Setzt euch klare Ziele und Deadlines. Bleibt dabei ehrlich mit euch selbst und realistisch!

MOYA Produkte in modernem Design aus Birkenrinde

Stellen Sie sich und das Startup MOYA doch kurz unseren Lesern vor!

Ein altes sibirisches Handwerk trifft auf modernes Design

Mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail fertigen wir Produkte aus natürlicher Birkenrinde, die modernes Design mit einer altbewährten sibirischen Handwerkstradition in Einklang bringen. Wir beziehen unsere Rinde aus der unendlichen Taiga Sibiriens und lassen ihre natürliche Schönheit durch eine klare Formsprache und spielerische Farbgestaltung in voller Kraft zur Geltung kommen. Unsere Produkte verbinden die Einzigartigkeit eines Naturmaterials mit der Präzision moderner Technologien.

Seit der Gründung verfolgt MOYA den Ansatz, die faszinierenden und vielfältigen Eigenschaften der Birkenrinde zu erforschen und durch funktionale Produktlösungen im Alltag zu zelebrieren. Wir sind fest davon überzeugt, dass gutes Design unser Leben verbessert.

Für unsere Produkte verwenden wir ausschließlich naturbelassene Birkenrinde höchster Qualität.

Wir ernten unsere Borke einmal im Jahr und stellen sicher, dass die innere Rindenschicht bei der Ernte nicht verletzt wird und die Bäume keinen Schaden nehmen. Für unsere Birkenrindenprodukte werden keine Bäume gefällt. Seit der Gründung ist es unser Ziel, Produkte aus Birkenrinde von höchster Qualität zu kreieren und in sozialer sowie ökologischer Verantwortung zu fertigen.

Die Inhaltsstoffe der Rinde und deren Zusammenspiel sorgen dafür, dass Birken selbst bei den härtesten Nährstoff- und Wetterbedingungen überleben und sich in 20-25 Jahren komplett erneuern. 

©Frieder Reuter

Birkenrinde verfügt von Natur aus über faszinierende Eigenschaften, die in solchem Umfang von keinem anderen Naturmaterial gewährleistet werden. Durch die natürlich enthaltenen ätherischen Öle ist sie antiseptisch, antifungal, feuchtigkeitsabweisend, sowie isolierend – was sie besonders zur Aufbewahrung von Lebensmitteln hervorragend eignet.

Das Material ist enorm leicht, langlebig, flexibel und braucht dabei keine Pflege, was es vor allem zu einer natürlichen und nachhaltigen Alternative zu Kunststoff macht.

Im Gegensatz zu den traditionellen Produkten verwenden wir fast ausschließlich die samtartige Außenseite bzw. die Zwischenschichten der Birkenrinde, die wir mit kontrastreichen Materialien, Farben, Formen und Texturen kombinieren. Dadurch kann die natürliche Schönheit des Materials am besten zur Geltung kommen. Unser Konzept basiert auf dem Ansatz, die Eigenschaften des Materials hervorzuheben, funktional einzusetzen und mit modernem Design zu verbinden.

Unser Sortiment umfasst Leuchten, Sitzgelegenheiten wie Hocker und Sessel, Aufbewahrungsbehälter für trockene Lebensmittel (unter Anderem Brot, Kekse, Kaffee und Tee), Körbe und neuerdings auch Birkenrinden-Wandpaneele.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen? Warum gerade Birkenrinde? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? Wie ist das Feedback’?

Das Material Birkenrinde und das damit verbundene Handwerk kenne ich seit meiner Kindheit, die ich in Sibirien verbracht habe. Dort hatte das Material im Alltag eine überlebenswichtige Rolle, bis es durch industrielle Werkstoffe nach und nach immer mehr ersetzt wurde. 

Als ich vor 13 Jahren nach Deutschland kam, hatte ich auch diese wunderbar duftenden, traditionellen Behälter aus dem weichen Material dabei, das mich schon immer an Leder erinnerte. Gefüllt mit Keksen und Pinienkernen sind sie in der hintersten Küchenschrank-Ecke gelandet – mit ihrer folkloristischen Anmutung haben sie einfach nicht zu der restlichen Einrichtung gepasst. Zwei Jahre später, als ich sie wieder entdeckte, waren die Kekse immer noch knusprig und die Pinienkerne frisch und aromatisch. So bin ich auf die einzigartigen Eigenschaften der Birkenrinde aufmerksam geworden und entdeckte das Material „Birkenrinde“ für mich, das mich mit seinen vielfältigen Facetten bis heute nicht mehr loslässt.

Moya Birchbar ©Frieder Reuter

Ich erforschte das alte Handwerk und stellte fest, dass es droht, in Vergessenheit zu geraten. Die Berufsausbildung existiert nicht mehr und kommt für die jungen Generationen nicht in Frage. Die Gründe hierfür sind sehr vielfältig. Diesem Thema widmete ich beide Abschlussarbeiten im Fach „Design“. So ist auch die erste „Tuesa“ Produktserie entstanden, die die Funktionalität der herkömmlichen Vorratsdosen aufgreift und mit moderner Gestaltung kombiniert. 

Auch der Lounge Chair „Sibirjak“ ist in der Zeit entstanden, welcher das Material zelebriert und die größten in der Natur vorhanden Stücke zum Einsatz bringt. Mehrfach prämierte Stücke wurden europaweit auf verschiedenen Fachmessen und Veranstaltungen dem internationalen Publikum präsentiert und haben eine große Aufmerksamkeit der Presse bekommen. 

Moya Birchbark ©Frieder Reuter

Was war bei der Gründung von MOYA die größte Herausforderung?

Die damals parallel unternommenen Versuche, mit den sibirischen Handwerkern zu kooperieren waren leider wenig erfolgreich. Im Jahr 2016 habe ich daher eine eigene Produktionsstätte in Zentralrussland aufgebaut, die bis heute sehr sorgfältig unsere Designs umsetzt, sich um die mühsame Ernte kümmert und das alte Wissen vor allem an jüngere Generationen weitergibt. Gemeinsam lernen wir dort neues Personal an, erhalten die alte Handwerkstradition am Leben und schaffen neue Arbeitsplätze in der Region. Zusätzlich arbeiten wir mit einigen Familienbetrieben in Sibirien zusammen und bauen dort derzeit eine weitere Produktionsstätte auf.

Welche Vision steckt hinter MOYA? MOYA, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Meine größte Vision und Mission ist es, das funktionale und schnell erneuerbare Naturmaterial als eigenständigen Rohstoff zu etablieren und dadurch die uralte handwerkliche Tradition zu bewahren sowie neue Arbeitsplätze in Sibirien zu schaffen.

Es ist unglaublich spannend zu beobachten, wie immer mehr Leute das Material wiedererkennen und es selbst, sowie das Handwerk, das dahinter steht, wieder zu schätzen lernen. Es macht mich stolz zu sehen, was die Zusammenarbeit von Handwerk und Design bewirken kann.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

– Seid mutig und glaubt an eure Idee – egal was die Anderen sagen.

– Traut euch, euch selbständig zu machen, ansonsten bleibt es immer nur eine Idee. Man kann sich nicht parallel auf einen Vollzeitjob und eine Gründungsidee konzentrieren. Irgendwann muss man sich entscheiden – und zwar je schneller, desto besser.

– Setzt euch klare Ziele und Deadlines. Bleibt dabei ehrlich mit euch selbst und realistisch!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Anastasiya Koshcheeva für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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