Donnerstag, Dezember 8, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

MOOLITO Hundefutter aus Insekten für eine artgerechte Ernährung der Hunde

Stellen Sie sich und das Startup MOOLITO doch kurz unseren Lesern vor!

Hunde brauchen Fleisch. Falsch! Hi, wir sind MOOLITO. Ein Hundefutter-Start-Up, das basierend auf den core values “Animal & Eco Friendly” den Tierfuttermarkt klimafreundlicher und nachhaltiger macht. Dazu nutzen wir als einzige tierische Zutat und Proteinquelle Insekten. Wir sind überzeugt, jede*r Hundebesitzer*in ist daran interessiert, den tierischen besten Freund artgerecht zu ernähren und gleichzeitig etwas Gutes für unseren Planeten zu tun. Leider ist das mit 98% aller Futtersorten im Moment nicht möglich. Wir schaffen bei Kundinnen und Kunden ein Bewusstsein, warum Insektenprotein die absolut nachhaltigste Lösung für Futter ist und sind absolut überzeugt, dass Fleisch im Hundefutter nicht mehr zeitgemäß ist. Wir gehen sogar noch weiter und sagen, es ist einfach nur eine echte Klimakatastrophe. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Im Sommer 2021 erfüllte sich einer unserer Gründer – Niklas – einen Traum und wurde Hundevater eines Schäferhundmixes aus dem Tierschutz namens Mo. Entsprechend stand die Frage nach der richtigen Fütterung und der Umweltverträglichkeit von Tierfutter im Raum. Denn klassischerweise geht die Herstellung von Tierfutter mit der Zucht und Schlachtung von Warmblütern (Rind, Schwein, Huhn) einher. Dazu kam, dass Tierschutzhunde häufig Allergien und Unverträglichkeiten haben, die die Wahl des Futters deutlich erschweren. Die Idee, Insekten in Futter zu mischen, ist per se nicht unbedingt neu. 

Schon über 2,5 Milliarden Menschen essen täglich Insekten. Ein echt nachhaltiges und hypoallergenes Tierfutter daraus zu machen und das als wirkliche einzig richtige Futterart anzubieten, schon. Aus der Ratio heraus ist es für uns ein absoluter no brainer, dass Insekten die Zukunft für ein klimaverträgliches, nachhaltiges Tierfutter sind. Genau wie für die menschliche Nahrung. Aus dieser Überzeugung heraus haben wir MOOLITO gegründet und geben jeden Tag alles, gesellschaftliche Vorurteile und festgefahrene veraltete Meinungen zu durchbrechen und damit unseren Teil zum Klimaziel beizutragen. Immer unter der Prämisse, dass die Qualität des Futters und aller Produkte herausragend, artgerecht und echt nachhaltig ist. Ohne Greenwashing. 

Welche Vision steckt hinter MOOLITO?

Zu unserer Vision haben wir letztens einen Text als Antwort auf eine Facebook Ad geschrieben, den ich hier gerne zitieren würde, denn er passt perfekt zu deiner Frage: “Der domestizierte Haushund, wie wir ihn abermillionenfach auf der Welt finden, ist eine Klimasünde und wir haben als Unternehmensvision, genau das in Zukunft zu ändern”. Das ist natürlich erstmal eine reißerische Aussage und das wissen wir. Aber es ist nunmal so, dass unsere liebsten Begleiter einen immens großen CO2-Pfotenabdruck hinterlassen. Dafür kann allerdings weder der Hund, noch in den allermeisten Fällen der Besitzer oder die Besitzerin etwas. Das ist allein die Schuld der Futterindustrie, die Profit aus Massentierhaltung über Hundegesundheit und „Hauptsache viel Fleischanteil” über die Auswirkungen auf unseren Planeten und echte Nachhaltigkeit stellt.

