Kosten sind der große Feind jeder Gründung

Mr.Signal sorgt dafür, dass Sie Ihren Kunden, Besuchern oder Interessenten multimediale Inhalte bereitstellen können

Stellen Sie sich und das Startup Mr.Signal doch kurz unseren Lesern vor?
Mit unserer barrierefreien, patentierten Media-Guide Technologie sorgen wir dafür, dass Sie Ihren Kunden, Besuchern oder Interessenten gezielte und leicht multimediale Inhalte auf deren eigenes Smartphone oder Tablet bereitstellen können. Alles ohne Appdownload! Der Clou ist aber, dass dafür weder die Mobilfunkrate des eigenen Endgerätes wie Smartphone oder Tablet in Anspruch genommen wird, noch eine Internetverbindung aufgebaut werden muss. Das spart den Nutzern kostbares Datenvolumen bzw. bares Geld. Denken Sie nur mal an Touristen, die sparen sich Roaming bei vollem Datenzugriff über die Mr.Signal Base. Unsere Kunden finden sich in den Bereichen Museen, Touristik und Messen. In Afrika haben unterstützen wir zusätzlich in den vielen internetfreien Gegenden die Bildungsarbeit und den digitalen Informationstransfer. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind gerade in Arbeit

Wie ist die Idee zu Mr.Signal entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee kam einem der Gründer bei einem Urlaubserlebnis in Schweden. Bei einem mehrwöchigen Kanu-Trip durch die Wildnis verabschiedete sich sowohl das konventionelle Kartenmaterial als auch das Internetgebundene digitale Leitsystem. Ohne Internetverbindung sind ja die meisten Menschen heutzutage regelrecht aufgeschmissen, besonders in der Wildnis. Wo finde ich nun eine Unterkunft, eine warme Mahlzeit vor Ort und das alles ohne Internetverbindung und in einer menschenverlassenen Gegend, wo man niemanden fragen kann? Wir haben uns gefragt, wie man auch die Gegenden und Menschen an digitale Kommunikation anschließen kann, die bisher ausgeschlossen sind. Dieser Zustand des „Ausgeschlossen Sein“ und der „Abgehängt Werdens“ gefiel uns nicht.

Diese Situation gebar die Idee der internetungebundenen und dezentralen Informationsvermittlung. Die Gründer verbindet eine mehrjährige Freundschaft und der unbändige Wille etwas ökonomisch, ökologisch und sozial bewirken zu wollen. Also packten wir es an und gründeten Mr.Signal im Jahr 2014.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Mr.Signal ist zum aktuellen Zeitpunkt komplett eigenfinanziert. Zunächst wurde eigenes Kapital eingebracht, aber bereits im ersten Jahr nach Gründung könnten wir die Gewinne ins Unternehmen reinvestieren. Das versetzt uns in die komfortable Lage keine vorschnellen Investitionsentscheidungen treffen zu müssen. Die größte Schwierigkeit ist nämlich einen passenden Investor zu finden, mit dem man seine Ziele verwirklicht anstatt nur Renditeüberlegungen bedienen zu müssen. Sowas ist das Ende der Vision. Mittelfristig würden wir uns die Zusammenarbeit mit einem passenden Investor wünschen, um den sehr erfolgreichen Weg zu beschleunigen.

Wer ist die Zielgruppe von Mr.Signal?
Unsere Zielgruppen sind aktuell Museen, Nationalparks, Messebetreiber, Eventveranstalter und die Tourismusbranche. In Afrika erschließt unsere Technik internetferne Gebiete und ermöglicht auch dort digitale Kommunikation wie wir es in Europa ja gewohnt sind. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir unser Produkt bei zwei der führenden Nationalparks mit dem Status Weltnaturerbe in Deutschland einsetzen dürfen. Dort erleben die Besucher dann anstelle der herkömmlichen Audioguides eindrucksvoll Wissen und Hintergründe.

