Mingle Africa Reisen abseits von Afrika-Klischees

Mingle Africa faire Studien- und Bildungsreisen in afrikanische Länder

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Mingle Africa doch kurz vor!
Mingle Africa ist der erste Reiseveranstalter, der sich auf faire Studien- und Bildungsreisen in afrikanische Länder spezialisiert. Mit unseren Studienreisen bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit ihre Reiseländer abseits von typischen Afrika-Klischees zu erkunden. Außerdem bieten wir mit unserem Campus Entwicklungspolitik eine nachhaltige Alternative zu den stark kritisierten Kurzzeit-Freiwilligenaufenthalten (Voluntourismus) an. Der afrikanische Kontinent wird mit den immer gleichen Stereotypen beworben. Als Absolventen der Fächer „Geographische Entwicklungsforschung Afrikas“, „Geschichte und Religionen Afrikas“ und „Kultur und Gesellschaft Afrikas“ ist es uns ein Anliegen mit solchen Stereotypen zu brechen. Afrikanische Länder haben weit mehr zu bieten als Safari, Folklore und schönen Landschaften. Auf unseren Reisen bieten wir deshalb Einblick in die Geschichte und Politik der Länder, in spannende entwicklungspolitische Themen, in Kunst und Kultur, Architektur oder auch die Wirtschaft. Mit Zeitzeugengesprächen, Vorträgen lokaler Experten, dem Besuch von Vernissagen, Konzerten und Theateraufführungen, ermöglichen wir eine vielseitige Reiseerfahrung.

Wie ist die Idee zu Mingle Africa entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee kam erstmals auf Tatjanas Balkon in Berlin auf. Intern hieß unser Projekt daher lange „Balkonprojekt“, bevor es zu Mingle Africa wurde. Ausschlaggebend für die Idee war unsere Kritik am bestehenden Reiseangebot nach Afrika. Die wenigsten Reiseveranstalter arbeiten nachhaltig. Dazu sollte man wissen, dass der Tourismus in den letzten 50 Jahren zum drittgrößten Wirtschaftszweig der Welt avanciert ist. Leider profitieren gerade in Entwicklungsländern jedoch kaum die Menschen vor Ort von all den Touristen. Mit unserem entwicklungspolitischen Background wollen wir hier eine Alternative schaffen. Uns ist es wichtig, dass der Großteil des Geldes auch wirklich in den Ländern ankommt. Hinzu kommt die Art und Weise der Vermarktung über Klischees, die ich bereits angesprochen habe. Durch die Bedienung der immer gleichen Stereotypevon Sonnenuntergängen, Löwen und stolzen Massai,entsteht ein sehr verklärtes Afrikabild. Unsere Studienkenntnisse und unsere langjährige Erfahrung in den Ländern wollen wir daher nutzen, um Studienreisen mit fundierten Bildungsinhalten zu konzipieren. Kennengelernt haben wir uns vor 10 Jahren während unseres Studiums in Bayreuth. In dieser Zeit waren wir unter anderem in Äthiopien auf Studienexkursion und haben an Feldforschungen in ländlichen Gegenden teilgenommen. Wir sind somit Konflikt und Stresserprobt. Sicherlich eine gute Grundlage um sich gemeinsam in ein so großes Projekt wie eine Unternehmensgründung zu stürzen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war innerlich den Schritt von der Idee zur wirklichen Gründung zu wagen. Zumal man als Gründer ja immer in der Position ist Überzeugungsarbeit leisten zu müssen. Gegenüber Freunden und Familie genauso wie beim Finanzierungspitch bei einer Bank. Natürlich ist man überzeugt eine gute Idee zu haben, aber den Mut aufzubringen diese dann auch umzusetzen und sich nicht verunsichern zu lassen, ist eine große Herausforderung.
Wir gehören zu den glücklichen Gründern, die eine Kreditzusage erhalten haben. Unsere Gründung finanzieren wir daher vor allem über einen Kredit, etwas Eigenkapital und unsere Crowdfunding Kampagne. Privat finanziert sich Tatjana über ihren Job als Produktmanagerin eines Tourismusunternehmens und ich (Nora) arbeite nach wie vor an meiner Dissertation zu Simbabwe und finanziere mich über ein Stipendium.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?
Als junge Gründer mangelt es uns vor allem an Eigenkapital. Seit wir beschlossen haben eine GmbH zu gründen, haben wir jeden Cent beiseitegelegt und können so die erforderliche Mindeststammeinlage von 12500 Euro aufbringen. Mit unserem Crowdfunding Geld konnten wir uns z.B. bereits für die Jubi Bildungsmessen im Jahr 2016 anmelden. Ein wichtiger Schritt für unser Marketing. Neben dem Geld war uns aber vor allem wichtig vor Gründung schon etwas Marketing zu betreiben und weiteres Feedback zu unserem Konzept zu bekommen. Die Crowdgemeinde war hierbei extrem hilfreich.

