Freitag, Mai 20, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

moonshot mission: digitale Spenden Plattform für die besten und effektivsten NGOs

Stellen Sie sich und das Startup moonshot mission doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Thanh Binh Tran und neben Max Rauschert und Guy de Coulon einer der Gründer von moonshot mission. Bevor ich moonshot mission gestartet habe, war ich Head of Business Development bei caroobi, einem durch bekannte Investoren finanziertes Start-up aus der Automobilbranche.

Gegründet haben wir, weil wir glauben, dass alle Menschen ein Leben voller Chancen verdienen – unabhängig der Hautfarbe, des Geschlechts, der Religion, der sexuellen Identität etc. Wir wollen ändern, dass heutzutage mehr als 600 Millionen Menschen in extremer Armut leben (weniger als €1,62 am Tag). Dafür haben wir die wissenschaftlich erwiesenen effektivsten NGOs der Welt ermittelt – jene, die den größten Unterschied vor Ort pro gespendetem Euro erzielen – und unterstützen diese beim digitalen Fundraising mit einer digitalen Plattform. Spender*innen können über moonshot mission aus einer Übersicht ihre Lieblings-NGO finden, NGOs vergleichen sowie spenden und damit helfen, eine Welt voller Chancen für alle zu kreieren.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Seit meinem Studium hatte ich den Traum selber zu gründen, aber natürlich auch viel Respekt davor den Schritt zu wagen. Dank Stationen an der Seite bekannter Gründer konnte ich einige Erfahrungen sammeln. Zudem waren mir soziale Projekte sehr wichtig und bis dato hatte ich mich immer ehrenamtlich für zum Beispiel die studentische Initiative der United Nations, dem Whistleblower-Netzwerk e.V. oder als Deutschlehrer in Unterkünften für Geflüchtete engagiert. Mit der Pandemie und dem Verlust meines Jobs ist dann die Situation entstanden, dass ich mehr Zeit hatte mir Gedanken zu machen und habe verspürt meinen Wunsch Tatsache werden zu lassen und beides zu verbinden: Meine soziale Ader und das Gründen. 

Entscheidend war letztendlich, dass mein Mitgründer Guy bei moonshot eingestiegen ist. Wir kannten uns aus der gemeinsamen Zeit in einem Berliner Fintech, bevor er nach Tansania gezogen ist, um eine NGO als Landeskoordinator zu führen. Gemeinsam mit einem Partner fiel es mir dann viel leichter moonshot mission zu gründen. Als wir dann Max, den ehemaligen Head of Paid Marketing eines Berliner Start-ups, um seine Einschätzung aus Marketingperspektive gebeten haben, war uns klar, dass er zum Gründerteam gehören muss. Ich glaube, einen Tag später waren wir uns sicher das beste Team gefunden zu haben, um unsere Spendenplattform zum Leben zu erwecken.

Welche Vision steckt hinter moonshot mission?

Unser Ziel ist es, dass niemand in extremer Armut leben soll.

Probleme, wie der fehlende Zugang zu sauberem Wasser, Bildung für alle oder vermeidbare Blindheit können wir größtenteils schon heute lösen, es fehlt aber einfach an Mitteln. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Mit 4,50 € können wir einer Familie ein Jahr lang Zugang zu sauberem Wasser geben. Das entspricht in etwa den Kosten von einem Eisbecher, einer Portion Pommes mit Currywurst oder einmal schwimmen gehen im Hallenbad. Dass sauberes Wasser heutzutage noch ein Problem sein kann, ist unsererseits schlichtweg unverständlich.