Wie funktioniert Mr.Signal?
Mr. Signal ist ein digitales Kommunikationssystem, welches Inhalte zielgenau in die jeweilige Ziel- oder Adressatengruppe bringt. Das Kernstück dafür ist die Mr.Signal Base. Diese stellt ein lokales Netzwerk zur Verfügung über das unsere Kunden Ihre Inhalte (Produktinformation, Multimediainhalte, Virtual Reality, Games, Full HD Movies) anbieten können. Diese Inhalte können von unseren Kunden selbst über unsere eigene entwickelte Software, das Mr.Signal Content Management System, auf eine einfache Art und ohne tiefere IT-Kenntnisse auf die Bases übertragen werden. Von dort wird es dann an die Zielgruppe zugeführt. Endanwender müssen zum Abruf weder eine App downloaden, noch wird Mobilfunktrate oder Bandbreite aufgrund der Internetunabhängigkeit beansprucht.

Welche Vorteile bietet Mr.Signal?
Unsere Kunden profitieren von der Technik, weil sie Informationen zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle kommunizieren und im Gegenzug viele Interaktionsmöglichkeiten mit den Usern am Ort des Geschehens haben. Für Messen und im Tourismus bzw. Mussen und Nationalparks bietet das enorme Mehrwerte. Nicht nur einen kostengünstigeren Mediaguide, sondern auch die exklusive Information wer die Besucher eigentlich sind und was sie wollen. Anders als im Internet braucht man ja keinen Provider oder Facebook & Co., sondern ist direkt am Kunden. So können dann die Angebote noch besser zugeschnitten werden. Das aus unserer Sicht elementare ist aber: Wir sind barrierefrei, internetunabhängig und brauchen keine App mehr. Das schafft für alle die Möglichkeit an den Informationen teilzuhaben, keiner wird mehr ausgeschlossen nur weil er z.B. behindert ist oder sich Internet nicht leisten kann.

Technisch möchte ich auf diesen gewaltigen Vorteil hinweisen: Viele herkömmlichen Informationssysteme kommen nicht nur auch technologischer Sicht wie Datenvolumen und Appdownload an ihre Grenzen, sondern werden auch stets komplexer für den Endanwender. Einer der größten Vorteile ist die einfache Anwendbarkeit zur Erstellung der Inhalte als auch für den der Inhalte letztendlich auf seinem Endgerät konsumiert.

Mr.Signal, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Vorweg möchte ich sagen, dass unser Claim „Born to inform“ auch das Lebensmotto der Gründer wiederspiegelt. Wir arbeiten auch daran unsere Reichweite weiter zu erhöhen und ein so flächendeckendes wie mögliches Kommunikationssystem zu etablieren, welches jeden gleich welcher Herkunft oder Behinderung an Informationen teilhaben lässt. Deshalb haben wir auch den Sprung nach Afrika gemacht, wo wir bereits die ersten Erfolge im Bildungssektor erzielen. International werden wir deshalb weitere Regionen und Länder in Angriff nehmen. Selbstverständlich werden wir unsere Technik als Kernelement des Unternehmens noch weiter optimieren. Entsprechende Features haben wir bereits in der Pipeline.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Wer gründet hat Mut. Den sollte man sich nach nach den ersten Rückschlägen nicht nehmen lassen. Aber: Ohne echte Leidenschaft und Passion für das was man tut geht es nicht

Ratsam ist es auch schon frühzeitige empirische Überprüfungen des Konzepts (Proof of Concept) anzustellen und die Stellschrauben entsprechend zu bedienen. Dauerhaft in einem Accelerator zu sitzen und dabei zu denken, dass es schon passt, bringt ein hohes Investionsrisiko mit sich. Besser auch mal raus und sich am Markt ausprobieren.

Kosten sind der große Feind jeder Gründung. Wer nicht gerade ein Millionenerbe oder Lottogewinner ist, wird sehr frühzeitig die finanziellen Engpässe und Nöte einer Gründung erleben. Wir haben deshalb versucht soviel wir möglich in einen unternehmerischen Ansatzes des sog. Komponentenmodells zu packen. So haben wir feinstes Knowhow bekommen, weil wir es von außen reingeholt haben. Rückblickend war das einer der entscheidenden Faktoren – neben eigenem Wissen, Fleiß und Leidenschaft – für die schon sehr frühen Gewinne des Unternehmens. Wir würden das heute wieder so machen.

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Wir bedanken uns bei Markus Schollmeyer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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