Wer ist die Zielgruppe vom Mingle Africa?
Der Campus Entwicklungspolitik richtet sich an 18-25 jährige. Damit sprechen wir vor allem Abiturienten an, die zwischen Abi und Studium Auslandserfahrung sammeln wollen. Aber auch Studierende und Auszubildende gehören zu unserer Zielgruppe. Die Studienreisen richten sich an ein sehr viel breiteres Publikum. Im Prinzip sprechen wir jeden an, der nachhaltig reisen möchte und einen vielseitigen Einblick in sein Reiseland wünscht. Natürlich haben wir unsere Hausaufgaben in Sachen Marktforschung gemacht. Mit unseren Reiseinhalten sprechen wir aber definitiv nicht nur Senioren und Akademiker an. Laut der Reiseanalyse 2005 der Forschungsgruppe Urlaub + Reisen (F.U.R) ist der größte Teil der Studienreisenden zwischen 30 und + 60 Jahren alt und gehört zur eher einkommensstarken Bevölkerung.

Warum sollte man Studienreisen auf Mingle Africa buchen?
Fundierte Studienreisen in afrikanische Länder sind absolute Mangelware. Wir bringen mit unserem Studium der Afrikawissenschaften, unserer langjährigen Auslandserfahrung und unserer Expertise im Tourismus eine außergewöhnliche Mischung zusammen. Wer Studienreisen mit fundierten Bildungsinhalten wünscht, ist bei uns bestens aufgehoben. Das gleiche gilt für Menschen, denen Nachhaltigkeit wichtig ist. Wir beziehen den Begriff nicht nur auf ökologische Nachhaltigkeit, sondern achten vor allem darauf, dass die Reisen auch in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht nachhaltig sind.

Was beinhalten die Reisen? Wohin gehen die Reisen?
Im ersten Jahr haben wir Reisen nach Uganda, Südafrika und Tansania im Programm. Aber natürlich werden wir unsere Destinationen stetig erweitern. Wir beginnen damit in Ländern, in denen wir selbst gelebt haben und die wir sehr gut kennen.
Der Campus Entwicklungspolitik bietet den Teilnehmern die Chance sich in einem sechswöchigen Seminar- und Workshop Programm in einem afrikanischen Land, kritisch mit globalen und entwicklungspolitischen Inhalten auseinander zu setzten.Besonders wichtig ist uns, dass wir von den Menschen vor Ort lernen. Wir möchten sie nicht belehren. Deshalb arbeiten wir während unseres Aufenthalts mit lokalen Experten zusammen, die uns ihre Sicht auf entwicklungspolitische und globale Herausforderungen vermitteln.Ganz konkret bedeutet dies, dass wir uns z.B. damit befassen:Welche Herausforderungen es im Umweltschutz gibt und wie sich lokale Initiativen für Veränderungen in ihren Ländern stark machen.In Uganda haben unsere Teilnehmer beispielsweise die Möglichkeit mit einer Gruppe von 14 jungen Künstlern zu arbeiten, die sich für Umweltbildung engagieren. Die Gruppe EcoArt, initiiert von Öko- Künstler Ruganzu Bruno Tusingwire, schafft wahre Wunderwerke aus recycelten PET-Flaschen und Müll. So entstand in Kampala z.B. ein ganzer Freizeitpark für Kinder.
Die Studienreisen setzen sich aus verschiedenen Reisebausteinen zu Kunst und Kultur, Geschichte und Politik, Architektur und Stadtentwicklung, Umwelt und Ressourcen und Entwicklungspolitik zusammen. Neben Sehenswürdigkeiten ergänzen wir unsere Reisen um Highlights wie Zeitzeugengespräche mit Menschen in Soweto (Südafrika), die bei den Schüleraufständen am 16. Juni 1976 dabei gewesen sind, wir erkunden Johannesburg gemeinsam mit einem lokalen Graffitikünstler auf dem Spuren öffentlicher Kunst oder Treffen in Uganda lokale Experten, die sich für die Aufarbeitung und Versöhnung mit der schwierigen Geschichte des Landes einsetzen. Natürlich bekommt man auch bei uns Löwen oder Nashörner zu sehen. Allerdings schicken wir unsere Touristen nicht auf eine herkömmliche Safari, sondern begleiten z.B. einen Ranger bei seiner Arbeit und bieten Einblick in die Herausforderungen des Umweltschutzes z.B. den Elfenbeinhandel.

Mingle Africa, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren hat sich Mingle Afrika am Markt etabliert und hat sich einen Namen als Anbieter für Studienreisen nach Afrika gemacht. Wir werden dann nicht mehr gefragt was man denn außer Löwen und Sonnenuntergängen noch in Afrika sehen kann.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Auch, wenn es etwas abgeduldelt klingt… aber glaubt an euch selbst und eure Idee. Aber vor allem, bringt euch in die Situation für diese Idee kritisiert zu werden. Denn nur so kann man sie weiter entwickeln. Uns hat dabei die Teilnahme am BPW Businessplan Wettbewerb geholfen. Feedback und Kritik zu bekommen, hat uns in die Lage versetzt einen soliden Businessplan zu schreiben, der dann auch einem Bankgespräch standhält.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Theresa Liebherr für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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