Keine Angst haben mit offenen Karten zu spielen

MVMANT ist eine schlüsselfertige Lösung für Mobilität on-Demand

Stellen Sie sich und das Startup MVMANT doch kurz unseren Lesern vor!



Wir sind Blochin Cuius und Riccardo D’Angelo, Gründer von MVMANT.
MVMANT ist eine schlüsselfertige Lösung für Mobilität on-Demand, welche die Lücke zwischen Taxi, Carsharing, Ridesharing und herkömmlichen öffentlichen Verkehrsmitteln schließt. Die Disposition der Fahrzeuge wird über KI verwaltet, damit diese bei Bedarf am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Intelligentes Routing reduziert die Fahrzeit und die gefahrenen Kilometer und spart Kraftstoff und Emissionen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?



Mein Partner und ich waren prädestiniert Unternehmer zu werden. Riccardo hat als Kind die erste Digital Signage Lösung für das Schaufenster des Ladens seiner Eltern kreiert: High-Tech mit einem VIC 20 und einen Telefunken Fernsehen. Ich habe mit 12 Jahren rote Fische verkauft und somit mein Taschengeld aufgestockt. Wir haben einfach Spass Dinge zu erfinden und Prozesse effizienter zu machen.



Welche Vision steckt hinter MVMANT?



Die Vision hinter MVMANT geht zurück auf die 1970er Jahre: Wir stammen aus Mirabella Imbaccari, einem kleinen Ort in Sizilien. Hier nutzen die meisten Bewohner täglich den Bus, um die Schule im Nachbarort zu erreichen, einkaufen zu gehen, Botengänge zu erledigen etc. Leider war der öffentliche Transport in Sizilien nicht sehr zuverlässig. Meistens waren die Busse unpünktlich oder es wurde gestreikt und Störungen standen praktisch auf der Tagesordnung.

Glücklicherweise gab es aber einen Lichtblick: einen sehr zuverlässigen privaten Service im Ort, der von lokalen Taxiunternehmen organisiert wurde. Unser Idol war Herr Cavallo. Sein Rezept? Er kannte jeden im Dorf, wusste wer und wann in die Stadt musste. Somit war er immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Sein Fahrzeug war immer voll (oft über die erlaubte Kapazität) und somit hat er auch die Umweltbelastung pro Kopf um Faktor 8 (manchmal 10) reduziert. Unsere Machine Learning und KI Komponenten sind die Evolution der Intelligenz und Erfahrung von Herrn Cavallo!


Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als Start-up, besonders wenn man mit der öffentlichen Hand arbeitet, muss man mit Risikoaversion und Mangel an Innovationsgeist kämpfen. Zum Glück konnten wir im Ausland unsere Fähigkeiten und die Wirksamkeit und Effizienz unserer Lösung beweisen. Jetzt werden wir auch in Deutschland demonstrieren, dass man den ÖPNV ohne große Investitionen fit für die Zukunft machen kann. Bisher konnten wir uns mit EU-Fördergelder und Umsätze aus unseren Projekten finanzieren, vor allem durch den erfolgreichen Bus on Demand in Dubai.

Wer ist die Zielgruppe von MVMANT?

MVMANT ist eine komplette Lösung die sowohl für ÖPNV Unternehmen einsetzbar ist um moderne Rufbus-Services anzubieten, als auch für betriebliche Mobilität.
Seit dem Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007, welche die Personenbeförderung auf Strasse und Schiene regelt, sind alle ÖPNV Betriebe gezwungen effizienter zu werden und eigenwirtschaftlich zu arbeiten. Zusätzlich erleben wir in vielen Städten Verkehrsrestriktionen, daher sehen wir ein enormes Marktpotential für unsere Branche.

Wie funktioniert MVMANT? Wo liegen die Vorteile?

MVMANT besteht aus folgenden Komponenten:

1) Kunden-App: Der Kunde gibt die Route ein, erhält einen Reisevorschlag, kann seinen Sitzplatz reservieren und die Reise bezahlen;

2) Fahrer-App: navigiert den Fahrer entlang der Route, informiert über die Passagiere, die ein- und auschecken, erfasst alle Fahrdaten und fungiert als Schnittstelle zwischen dem Fahrer und dem Dispositionssystem;

3) Back-End-Plattform: Leistungsfähige Business-Intelligence-Dashboards und intelligente Algorithmen ermöglichen eine ständige Überwachung und Optimierung des Services. Entscheidungsprozesse werden präziser und effizienter.

Die Vorteile können mit nackten Zahlen dargestellt werden: in Dubai haben wir knapp 60.000 Fahrten durchgeführt, 48.9% der km gegenüber dem standard Bus Service gespart, die Wartezeiten zwischen Bestellung und Check-in auf 7 Minuten reduziert und 54 PKWs für jeden MVMANT-Kleinbus vom Verkehr genommen.

Wie ist das Feedback?

Wir haben sowohl über unser App als auch auf Facebook extrem viele Rückmeldungen erhalten: 5 Sterne im Durchschnitt und tolle Rezensionen die zeigen wie ein effizientes und komfortables Transportsystem die Lebensqualität der Menschen entscheidend verbessern kann.

MVMANT, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten uns erstmals auf Deutschland und Italien fokussieren, weil wir hier unsere Stärken und unser Netzwerk als lokale Unternehmer ausspielen können.
MVMANT wird demnächst auch eine Loyalty Lösung auf den Markt bringen, die das Ziel hat Fahrten noch günstiger zu machen und somit der „Mobility as a Service“ Philosophie weiteren Auftrieb geben. In fünf Jahren möchten wir ein Top-Player in den Nischen „Randgebiete-Randzeiten“ und betriebliche Mobilität sein.   

Sie haben es in die Top 150 des European Startup Prize for Mobility geschafft. Wie geht es jetzt weiter?

Es ist natürlich eine Freude wenn man den einen oder anderen Preis gewinnt, aber es gibt nur einen Oscar-Preis der wirklich zählt: Umsatz. Wenn jemand für deine Dienstleistung bereit zu bezahlen ist, wenn deine Kunden tatsächlich einen Nutzen aus deiner Lösung ziehen, dann hast du tatsächlich gewonnen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Falls möglich, die Seed/Pre-Seed Finanzierung im Voraus zu sichern. Wir haben zu lange in Bootstrapping Modus gearbeitet. Ist ein tolles Training, aber kostet Zeit und Energie. Nichts für schwache Nerven!
  2. Keine Angst haben mit offenen Karten zu spielen. Es sei denn du hast eine patentierbare Lösung, kann jeder deine Idee kopieren oder „reverse engineeren“. Nur die Umsetzung zählt und die hängt von dir ab.
  3. Just do it! Fail fast, fail often und vor allem, fail cheap! 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Blochin Cuius und Riccardo D’Angelo für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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