Und dagegen kämpfen wir an! Wir wollen als Unternehmer etwas bewirken, damit das in Zukunft anders ist. Denn das Protein aus dem Insekt, das wir als Basis für das Futter nehmen, ist quasi identisch mit dem Protein aus Fleisch von Warmblütern. Nur ist es eben nachhaltig herzustellen und das ohne die negativen Begleiterscheinungen der (Massen)Tierhaltung und Schlachtung. Die Frage ist ja, wenn es also genauso gut, wenn nicht sogar besser für den Hund ist, warum gibt es überhaupt noch anderes Futter? Und eben weil das so ist, ist unsere Vision eine komplette Futterwelt rund um Insektenprotein zu entwickeln.  

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Neben einer intensiven Produktentwicklungsphase, waren es sicher die Ansprüche, die wir an das Packaging hatten. Wir wollten eine Verpackung erschaffen, die so nachhaltig wie möglich ist, die auf unser Abo-Modell einzahlt – Stichwort: Refillbox – und die dazu noch den Lovebrand Approach, den wir mit MOOLITO als Marke haben, entsprechend verkörpert. Letztlich wissen wir jetzt auch, warum wir mit dem Box-Konzept die einzigen am Markt sind, denn es ist finanziell wie operativ ein ziemlicher Akt, das geil zu machen. Herausfordernd war auch, dass wir uns im Gründerteam erst finden mussten. Ich (Niklas) kannte sowohl Agnes als auch Tino. Die beiden kannten sich zunächst nicht. Trotzdem haben wir uns zusammen auf das Abenteuer MOOLITO eingelassen. 

Das Herausfordernde daran war, dass wir im Gründerteam zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Workloads hatten. Agnes am Anfang mit Branding und Shop, Tino mit Förderungen und Finanzen und ich dann etwas später eben bis heute mit Akquise und Marketing. Das haben wir dann aber schnell überwunden und merken heute, dass wir als Team echt super funktionieren. 

Wir sind komplett gebootstrapt. Bereiten aber alles vor, damit wir potenziell eine erste Investmentrunde in 2023 realisieren können. Ob wir die Runde machen, hängt für uns auch noch ein bisschen davon ab, wie sich unsere Produktlinie entwickelt und ob wir potenziell noch eine Crowdfunding-Kampagne in 2022 starten. Bleibt also spannend.

Wer ist die Zielgruppe von MOOLITO?

Hundefutter ist ein extremst emotionales Thema, zu dem quasi jeder und jede Hundebesitzer*in unendliche subjektive Meinungen und viel gefährliches Halbwissen von allen Seiten um die Ohren geschleudert bekommt. Wir fokussieren uns weniger darauf, mit unseren Produkten Hundeeltern von den positiven Einflüssen unserer Produkte auf die Gesundheit ihrer Vierbeiner zu überzeugen. Klingt erstmal nicht ganz plausibel, wir denken aber einfach, dass artgerechte Fütterung, das Tierwohl und die Qualität nicht diskutabel und damit absolut selbstverständlich sind. Wir haben den Anspruch, dass das Futter immer nach diesen Prinzipien entwickelt sein sollte und Gesundheit kein Marketingargument ist. 

Daher besteht unsere Zielgruppe vielmehr aus Hundebesitzer*innen, die sich bewusst sind, dass der Hund dank des klassischen fleischhaltigen Hundefutters einen leider sehr negativen Einfluss auf den Planeten und das Klimaziel hat. Auf Basis dieses Wissens bemühen sie sich aktiv um den Klimaschutz oder sehen in MOOLITO eben eine passive Möglichkeit durch den Kauf des Futters zu einer Besserung beizutragen. Wir sind die Alternative für all jene, die sich verantwortungsvoll damit auseinandersetzen, wie wir den aktuellen Status Quo verbessern können, um einen positiven Einfluss auf das Klima zu erzielen. Das mag erstmal sehr nischig klingen, wir sind aber überzeugt, dass das jetzt schon und in den kommenden Jahren noch viel mehr Einzug in die Köpfe der Hundehalter*innen nimmt und wir in einem absoluten Wachstumsmarkt unterwegs sind. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der größte Unterschied ist natürlich, dass wir komplett auf herkömmliches tierisches Protein von Rind & Co. verzichten, ohne dabei ein vegetarisches oder veganes Produkt anzubieten. Insektenprotein ist ein quasi identischer Ersatz und wird in Kombination mit unseren anderen Zutaten zu einem echt hochwertigen Alleinfuttermittel. Die Verwendung von Insekten ist in allen Punkten so viel nachhaltiger und da unsere Hunde dafür auf nichts verzichten müssen, macht es einfach absolut Sinn. Das benötigt aber extrem viel Überzeugungsarbeit in der breiten Gesellschaft. Da spielen stark verankerte Meinungen und auch der Ekel natürlich eine große Rolle.

