Schnell ins Handeln kommen!

midge medical: Das mobile Minilabor das Blutentnahme und -test integriert

Stellen Sie sich und das Startup midge medical kurz unseren Lesern vor!
midge medical entwickelt ein „Minilabor“ für die Kitteltasche, das Blutentnahme und -test in einem Tool integriert. Das Einwegprodukt ist nur wenig größer als ein Kronkorken und kann Blutwerte eines Patienten in der Arztpraxis, der Klinik oder auch beim Patienten zu Hause steril, schnell und kostengünstig ermitteln. Überprüft wird zum Beispiel der CRP-Wert, der zeigt, ob eine Erkrankung bakteriell bedingt ist. Denn nur dann wirken Antibiotika.

So lassen sich viele unnötige Verdachtsverordnungen bei viralen Infekten sparen.

Mit dem System können perspektivisch mehrere Blutwerte gleichzeitig getestet werden. Weitere Testparameter sind bereits in der Entwicklung, um Verdachtsdiagnosen wie Lungenembolie, Thrombosen, Herzinfarkt zu prüfen, aber auch Infektionskrankheiten wie Malaria, HIV und Ebola zu testen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Für uns ist klar, dass die Entwicklung von innovativen Lösungen in großen Unternehmen schwierig sein kann, gerade wenn sie deren bestehende Geschäftsmodelle bedrohen. Deswegen haben wir 2016 mit meisterwerk ventures eine eigene Innovations-Schmiede gegründet mit dem Ziel, bahnbrechende Innovationen in der Medizintechnik zu entwickeln.

midge medical ist die erste meisterwerk-Ausgründung.

Welche Vision steckt hinter midge medical?
Wir verfolgen zwei Visionen:
 
In der westlichen Welt wollen wir mit dem „Minilabor“ neue Formen der Versorgung möglich machen, indem wir es mit intelligenten Diagnose-Apps für Patienten verknüpfen. Zukünftig könnte eine solche Diagnose-App den Patienten im Zuge der Symptomabfrage auffordern, das midge zu nutzen, um einen Blutwert zu ermitteln, der dann in die ärztliche Diagnose einfließt.

In Schwellenländern kann midge dabei helfen, die medizinische Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Helfer vor Ort, die mit der Anwendung von midge vertraut sind, können selbst Werte bei den Menschen erheben. Sie müssen heute oft mehrtägige Reisen auf sich nehmen, um Zugang zu Bluttests zu bekommen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war, die einzelnen Komponenten in einem so kleinen Gerät zu integrieren. Das funktioniert! Um so weit zu kommen, haben wir in 2017 eine Seed-Finanzierung mit Risikokapital erreicht. Zusätzlich erhalten wir Fördergelder. Aktuell bereiten wir die Series-A-Finanzierung vor, mit der wir das Gerät zur Serienreife bringen werden.

Wer ist die Zielgruppe von midge medical?
midge medical richtet sich im ersten Schritt an Hausärzte – es erspart ihnen Zeit und Material für die sterile Aufbereitung und sichere Auswertung. Als nächstes ist der Test auch für Patienten selbst gedacht, die diesen eigenständig zu Hause anwenden. Das ausgelesene Ergebnis können sie von ihrem Arzt vor Ort oder online über eine Arztpraxis für ihre Diagnose und anschließende Behandlung auswerten lassen.

Die Anwendung ist so einfach wie die Nutzung eines Pflasters.

Wie funktioniert midge medical? Wo liegen die Vorteile?
Das mobile Minilabor midge ist so groß wie ein 2-Euro-Stück. Es nimmt einen Bluttropfen ab, testet ihn und zeigt das Ergebnis in wenigen Minuten an. Dieses wird anschließend per Smartphone-App für die Diagnose ausgelesen, analysiert und digitalisiert. Bei dem Minilabor handelt es sich um ein steriles Einwegprodukt, das viele Schritte in einen integriert und dem Arzt Zeit und Kosten für das Material, die sterile Aufbereitung und die anschließende Entsorgung erspart.

Wie ist das Feedback?
In den Gesprächen mit Ärzten als potentielle Nutzer bekommen wir sehr interessierte Rückmeldungen, die uns in unserem Weg bestätigen, aber auch Ideen vermitteln, die wir in die Entwicklung einfließen lassen.

midge medical, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren haben wir die klinische Studie, die wir für die Medizinproduktzulassung durchführen, abgeschlossen und sind in Europa und USA am Markt.

Dadurch, dass wir ganz unterschiedliche Tests in midge integrieren können, stehen uns zukünftig viele verschiedene Anwendungsbereiche offen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Zeit und Geld sind am Anfang knapp, deshalb muss man schnell ins Handeln kommen. Natürlich soll man dabei nicht kopflos vorgehen, aber wer zu lange überlegt, gewinnt am Ende nur den Trostpreis.
Wenn man ein Medizinprodukt entwickelt, sollte man frühzeitig klinische Experten suchen, mit denen man die Produktidee und das Businessmodel diskutieren kann. Außerdem soll man sich rechtzeitig Gedanken über die Zulassung machen. Lieber sehr früh mit jemandem sprechen, der sich auskennt, als zu spät – gerade auch angesichts der neuen EU-Richtlinien.

Bildcopyright midge medical

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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