Höher, schneller, weiter: Mit dem Startup expandieren

Wenn die erste Startphase nach einer Gründung erfolgreich verlaufen ist, kommt oft schnell die Überlegung auf, das neue Unternehmen auszuweiten und auf Wachstumskurs zu gehen. Welche Möglichkeiten gibt es und was muss dabei beachtet werden?

Idee skalieren

Dass die jeweilige Geschäftsidee skalierbar sein muss, ist in der Regel bereits eine Voraussetzung für die eigentliche Gründung. Vor allem für Investoren ist dies einer der wichtigsten Punkte. Wenn es dann jedoch an die eigentliche Expansion geht muss eines ganz klar gewährleistet sein: die Finanzierbarkeit.

Die die Ausdehnung der Geschäfte ist stets mit weiteren Investitionen verbunden. Nur, wenn das Startup bereits auf soliden finanziellen Beinen steht und sich in gewisser Weise bewährt hat, sollte dieser nächste Schritt in Angriff genommen werden.

Notwendig ist dazu auch immer das passende Know-how. So müssen nicht nur die Gründer selbst mit einem künftig größeren Unternehmen klarkommen und für neuen Herausforderungen gerüstet sein. Die Erschließung neuer Märkte benötigt wiederum spezielles Hintergrundwissen und für neue Aufgaben sind ebenfalls oft andere Kenntnisse und Fertigkeiten gefragt.

To do:

Beim Skalieren geht es vor allem darum mehr Umsatz zu generieren. Jetzt soll endlich richtig Geld verdient werden. Es gilt, ohne die Investitionen im selben Maße zu erhöhen, mehr Profit zu erzielen:

  • Prozesse strukturieren: Die verschiedensten Abläufe können verbessert, automatisiert oder standardisiert werden, um künftig effizienter arbeiten zu können. Ein wichtiger Punkt, der zu einer späteren Zeit enorm schwierig werden kann.
  • Vertrieb und Marketing ausbauen: Durch gezielte Marketingmaßnahmen kann nun, nachdem das Produkt oder die Dienstleistung entwickelt ist, der Verkauf angeschoben und vorangetrieben werden.
  • Fixkosten niedrig halten: Der Vorteil einer Skalierung liegt darin, notwendige Fixkosten möglichst effizient zu nutzen. Vor allem übliche verwalterische Aufgaben fallen bei einem größeren Unternehmen anteilsmäßig nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Neue Märkte erobern

Die Ausweitung auf neue Märkte ist eine der häufigsten Expansionsmöglichkeiten. Dabei ist die Erschließung eines neuen Stand- oder Vertriebsorts immer auch ein ganz neues Unterfangen. Selten lässt sich das bisherige Angebot unverändert zu denselben Bedingungen auf einen anderen Markt übertragen, denn dort herrschen meist ganz andere Konditionen oder die Zielgruppe gestaltet sich anders.

Der Vorteil von Startups, den sie gegenüber den großen global agierenden Unternehmen haben, ist ihre Flexibilität. Oft genügen kleine Anpassungen, um das eigene Angebot fit für einen neuen Markt zu machen. Dies gelingt mit einem kleinen Business, das in einer Nische zuhause ist, leichter und schneller – solange die richtige Richtung klar ist. Auch hier ist jede einzelne Entscheidung ausschlaggebend für den Erfolg.

To do:

Auch der neue Markt muss detailliert untersucht werden, um seine Strategie passend gestalten zu können.

  • Jeden Markt neu analysieren: Nicht nur die Kundenwünsche, auch Vertriebsformen, die Konkurrenz oder gesetzliche Vorgaben können sich anderswo vom bisher bekannten unterscheiden.
  • Kommunikation anpassen: Neben der Anpassung der Webseite an die Sprache und Gepflogenheiten eines anderen Marktes muss die gesamte Kommunikationsstrategie und das Marketing entsprechend anders ausgerichtet werden.

Startup Unternehmen expandieren

Kooperationen nutzen

Nicht nur eine Ausdehnung auf andere Märkte, auch durch eine Kooperation kann das Startup auf eine breitere Basis gestellt werden. Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen oder Startups kann so beispielsweise das eigene Angebot passend erweitern oder es können Kompetenzen gebündelt werden. Meist kann dabei durch bereits bestehende Strukturen oder die Expertise des jeweiligen Partners profitiert werden.

  • Auch eine Zusammenarbeit mit Instituten oder Forschungseinrichtungen kann lukrativ sein und für neue innovative Ansätze sorgen, die das Potential haben, das Startup nach vorne zu bringen. Unter Umständen ist eine Kooperation mit weiteren rechtlichen Veränderungen verbunden, so kann etwa eine Neu- oder Umfirmierung sinnvoll sein. Eine andere Option ist das Gründen eines weiteren neuen Unternehmens.

To do:

Zunächst gilt es, erst einmal passende Kooperationspartner zu finden, die für eine Expansion geeignet sind. Dann müssen weitere Schritte geplant werden:

  • Partner durchleuchten: In jedem Fall sollte der neue Kooperationspartner vor einer Zusammenarbeit genau kennengelernt werden. So lassen sich die gegenseitigen Stärken und Schwächen ausloten und das gemeinsame Vorhaben effizient planen und ausrichten.
  • Neue Rechtsform prüfen: Jede Rechtsform hat seine eigenen Vor- und Nachteile und nicht jede eignet sich gleichermaßen für das jeweilige Startup. Für eine Kooperation bietet sich verschiedene Möglichkeiten an (GbR, GmbH, UG, OHG, KG, PartG, etc.). Auch eine Holding (als UG oder GmbH) kann sinnvoll sein, da diese Form steuerliche Vorteile mit sich bringt. Auch im Hinblick auf eine spätere Veräußerung des Unternehmens ist dies eine passende Alternative.
  • Aufgaben verteilen: Von Anfang an sollte klar geregelt sein, welcher Kooperationspartner welche Geschäftsfelder und Aufgaben übernimmt.

Personal aufstocken

Eine Expansion bedeutet immer auch mehr Arbeit. Wer bislang das Hauptgeschäft mit wenigen Anderen zusammen bestritten hat, sollte sich nach passendem Personal umschauen.

Einerseits sollen zusätzliche Mitarbeiter dann künftig dafür sorgen, Aufträge (schneller) abzuarbeiten, andererseits ist es ab einem bestimmten Punkt meist notwendig sich selbst zu entlasten, weil immer mehr Aufgaben dazugekommen sind.

Der Schritt zu (mehr) eigenem Personal ist deshalb für viele ein schwieriger. Nicht selten ist man dann zum ersten Mal nicht nur Unternehmer, sondern auch Chef und muss die neuen Mitarbeiter nicht nur führen. Auch unangenehme Entscheidungen zu treffen oder Aufgaben zu delegieren gehört dann zum Alltag dazu.

To do:

Abhängig von der Branche gehören Personalkosten meist zu den größten Ausgaben eines Unternehmens. Die Auswahl neuer Mitarbeiter für die richtigen Bereiche sollte deshalb genau geplant werden.

  • Genaue Bedarfsanalyse: Es sollte klar sein, in welchen Bereichen zusätzliche Mitarbeiter notwendig sind und wie sie das Startup bestmöglich voranbringen können.
  • Zielführendes Recruiting: Neues Personal sollte am selben Strang ziehen und dieselben Visionen teilen, die das jeweilige Unternehmen auszeichnen.

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Autor: Marianne Schwarz

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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