Setzt euch mit eurer Zielgruppe auseinander, interviewt sie und testet eure Ideen an ihr.

MEYBORG Korn: Kühl, Kantig und Klar

Wie ist die Idee zu MEYBORG entstanden?
Ich habe eigentlich immer neben meinem Hauptjob etwas abseitige, digitale Projekte entwickelt.
Mit dem letztem, einer Parfüm-Plattform, war ich grandios gescheitert. Nun wollte ich gerne etwas analoges machen. Alkohol lag da nahe. Ich wollte aber sicher nicht den nächsten Gin machen, sondern mir eine größere Aufgabe vornehmen. In Hamburger Bars ist Korn weitestgehend verschwunden. Die Wertschätzung im Keller. Dabei steckt hinter Korn, so wie ich ihn aus der Heimat kenne, eine echte Brennkultur. Dort im Oldenburger Münsterland hatte ich darüberhinaus eine fabelhafte Jugend verbracht. MEYBORG entwickle ich nun mit der Edelkornbrennerei Jos. Rosche aus meiner Heimat als Reminiszenz an eben diese Jugend auf dem Land mit einem modernen Blick nach vorn.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Das Zeitmanagement. Ich arbeite nebenbei Vollzeit. Danach und teilweise davor wird meine Zeit sehr von der Arbeit an MEYBORG in Beschlag genommen. Ich produziere ja nebenbei einen Podcast dazu, in dem ich über die Produktentwicklung berichte. Das frisst auch nochmal ordentlich Zeit. Aktuell ist das ganze Projekt aus eigener Tasche finanziert. Ich bin ja glücklicherweise Informatiker und habe neben der eigentlichen Produktion selbst kaum kosten. Das mache ich momentan alles komplett allein.

Wer ist die Zielgruppe von MEYBORG?
Da gibt es recht unterschiedliche. Ich möchte mich eigentlich zunächst auf den B2B Bereich fokussieren. Also sind hier die Wirte meine erste Zielgruppe. Die müssen überzeugt werden, mal wieder n Korn ins Programm aufzunehmen. Das geht natürlich nur, wenn der Korn vom Barpublikum angenommen wird. Deswegen richtet er sich sicher an den modernen Großstädter zwischen 30-50, der sich gerne etwas vom generellen Gin Tonic Konsum absetzen und etwas besonders bestellen möchte.
Eine weitere Zielgruppe sind darüberhinaus die Genießer, die daheim eine größere Sammlung an Bränden im Regal stehen haben und ihren Freunden diese anbieten möchten.
Dann natürlich die Jugend, die man gar nicht früh genug für einen guten Schnaps gewinnen kann….kleiner Spaß.

Was ist das Besondere am MEYBORG Korn?
Wie ich bereits erwähnte, entwickle ich den Korn mit Edelkornbrennerei Jos. Roche. Die ist Gründungsmitglied im Bund deutscher Edelkornbrennereien. Nach dessen Standard brennen nur 4 Brennereien deutschlandweit. Rosche baut beispielweise den Weizen selbst an, kauft keinerlei Alkohol zu, brennt in eigener Anlage und verfolgt darüber hinaus ein sehr nachhaltiges Konzept. Der Korn selbst zeichnet sich durch eine besondere Milde aus. Probieren sie ihn mal gegen einen anderen Korn, sie werden überrascht sein. Er wurde 60mal in kupferner Brennanlage gebrannt, ist ungefiltert und dazu obendrein mit 40% vol. geradezu prädestiniert für die Verwendung in Longdrinks.

Was findet man noch auf der Webseite?
Aktuell Informationen zum Korn, einen Shop, den Podcast zur Produktentwicklung, eine Liste an Bars und Läden, die Ihn anbieten und einige Longdrink und Cocktailrezepte.

MEYBORG, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich hoffe, mit MEYBORG ein Revival des Korns einzuläuten. In 5 Jahren würde ich mir wünschen, MEYBORG in möglichst vielen, der besseren Bars und Feinkostläden in diesem Land zu finden.
Das ist sicher noch ein sehr langer Weg. Ich starte ja gerade erst.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Setzt euch mit eurer Zielgruppe auseinander, interviewt sie und testet eure Ideen an ihr. Dabei wird man schnell merken, ob man einem theoretischen Problem sitzt oder total an der Zielgruppe vorbei entwickelt. Dann kann man seine Idee anpassen und verfeinern.
Spricht mir Leuten die ähnliches machen. Keine Scheu vor Ideenklau. Die sitzen an eigenen Roadmaps und haben keine Zeit.
Wartet nicht aufs große Investorengeld. Legt erstmal selber los. In der heutigen Zeit gibt es im Digitalbereich an vielen Orten Software, Server und Hilfe für umsonst oder schmales Geld. Und bitte mach etwas, für das du selbst eine große Leidenschaft mitbringst.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Simon Meyborg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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