Was uns aber unabhängig von den Inhaltsstoffen unseres Produktes definitiv von anderen unterscheidet, ist die Liebe zum Detail und der Aufbau einer absoluten Love-Brand: Unser einheitliches Design zieht sich durch alles, was mir machen und unsere Überzeugung für dieses echt coole Produkt stecken wir überall rein. Das sieht man an der Verpackung, an der Kommunikation in alle Richtungen und auch im Team: Wir stehen alle voll dahinter und haben Bock die Menschen durch Aufklärung von uns zu überzeugen – schließlich ist Insektenprotein für die Zukunft einfach die nachhaltigste und sinnvollste Lösung, wenn wir unsere Hunde artgerecht ernähren wollen, ohne dabei den Planeten zu zerstören.

MOOLITO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Klar ist, dass wir wachsen wollen. Unser erklärtes Ziel ist, den Hundefuttermarkt in seinem Wandel zu einer nachhaltigen Branche maßgeblich mitzuprägen und nicht nur ein kleiner, idealistischer Player zu bleiben. Dazu investieren wir stark in unser Team, holen uns externe Kompetenzen dazu, wo wir selbst nicht stark sind und entwickeln Produkte rund um Insektenprotein. Unser fünfjahres Ziel haben wir noch nicht vollends definiert. Sicher ist aber, dass wir eine ausgereifte Produktpalette rund um unsere Kernrezeptur erschaffen werden, die es Hundebesitzer*innen ermöglicht, ihren Vierbeinern alles an Futter, Leckerlies oder auch Nahrungsergänzungen auf Monoproteinbasis aus dem Insekt zu füttern. Ob wir das aus dem eigenen Cashflow realisieren oder fremdes Kapital aufnehmen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt. Grundsätzlich sind wir aber dabei, eine Seed-Runde für 2023 vorzubereiten. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Unser erster Tipp für Gründer*innen ist, dass es meist keine gute Entscheidung ist, in Kommunikationsthemen zu viel auf das zu schauen, was der Wettbewerb macht. Letztlich ist jedes Produkt, jede*r Gründer*in und jede Zielgruppe unterschiedlich und einfach reaktiv zu replizieren, was vermeintlich ähnliche Unternehmen machen führt letztlich nur dazu, dass ein kommunikativer Einheitsbrei entsteht, aus dem man sich selbst nicht abgrenzen kann. Viel effizienter als “spicken”, ist ein Kundenverständnis aufzubauen und daraus eigene Konzepte zu entwickeln. 

Zweiter Tipp, den wir auch versuchen uns sehr zu Herzen zu nehmen ist, dass neben dem Produkt vor allem “Brand” heute mehr denn je ausschlaggebend für den Erfolg eines Start-Ups ist. Je mehr Herzblut und Akribie in die Markenentwicklung und das konsequente Einhalten der markentypischen Elemente fließt, desto schneller prägt sich die Marke ein. Und das hat immense Auswirkungen auf alle Marketingkanäle! 

Last but not least, Tipp Nummer drei. Daten sind immer besser als Meinungen. Wer alles misst, was man messen kann, hat stets klare Aussagen zur Funktionalität oder eben Dysfunktionalität von Maßnahmen, KPIs oder Strategien. 

Wir bedanken uns bei Marcus Rost und Roland Weinzierl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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