Noch nutzen wir nicht das volle Innovationspotenzial von Baden-Württemberg

Moritz Gräter, bei DEKRA DIGITAL zuständig für Innovation und Digitalisierung, Partner in der Gründermotor Meisterklasse im Interview

 Stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor!  

Ich bin Moritz Gräter und bei DEKRA DIGITAL zuständig für Innovation und Digitalisierung – unter anderem auch für Open Innovation und Start-up Kooperationen. Letzteres ist auch der Bereich, aus dem ich eigentlich komme: der start-up-nahen Innovations-Welt. 

Ich war unter anderem mehrere Jahre Geschäftsführer der Innovationsplattform CODE_n. In dieser Zeit durfte ich viele Akteure des Innovationsökosystems, wie etwa Start-ups, aber auch etablierte Unternehmen, begleiten. Seitdem bin ich dieser Szene “verfallen“. Beispielsweise darf ich als Beirat des Batterie-Pioniers instagrid eng miterleben, wie sich eines der spannendsten Start-ups des Landes weiterentwickelt.

Seit 2019 bin ich nun auf der Corporate-Seite und ergreife mit DEKRA die Chancen der digitalen Transformation. Hier kann ich meine Erfahrungen und die Schnittstellen zu anderen Akteuren im Innovationsumfeld einbringen – alles für unseren Auftrag „Innovating Safety“.

Warum haben Sie sich entschieden, als Partner bei der Meisterklasse mitzuwirken? 

Moritz Gräter: Bei DEKRA DIGITAL verknüpfen wir die langjährige Erfahrung des Konzerns, nämlich Sicherheit bei der Arbeit, im Verkehr und zu Hause, mit Start-up-Methodik und den Chancen, die Zukunfts-Technologien wie IoT, Blockchain oder AI mit sich bringen. Wir wenden unsere Expertise aber auch in neuen Geschäftsfeldern wie Cyber Security oder New Mobility an. Dabei hilft uns die Teilnahme bei der Gründermotor Meisterklasse vor allem durch neue Impulse, zum Beispiel auch durch die Verknüpfung mit Universitäten und Start-ups. 

Natürlich sehen wir auch ganz konkrete Geschäftsgelegenheiten. Wo es inhaltlich passt, bringen wir Kollaborationen mit DEKRAs Kernbereichen auf die Straße. Das haben wir beispielsweise erfolgreich mit dem israelischen Start-up Argus Cyber Security oder aktuell mit Serinus gemacht: Das Start-up bietet die digitale Plattform, die perfekt das Beratungsportfolio von DEKRA im Bereich Krisenmanagement ergänzt. Gerade in Corona-Zeiten ist das ein perfekter Fit, von dem beide Seiten profitieren.

Wie bewerten Sie die Start-up-Szene in Baden-Württemberg? 

Moritz Gräter: Ich bin vom Innovationsstandort Baden-Württemberg total überzeugt. Natürlich kommt einem hier zuerst die Automobilindustrie in den Sinn und überstrahlt vieles. Aber auch beim Thema Medizintechnik oder eben Sicherheit sind wir stark. Baden-württembergische Start-ups haben in den vergangenen Jahren einen enormen Qualitäts- und Professionalisierungssprung gemacht. Initiativen wie Gründermotor, die politische Heimat Start-up BW und vor allem die vielen „lokalen“ Innovationsökosysteme wie etwa in Stuttgart, Karlsruhe oder Heilbronn sind Gründe hierfür. Ich bin sehr froh, dass Gründermotor zudem ein wichtiges Instrument geschaffen hat, um die Qualität der Gründungen in Baden-Württemberg über den Hebel der Universitäten weiter zu verbessern. 

Um das volle Potenzial heben zu können, dürfen wir aber einen Bereich nicht vergessen: die „Hidden Champions“. Hier wird der Druck der digitalen Transformation immer größer und disruptiert ganze Branchen. Das birgt natürlich Gefahren, aber vor allem Potenzial – gerade in der Zusammenarbeit mit Start-ups.

Was wünschen Sie sich von Politik und Wirtschaft für die Gründerszene? 

Moritz Gräter: Ich hatte es schon kurz genannt: Das Land Baden-Württemberg hat mit der Kampagne Start-up BW eine wirklich tolle Plattform geschaffen, um verschiedene Akteure im Land zusammenzubringen. Vor allem aber auch um aufzuzeigen, was es schon alles gibt. 

Von der Wirtschaft wünsche ich mir, dass wir es noch besser schaffen, solche Plattformen auch zu nutzen. Wir müssen verlässliche Netzwerke und Beziehungen über verschiedene Standorte und Akteure hinweg (große Unternehmen, Investoren, Universitäten, Start-ups,…) etablieren – um so insgesamt den hochspannenden Innovationsstandort Baden-Württemberg voranzubringen. Davon profitieren dann nicht nur Start-ups, sondern auch die etablierte Wirtschaft.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

  • Finde den Mut, dich von Ideen oder bisherigen Geschäftsmodellen zu trennen. Gehe vielmehr davon aus, dass das im Laufe deiner unternehmerischen Reise passieren wird.
  • Lege viel Wert auf die Auswahl deines Teams und traue dich, Leute in dein Team zu holen, die Dinge besser können als du.
  • Bleibe authentisch und verstell dich nicht, vor allem nicht gegenüber deinem Team, aber auch Investoren und Kunden. Sei du selbst und liebe was Du tust. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Moritz Gräter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 43 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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