Deshalb unterstützen wir ausgewählte NGOs dabei, ihre Arbeit voranzutreiben und so dem Ende von extremer Armut ein Stück weit näherkommen. Unser Anspruch ist es, das Beste für die Begünstigten aus den Spenden herauszuholen. Dazu arbeiten wir mit den besten und effektivsten NGOs der Welt zusammen, die mittels der mit dem Nobelpreis (2019) ausgezeichneten Rigorosen Wirkungsevaluierung, identifiziert werden. Wir glauben an eine Armutsbekämpfung, die sich auf den Effekt vor Ort konzentriert, dort, wo die Menschen ihn am dringendsten brauchen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Bis heute bezieht keiner ein Gehalt bei uns. Über unsere Plattform können Spender*innen allerdings freiwillig an moonshot mission spenden und das nutzen wir, um als Unternehmen zu wachsen. So können wir mehr in Marketing investieren und anschließend mehr Menschen überzeugen eine unserer Organisationen zu unterstützen. Unsere größte Herausforderung war die Freigabe durch die Behörden. Da wir Spenden einsammeln, mussten wir durch viele behördliche Prozesse, die wir nicht direkt beeinflussen konnten und sehr viel Zeit in Anspruch genommen haben. Corona hat dann leider noch einen drauf gesetzt. Zum Glück hat dann letzten Endes doch alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben.

Wer ist die Zielgruppe von moonshot mission?

Ganz klar: die jungen, digitalen Generationen. Denn die Hauptgruppe der Spender*innen ist heute über 70 Jahre alt. Dabei zeigt der starke Aktivismus rund um Bewegungen wie #BlackLivesMatter oder #FridaysForFuture, wie sehr soziales Engagement und der Gerechtigkeitsgedanke im Selbstverständnis der jungen Generationen verankert sind. Potential ist vorhanden, jetzt müssen wir die Menschen mit den richtigen Wegen ansprechen. Wir glauben, dass unsere Online-Plattform eine Lösung ist, um die Spendenbereitschaft zurückzugewinnen und Hilfsgelder so effizient wie möglich einsetzen zu können.

Wie funktioniert moonshot mission? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir funktionieren wie Online-Versandhändler, Mietwagen- und Urlaubsportale, wie beispielsweise booking.com. Anstatt des besten Hotels finden Sie aber Ihre NGO zum Spenden. Wir behalten nichts von Ihrer Spende ein, sondern fragen nach einer freiwilligen Beitragsspende am Schluss.

Für Spender*innen gibt es zwei Vorteile: Erstens suchen wir die effektivsten NGOs im Voraus aus. Darunter befinden sich die, die mit den wenigsten Mitteln am meisten Menschenleben retten können. Dieser Ansatz basiert auch nicht auf unserer Meinung, sondern auf Studien aus Harvard, der Vereinten Nationen oder des MITs. Zweitens geben wir Daten von Spender*innen nicht weiter. Falls eine NGO also nicht mehr zur Weltspitze gehört, kann diese Sie auch nicht kontaktieren. Wir melden uns dann und informieren Sie über den neuesten Stand der Wissenschaft und darüber, wie Ihr Geld am sinnvollsten eingesetzt werden kann.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern stellen wir die Interessen der Spender*innen klar in den Vordergrund. Eine kleine Auswahl der weltbesten NGOs und das Versprechen, dass Spendengelder auch nur an diese fließen.

moonshot mission, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren kennt uns hoffentlich jeder junge Mensch in Deutschland. Unser Traum ist es, dass moonshot mission so bekannt sein soll, wie Airbnb oder Spotify. Eine Kultur des Gebens besteht momentan vor allem in der Generation 70+, in der jede*r Zweite spendet. Bei der Generation der unter 40-Jährigen spendet nur noch jede*r Siebte.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Denken Sie genau darüber nach, warum sie einen Markt verändern können. Mit welchen Problemen kämpft der Markt und können Sie diese adäquat lösen? Ist Ihre Lösung ein Nice-to-have oder ein Must-have?
  2. Bilden Sie das Gründerteam auf Vertrauen auf. Expertise kann man sich unter Einsatz von Zeit und Struktur aneignen.
  3. Setzen Sie Dinge schnell um. Testläufe und daraus resultierende Daten bringen Ihnen meist mehr Erkenntnisse als Diskussionen. Vor allem am Anfang gilt es schnell Erkenntnisse zu gewinnen, durch reale Nutzerdaten und echtes Kundenfeedback.

Wir bedanken uns bei Than Binh Tran für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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