Launch von Moneyou Go in Deutschland

Interview mit Liesbeth Rigter zum Launch von Moneyou Go in Deutschland

Die Marke Moneyou der niederländischen ABN AMRO Bank ist in Deutschland bislang vor allem als Anbieter von Tagesgeldkonten bekannt. Nun wird hierzulande ein neues digitales Produkt, Moneyou Go, gelauncht. Um was handelt es sich bei Moneyou Go und in welcher Verbindung steht es zu Moneyou?

Moneyou Go ist eine Banking-App, mit der Kunden mehr Struktur in ihre Finanzen bringen können. Dazu eröffnen Nutzer auf ihrem Smartphone ein kostenloses Girokonto und teilen durch sogenannte „Wallets“ (Geldbeutel auf Englisch) ihr Geld in feste Budgets ein, was beim gezielten Sparen und Geld ausgeben hilft. Alle Wallets können mit eigenen Fotos und Bezeichnungen individualisiert werden. Wie bei Instagram sehen Nutzer ihre Interessen und Ziele auf einen Blick. Das Girokonto wird in wenigen Schritten direkt in der App eröffnet und auf das Geld in allen Wallets gibt es Zinsen von zurzeit 0,30 %.

Moneyou als Marke der ABN AMRO Bank ist – wie Sie richtig feststellen – in Deutschland schon länger am Markt und bisher hauptsächlich als Anbieter von Tagesgeld- und Festgeldkonten sowie Fondsanlagen bekannt. Dank unserer knapp 300.000 Kunden verfügen wir in Deutschland bereits über eine breite Kundenbasis. Mit Moneyou Go richten wir uns vor allem an Menschen mit einem digitalen Lifestyle, die ihr Leben – und damit auch ihre Finanzen – gerne selbst in die Hand nehmen möchten.

Warum ist der deutsche Markt für Moneyou so interessant und welche strategischen Ziele sollen mit dem Launch hierzulande erreicht werden?

Moneyou möchte als digitale Marke das Privatkundengeschäft der ABN AMRO Bank in Europa abbilden und Deutschland ist einer der größten europäischen Märkte, in dem wir bereits seit 2011 erfolgreich tätig sind. Dazu kommt, dass die Menschen in Deutschland bisher eher zaghaft waren, wenn es um digitale Banking-Angeboten geht – das ändert sich gerade. Wir möchten unter den ersten Anbietern von smarten, mobilen Banking-Lösungen in Deutschland sein.

Moneyou Go will das Thema „Smart Saving“ besetzen. Mit N26 gibt es gerade in Deutschland einen starken, gut aufgestellten Wettbewerber. Weitere stehen in den Startlöchern, darunter z.B. tomorrow. Mit welchen Features hebt sich die App „Moneyou Go“ von ihnen ab, wo sind die Besonderheiten, wo sind die USPs?

Der deutsche Markt für digitale Banking-Lösungen ist noch lange nicht gesättigt. Es gibt noch viel Platz für unterschiedliche Anbieter, die gemeinsam daran arbeiten, möglichst viele Kunden vom Nutzen intelligenter, mobiler Finanz-Produkte zu überzeugen. Im Wettbewerbsumfeld verstehen wir Moneyou Go als smarten Assistenten, der seinen Nutzern dabei hilft, selbstbestimmt und unabhängig seine eigenen finanziellen Entscheidungen zu treffen. Mit unserer Endkunden-Kampagne „Die Bank, das bin ich“, verdeutlichen wir, dass bei uns der Kunde am Steuer sitzt. N26 etwa positioniert sich weiterhin als Bank, nur ohne Filiale und Bankberater.

Auf die Produktebene bezogen liegt ein Vergleich der N26 Spaces und der Wallets von Moneyou Go nahe: Die Spaces von N26 sind rein virtuelle Geldtöpfe; das Guthaben liegt in einem großen Topf, wie auf einem herkömmlichen Konto. Bei Moneyou Go gibt es durch die Wallets separate Budgets, die zwar alle unter derselben IBAN laufen, aber tatsächlich unterschiedliche Geldtöpfe sind. Indem unser Kunde seine Debit Mastercard flexibel mit einem der Wallets verknüpft, zahlt er nur aus diesem einen Wallet und gibt so nicht mehr Geld aus als geplant. Darüber hinaus wird das Guthaben bei Moneyou Go verzinst und bei N26 nicht. Der Nutzer von Moneyou Go kann mehr Wallets anlegen als bei N26 und diese mit eigenen Bildern individualisieren.

