Samstag, Oktober 16, 2021

Mitarbeitermotivation in Zeiten von Corona und Home-Office

Meist Gelesene Beiträge

Die Zielgruppe kennen

Sei beharrlich!

Schnelle Iterationen

Markus Czerner
Der ehemalige Tennisprofi Markus Czerner ist Motivationstrainer und coacht Unternehmen in der DACH-Region. Er verzichtet auf das übliche »Tschaka-du-schaffst-das«, sondern fokussiert sich auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter. Markus ist zudem Bestseller Autor und regelmäßig als Redner für Motivation auf den großen Bühnen in Deutschland zu Gast.

Krisen steigern die Mitarbeitermotivation – wenn man es richtig macht!

Viele Unternehmen haben zu Corona-Zeiten mit fehlender Mitarbeitermotivation zu kämpfen. Wer kann es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verdenken: Home-Office, Kurzarbeit und oftmals eine fehlende Perspektive. Zudem müssen sich viele mit der Frage auseinandersetzen, ob der eigene Arbeitgeber Corona wirtschaftlich übersteht. Natürlich sind das Faktoren, die so gut wie jedem von uns aufs Gemüt und somit auch auf die Motivation schlagen würden. Aber das Problem der fehlenden Mitarbeitermotivation zu Krisenzeiten nur auf die Krise an sich zu schieben ist zu einfach. Es ist angenehm und für jeden nachvollziehbar. Aber am Ende des Tages einfach nur eine Ausrede.

Motivation ist nur ein Symptom 

Um das zu verstehen, lass uns doch einmal einen Blick darauf werfen, was Motivation eigentlich ist und wie genau sie entsteht. Einfach gesagt ist Motivation ein Gefühl, dass uns sagt, etwas Bestimmtes zu tun. Motivation ist also nichts anderes als die Beweggründe, die unser Handeln bestimmen. Ein Blick ins Wirtschaftslexikon genügt, um eine noch etwas detaillierte Definition zu erhalten: „Zustand einer Person, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält“ (Springer Gabler Verlag 2017). An dieser Definition ist schön zu sehen, dass wir ohne Ziele keine Motivation aufbringen können. Viel wichtiger ist hier aber das Wort „Beweggründe“. Motivation entsteht dann, wenn wir einen Grund haben, etwas zu tun. Motivation erklärt, wofür wir uns anstrengen und aus welchem Grund wir handeln.

Wer seinen Job liebt hat keine Motivationsprobleme

Merkst du, worauf ich hinausmöchte? Für viele Menschen ist der Beweggrund arbeiten zu gehen Geld zu verdienen. Also das monatliche Gehalt. Durch Corona ist dieses entweder in Gefahr oder bereits gekürzt worden. Das schlägt sich natürlich negativ auf die Motivation aus. Und genau hier ist das eigentliche Problem verborgen. Es fehlt der wirkliche Grund dafür zu arbeiten: Spaß und Leidenschaft. Wer seinen Job über alles liebt, der hat keine Motivationsprobleme. Was hat sich durch Corona denn geändert? Ja, wir sind größtenteils im Home-Office. Sehen unsere Kolleginnen und Kollegen nur virtuell. Sind nicht auf Geschäftsreise. Müssen vielleicht auf einen Teil unseres Gehalts verzichten. Aber die eigentliche Tätigkeit ist doch die gleiche geblieben. Nur, dass wir dieser jetzt eben von zu Hause aus nachgehen und nicht mehr in ein Büro fahren. 

Unternehmen, die zu Corona-Zeiten mit fehlender Mitarbeitermotivation zu kämpfen haben, hatten es vor der Pandemie auch schon. Nur war es ihnen nicht klar oder sie haben weggeschaut. Corona zeigt einfach nur die Defizite auf, die eh schon da waren. 

Der Mitarbeiter als Mensch muss mehr im Vordergrund stehen

Ein modernes Unternehmen darf in einem Mitarbeiter nicht nur jemanden sehen, der einen Job macht und dafür honoriert wird. Ein Mitarbeiter ist ein Mensch, der Ziele im Leben hat. Ein modernes Unternehmen muss sich die Frage stellen, wie es den Mitarbeitern dabei helfen kann, sich selbst zu verwirklichen. Nur dann kann Motivation wirklich funktionieren. Natürlich können wir weiter versuchen, Mitarbeiter mit Gehalt, Bonuszahlungen oder tollen Firmenwagen zu motivieren. Das wird auch funktionieren. Aber nur so lange, wie auch das Gehalt, der Bonus und der Firmenwagen da sind. Sind sie es nicht, ist auch die Motivation nicht mehr da. Bemerkbar macht sich das vor allem in Krisenzeiten.

Krisen steigern die Motivation – eigentlich

Liebt ein Mitarbeiter seinen Job und kann sich mit seinem Arbeitgeber zu 100 Prozent identifizieren, ist er in Krisenzeiten sogar noch ein paar Prozentpunkte extra motiviert. Immerhin möchte er nicht, dass das Unternehmen an der Krise zerbricht und er seinen Job verliert. Haben diese Einstellung die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens, ist fehlende Mitarbeitermotivation kein Thema. Ganz im Gegenteil: die Mitarbeitermotivation steigt in der Krise. Nur dafür müssen Arbeitgeber vor einer Krise die Voraussetzungen schaffen. In der Krise selbst zu reagieren ist fast unmöglich. Denn hier ist bekanntlich das Kind bereits in den Brunnen gefallen.

Der ehemalige Tennisprofi Markus Czerner ist Motivationstrainer und coacht Unternehmen in der DACH-Region. Er verzichtet auf das übliche »Tschaka-du-schaffst-das«, sondern fokussiert sich auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter. Markus ist zudem Bestseller Autor und regelmäßig als Redner für Motivation auf den großen Bühnen in Deutschland zu Gast.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

- Advertisement -spot_img

Das könnte dir auch Gefallen

StartupValley Magazin

- Advertisement -spot_img
spot_img

Neueste Beiträge

Erhalte regelmäßig die neuesten internationalen Start-up-News

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.