Michaela Gerg: Wertvoll ist man unabhängig vom Erfolg

Michaela Gerg ist eine der erfolgreichsten Skirennläuferinnen in der Geschichte Deutschlands:

Sie gewann vier Mal den Skiweltcup, sie machte WM-Bronze in Super-G, nahm vier Mal an den Olympischen Spielen teil und stand 61 Mal am Podest. Knapp 200 Mal fuhr sie unter die Top Ten. Doch Sieg und Niederlage lagen stets nah beieinander: Michaela Gerg kämpfte mit Trümmerbrüchen, Kreuzbandrissen und einer vorübergehenden Gesichtslähmung. 

Auf der herCAREER, der Leit-Karrieremesse für Frauen am 11. Oktober 2019 im MTC München, macht sie den TeilnehmerInnen Mut, zu sich selbst zu stehen, nach Niederlagen aufzustehen und gelassen und selbstbestimmt neue Wege zu gehen.

 Als junge Athletin musste sie früh mit den Folgen von Niederlagen klarkommen: „Zu Beginn meiner Karriere wollte ich einfach Anerkennung. Im Sport ist es ja tatsächlich so: du wirst nur gesehen, wenn du so richtig erfolgreich bist“, erzählt sie im Interview mit der herCAREER. Dass sich Journalisten wie Sponsoren nach Misserfolgen gnadenlos abwandten, damit musste sie bereits als Teenager umgehen: „Ich habe zum Glück das Gen gehabt, durch die Niederlage erst recht erfolgreich sein zu wollen und es den anderen zu beweisen. Ich dachte mir, die beste Antwort ist die Leistung“, erzählt die gebürtige Bad Tölzerin. 

Ausstieg aus einem starren System

Im Jahr 1996 befreite sie sich schließlich aus dem fremdbestimmenden, starren System des Deutschen Skiverbandes. Ein Höhepunkt in ihrer Karriere war es, die Qualifikation für Cortina d’Ampezzo im Jahr 1995 alleine, ganz ohne Rückhalt des Verbands zu schaffen – und dann auch noch die Abfahrt zu gewinnen. Ihr Geheimrezept: sich selbst Ziele zu setzen, auch wenn von außen andere Ziele vorgegeben werden.

„Im Grunde bist du im Profisport sehr fremdbestimmt. Wenn ich mir aber selbst ein Ziel setze, für das ich brenne, wenn ich Spaß an meiner Arbeit habe, dann kann ich Tag und Nacht arbeiten“, sagt sie. Man müsse stets für sich selbst bewerten: „Ist das der richtige Weg für mich oder nicht?“ Schicksalsschläge wie der Krebstod ihrer Mutter und ihre eigene Krebsdiagnose brachten sie zum Umdenken: „Plötzlich ist es nicht mehr wichtig, erfolgreich zu sein, sondern gesund zu werden. Man selbst ist wichtig“, erzählt sie im Interview. In ihren Vorträgen will sie dem Publikum daher auch vermitteln: „Erfolg ist toll, aber du bist auch unabhängig davon ein toller Mensch.“

Sie begann schließlich, auf ihren Körper und ihre Wünsche zu hören und ging neue Wege: Sie wurde Feng-Shui-Beraterin und gründete 2008 mit der Skischule „Michi Gerg“ ihr eigenes Unternehmen. Heute arbeiten mehr als 60 SkilehrerInnen in der Skischule. Ihre Motivation schöpft sie unter anderem aus der Weiterbildung der SkilehrerInnen. Als Führungskraft versucht Michaela Gerg, ihrer Maxime treu zu bleiben: „Behandle die anderen so, wie du selbst behandelt werden willst.“ 

Auf der herCAREER 2019 wird Michaela Gerg am Freitag, den 11. Oktober 2019 einen Vortrag zum Thema „Aufstehen oder Liegenbleiben – der Erfolg liegt in Deiner Hand“ halten und als Table Captain an der herCAREER@Night am Donnerstag, 10. Oktober 2019 teilnehmen.

Quelle Jane Uhlig

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