An Angeboten für das Sparen mit so genannten Wallets haben sich in Deutschland bereits große Corporates wie Vodafone und die Telekom versucht – und sind gescheitert. Was macht Moneyou Go besser bzw. anders?

Vodafone und die Telekom hatten ganz andere Produkte, ihre Wallets waren Apps für mobiles Bezahlen. Moneyou Go ist ein mobiles Girokonto, mit dem man seine Finanzen übersichtlich organisieren kann. Moneyou Go nutzt lediglich den Begriff „Wallet“ für die unterschiedlichen Geldtöpfe in der App, ansonsten hat unser Produkt nichts mit den genannten Wallet-Lösungen der Telekommunikationsanbieter zu tun.

Warum ist das Thema „Smart Saving“ für Banken und auch Startups so interessant geworden?

Das hat einerseits etwas mit technologischen Entwicklungen und andererseits mit veränderten Bedürfnissen in der Zielgruppe zu tun. Durch veränderte Lebensbedingungen, sei es privat oder im Job, wird es für viele Menschen immer schwieriger, langfristig zu planen und, wie es früher üblich war, jeden Monat dieselbe Menge Geld zur Seite zu legen. Deswegen ist es wichtig, ein Sparziel zu definieren, auf das man hinarbeitet, anstatt pauschal einfach so und so viel Euro pro Monat anzusparen.
Da gleichzeitig die technologische Entwicklung rasant voranschreitet, können Banken und Startups ihren Kunden nun intelligente Lösungen zur Verfügung stellen, die beim Sparen helfen. In naher Zukunft werden wir daher mit Moneyou Go automatisierte Prozesse anbieten, die unseren Kunden dabei unterstützen, je nach konkreter Lebenssituation und mit einfachen Mitteln Geld zur Seite zu legen.

Auch die Politik hat diesen Bedarf erkannt und bietet durch regulatorische Anpassungen – siehe die neue Zahlungsrichtlinie PSD2 – einen Rahmen, durch den Banken und Fintechs ihren Kunden noch besser helfen können, ihre Finanzen intelligent zu organisieren.

Für wie groß schätzen Sie den deutschen Markt für ein Angebot wie N26 Spaces, tomorrow oder eben Moneyou Go ein?

Wir glauben, dass zukünftig immer mehr Kunden mobile Banking-Lösungen nachfragen und nutzen werden, daher halten wir das Marktpotential für sehr groß. Je mehr Menschen ihre Finanzen mobil auf dem Smartphone organisieren, desto wichtiger ist es, dass entsprechende Apps übersichtlich, intuitiv und schnell sind. Das erfüllen die mobilen Angebote der klassischen Kreditinstitute häufig noch nicht. Damit eine Banking-App neben Snapchat oder Instagram auf dem Smartphone des Nutzers bestehen kann, muss sie einfach sein und schön aussehen.

Durch Google Pay und Apple Pay wird ja das Thema Mobile Payment stark forciert. Wird es auch mit Moneyou Go ein Mobile Payment-System geben?

Zum Launch unseres Produktes geht es um intelligentes Sparen und Bezahlen. Sicherlich werden wir uns dem Thema Mobile Payment nicht verschließen, aber konzentrieren uns nun erst mal auf intelligente Lösungen, mit denen unsere Kunden ihre Finanzen einfach und übersichtlich am Smartphone organisieren können.

Zuletzt wurden die Private Banking Aktivitäten der ABN AMRO Bank deutlich erhöht. In welchem Zusammenhang steht der Launch der App?

Wie schon erwähnt, möchte Moneyou europaweit das digitale Privatkundengeschäft der ABN AMRO Bank abbilden. Wir sehen uns als „Low Cost Innovator“ des Konzerns. Bei Moneyou haben wir den Vorteil, schneller als eine Großbank handeln zu können und findet somit einen schnelleren Zugang zu den Privatkunden. Das Ziel der ABN AMRO Bank ist es, Moneyou zur europaweiten Privatkundensparte für Finanzprodukte zu machen und weiterhin europaweit zu wachsen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Liesbeth Rigter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Quelle Moneyou

redaktion

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