewisser Weise auch in seiner „schönsten Stadt der Welt“ vertreten.

Neben den Showrooms in Berlin und Hamburg, mit denen das Beste aus Off-und Onlinewelt vereint werden soll, setzen die zwei Geschäftsführer auch auf weitere Unternehmensziele in der nahen Zukunft: „In den ersten sechs Monaten am Markt haben wir mehr als 1.000 Kunden mit über 2.000 Produkten beliefert. Der durchschnittliche Warenkorbwert lag bei rund 1.000 Euro. Da geht noch viel mehr. Unser langfristiges Ziel ist es, neue Märkte zu erschließen und die aktuelle Lieferzeit auf 48 Stunden nach Bestellung zu verkürzen. Unser Konfigurator soll noch mehr Funktionen, Designstile, Größen und Materialien enthalten, dabei aber noch einfacher und intuitiver in der Handhabung sein. Wir möchten alle Möbelkategorien abdecken und diese aus einer Hand individualisiert anbieten. Außerdem werden wir unser derzeit 40 Mitarbeiter umfassendes Team 2016 verdoppeln.“

Hohe Ziele, die sich die zwei Gründer gesteckt haben. Und wenn es den beiden im stressigen Start-up-Alltag mal zu bunt wird, greifen sie auf ganz unterschiedliche Ventile zurück: „Ich fluche gerne bei der Arbeit, das ist befreiend und danach kann ich mich meinen Mitmenschen und meiner Arbeit positiv widmen. Daher brauche ich keine wirkliche Auszeit, weil sich Stress so gar nicht erst aufstaut. Aber wenn ich doch mal entspannen möchte, sperre ich mich mit meinem Netflix-Account und meiner Playstation4 irgendwo ein. Oder ich gehe laufen, um den Kopf frei zu kriegen“, verrät Kachun. Christoph hingegen schwört darauf, genügend Schlaf zu bekommen, so seien längere Pausen eigentlich überflüssig. Oder mit der Frau und Tochter die Welt bereisen, das würde dann aber unter der Kategorie „seltene Traumauszeit“ verbucht.

Nach der Gründung von mycs Mitte 2014 finanzierten Christoph Jung und Kachun To das Unternehmen zunächst aus eigener Tasche, bevor im September 2014 die erste sehr erfolgreiche Finanzierungsrunde startete. Heute läuft die siebenstellige Finanzierung von mycs komplett über Investoren, zu denen unter anderen Start-up-Kenner wie Lukas Brosseder, Gründer von eDarling, und Robert Maier, Gründer von Ladenzeile, sowie die staatliche Bankengruppe kfw zählen. Im ersten Halbjahr 2016 ist eine Series-A-Finanzierungsrunde geplant.

Quelle STILGEFLÜSTER Agentur für Kommunikation

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