Kennt eure Stärken!

MetisMotion kombiniert die Vorteile der Festkörperaktorik mit denen konventioneller Antriebe

Stellen Sie sich und das Startup MetisMotion kurz unseren Lesern vor!
MetisMotion ist ein 2018 gegründetes Tech Unternehmen aus München. Unsere Kernkompetenz liegt im Bereich von ultra-dynamischen und platzsparenden Kraftaktoren (Stellmotoren). Unsere Technologieplattform basiert auf Jahrzenten Erfahrung in der Aktorentwicklung für herausfordernde Industrieapplikationen und adressiert heute Robotik und Automatisierung, sowie Luftfahrt- und Automobilanwendungen. Im Vergleich zu bisher verfügbaren Technologien sind MetisMotion Aktoren bis zu 80% kleiner und leichter und reagieren 10x schneller. Darüber hinaus verfügen sie über vielfältige sensorische Fähigkeiten, die herkömmliche Elektromotoren oder Hydraulik-/ Pneumatiklösungen nicht bieten können und eignen sich damit insbesondere für Industrie 4.0 Applikationen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Unsere Technologie ist innerhalb der Siemens AG entwickelt worden, allerdings ursprünglich nur für die Verwendung im Konzern. Wir waren als Gründerteam für die Weiterentwicklung und Kommerzialisierung der Technologie verantwortlich. Im Laufe des Zeit erhielten wir immer mehr Anfragen von externen Kunden, die die Vorteile der MetisMotion Technologie auch für Ihre Anwendungen verwenden wollten. Auch die Geschäftsbereiche der Siemens AG waren mehrheitlich eher an einem Zukauf der Aktoren als am Aufbau des Komponentengeschäftes interessiert.

Das war für uns der Startpunkt, an dem wir angefangen haben, über eine Ausgründung nachzudenken.

Welche Vision steckt hinter MetisMotion?
Wir lieben es, die Grenzen des Machbaren, zu verschieben. Herausforderungen, für die es heute keine praktikablen Lösungen gibt, sind unsere Spezialität. Egal ob es um hohe Kraftdichten oder extrem dynamische Bewegungen geht – wir helfen unseren Kunden den Schritt weg von Hydraulik und Pneumatik in eine immer mehr elektrifizierte und digitalisierte Welt zu gehen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Der Zeitraum von der Idee zur Ausgründung, über die Erstellung des Business Plans, bis zu den unterschriebenen Verträgen mit den Investoren war ein durchaus intensiver Prozess. Dabei war die Identifikation passender Investoren ein wichtiges Puzzleteil. Die Anzahl der Investoren, die Interesse an industriellen Hardwarelösungen zeigen, ist schon überschaubar. Wenn man dann auch noch die Offenheit für frühphasige Themen, sowie den „fit“ zwischen der Team-Kultur und Investor hinzunimmt, werden die möglichen Konstellationen relativ schnell deutlich.

Wir sind dankbar, mit dem HTGF und Born2Grow zwei technik-affine Investoren gefunden zu haben, die unsere Vision teilen, und den Weg zusammen mit uns gehen.

Auch die Unterstützung des Siemens Technology Accelerator (STA) bei der Durchführung des Ausgründungsprozesses war enorm hilfreich. Durch die Hilfe des STA war es möglich schon während unserer Zeit im Konzern die Technologie weiter vorzubereiten sowie externe Kunden zu akquirieren. Das hilft uns heute natürlich und war sicherlich auch für die neuen Investoren an Bord ein wichtiges Indiz für das Potential und die Seriosität des Business Plans.

Wie funktioniert MetisMotion? Wo liegen die Vorteile?
Unsere Technologieplattform kombiniert die Vorteile der Festkörperaktorik mit denen konventioneller Antriebe. Herausragende dynamische Eigenschaften und Kraft- / Leistungsdichten sind jetzt auch für längere Linearbewegungen erhältlich.

Wie ist das Feedback?
Hervorragend, natürlich! Nein, Spaß beiseite. Es ist immer wieder faszinierend in Kundengesprächen zu erleben, wie sich die Gemüter auf Kundenseite von „wir glauben euch kein Wort / das ist unmöglich“ zu „wow. Ihr wisst was ihr tut – und es funktioniert offensichtlich“ entwickeln. Kunden bekommen dann relativ schnell ein Gefühl dafür, dass sie eine radikale Innvoation kennenlernen, bei der anfänglich die Konsequenzen und Anwendungsmöglichkeiten häufig noch gar nicht klar sind. Es ist das klassische Innovationsproblem – wenn ich denke, dass etwas technisch nicht möglich ist, beschäftige ich mich auch selten mit den Möglichkeiten, die es gäbe, wenn es möglich wäre. Gleichzeitig wird auch schnell klar, wenn eigentlich andere Technologien besser zum Problem des Kunden passen.

Unsere Erfahrung in der Spezialaktorentwicklung hilft hier, dem Kunden alternativ auch zügig Lösungen aufzuzeigen, die sie unabhängig von uns am Markt beziehen können.

MetisMotion, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir gehen davon aus die MetisMotion in den kommenden Jahren als führenden Anbieter kompakter, elektrischer Kraftaktoren etablieren zu können. Mit unseren Partnern werden wir verschiedene Industrien bedienen und der erste Ansprechpartner für Produktdesigner und -entwickler sein, die innerhalb der aktuellen Limits der Aktorik keine Lösungen für ihr Problem finden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Kennt eure Stärken! Ihr solltet wissen worin ihr gut seid, und euch darauf konzentrieren. Für alles weitere organisiert euch Hilfe.
Seid offen! Sprecht über euren Plan und eure Ideen. Alle Anmerkungen die Ihr bekommt, helfen euch besser zu werden. Wie wollt Ihr etwas verkaufen, wenn ihr nicht darüber sprecht?
Macht es! Der Unterschied zwischen einem Gründer und einem, der gerne gründen würde und viel darüber spricht, ist – der Gründer macht es.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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