Mittwoch, Dezember 8, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Messing Weine: Vegane Weine aus nachhaltigem Anbau

Stellen Sie sich und das Startup Messing Weine doch kurz unseren Lesern vor!

Raphael:“ Wir – das sind Felix und ich – sind Freunde seit Kindheitstagen und Weinliebhaber aus Bielefeld. 

Unter der Marke Messing Weine kreieren wir zusammen mit unseren Winzern ökologische und vegane Weine mit einer individuellen Stilistik. Begonnen mit der Entwicklung haben wir bereits vor zwei Jahren und haben mit einem Weingut von der Mosel verschiedene Weinkreationen ausprobiert. Zunächst waren dies alles Cuvées, bis wir uns dazu entschlossen haben, auch rebsortenreine Weine zu entwickeln. Aus einem Hobby wurde schnell etwas Größeres, denn wir erkannten, dass wir eine Schnittstelle gefunden hatten. Kleinere, familiengeführte Weingüter haben heutzutage oftmals nicht mehr die Möglichkeit, sich um alle Bereiche ihres Unternehmens mit der erforderlichen Priorität zu kümmern. Insbesondere in den Bereichen Marketing und Vertrieb fehlt es an Zeit und Know-How. Diese Lücke möchten wir mit Messing schließen und zusammen mit unserer Community aus verschiedenen Winzern eigene Weine entwickeln, welche unseren drei Kriterien gerecht werden: Die Herstellung ökologischer und veganer Weine in Kooperation mit familiengeführten Weingütern aus Deutschland.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Felix:“ Dazu haben sicherlich zwei Gründe geführt. Zum einen war der Wunsch der Selbstverwirklichung groß und zum anderen haben wir ein Problem erkannt, welches uns einen guten Einstieg in die Selbstständigkeit ermöglicht hat. Dabei spreche ich von der bereits genannten Tatsache, dass viele familiengeführte Weingüter nicht mehr den heutigen Kundenansprüchen gerecht werden können. Die Kommunikation muss heute viel umfangreicher, viel schnelllebiger und viel tiefer sein.

Ein Wein darf nicht mehr nur als Produkt vermarktet werden, vielmehr geht es um Werte und die Story hinter dem Produkt. Als Weinliebhaber und kulinarisch versierte Jungs wollten wir schon lange in der Branche selbstständig werden, in der wir beide seit mehreren Jahren tätig sind. So haben wir Anfang des Jahres die Chance genutzt und Messing gegründet. Die Vorarbeit betrug allerdings schon fast zwei Jahre, da wir uns nicht nur um den Vertrieb und das Marketing der Weine kümmern, sondern auch Teil des Herstellungsprozesses sind. Wir möchten unsere Weine selber gestalten und unsere Winzer helfen uns mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung dabei, dass unsere Vorstellung entsprechend umgesetzt wird.“

Welche Vision steckt hinter Messing Weine?

Raphael:“ Stellen wir uns doch einmal vor, dass sich in ganz Deutschland jede*r Weinkonsument*in zwischen 20 bis 40 Jahren für biologisch oder biodynamisch produzierten Wein aus Deutschland entscheiden würde, dann würde dies 280 Millionen Flaschen bedeuten, welche ohne Zusatz von Chemikalien hergestellt würden. Unsere Vision ist es, 1% davon umzusetzen! 

Die Aufgabe von Messing besteht darin, in einer Gemeinschaft mit nachhaltig arbeitenden Winzern, kreative Weine zu entwickeln, welche im Einklang mit der Natur stehen und damit den Wünschen einer umdenkenden Generation gerecht werden. Messing steht für kreatives, nachhaltiges und qualitatives Winzerhandwerk aus Deutschland.“

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Felix: „Wir haben uns mit 100% Eigenkapital aus Ersparnissen finanziert und das war sicherlich eine große Herausforderung. Die Bedingung mit unserem ersten Winzer war nämlich, dass wir gerne zusammen tüfteln dürfen, aber sobald das Ergebnis stand mussten wir die Fässer komplett abkaufen, da es sich ja um einen für uns eigenen Wein handelt. Für die ersten 2.000 Flaschen inklusive der Ausstattung und Logistik waren schnell Kosten in fünfstelliger Höhe fällig. Und das waren eben nur die variablen Stückkosten. Aber mit viel Mut haben wir das Sparschwein geplündert und sind dann einfach mal gestartet. Eine weitere große Herausforderung ist sicherlich die aktuelle Zeit der Gründung. Wir hatten vergangenes Jahr bereits erste Kunden aus der Gastronomie von unserem Projekt begeistern und für uns gewinnen können. Diese geplanten Absätze verschieben sich nun oder fallen teilweise komplett weg. Aber wir haben dafür andere Möglichkeiten gefunden, wie wir unsere Weine an den Gaumen bekommen.“

Wer ist die Zielgruppe von Messing Weine?

Raphael:“ Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Generationsthema und insbesondere unsere Generation – die Generation Y – ist mit dem Thema extrem konfrontiert. Umdenken ist nicht nur ein politisches, sondern mittlerweile auch ein gesellschaftlich wichtiges Thema geworden. Um ganz ehrlich sein, mussten auch wir erst einmal lernen und verstehen, was den Unterschied ausmacht. Ein tieferer Einblick in die Weinwirtschaft, führte zu dem Entschluss, dass wir uns ausschließlich auf ökologisch-zertifizierten Weinbau beschränken möchten.“

Felix: „Wir waren baff, wie offensichtlich sich das äußere Erscheinungsbild der Weinreben auf einer konventionell bewirtschafteten Parzelle von einer biodynamisch bewirtschafteten Parzelle unterscheidet. Wir wollten keine Abstriche in Sachen Qualität machen und haben deshalb auf biodynamischen Anbau gesetzt. Und wir haben uns für eine vegane Herstellungsform entschieden, da wir außer dem etwas günstigeren Preis, keinerlei Vorteile bei der Klärung mithilfe von tierischen Eiweißen erkennen konnten.“

Wir sehen unsere Weine in der Gesamtheit als ein sehr durchdachtes, nachhaltiges und natürliches Erzeugnis. Vielmehr sogar als „Mission Statement“ einer gesamten Generation, in Form eines leckeren Genussmittels. Denn neben dem Faktor Nachhaltigkeit ist uns ganz besonders wichtig, dass wir unseren Weinen auch Kreativität und Individualität verleihen.

Wie funktioniert Messing Weine? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Felix:“ Mit Messing Weine bekleiden wir eine Nische. Wir sind weder selbst der Winzer oder das Weingut, noch sind wir ein Private-Label-Unternehmen. Unsere Mission ist es, on der Herstellung bis zur Kommunikation und dem Verkauf des Weins einen transparenten Prozess zu gewährleisten. Das gelingt nur, wenn wir Teil des Prozesses sind und in jeglicher Hinsicht Entscheidungen treffen können. Die Weine werden nicht auf Knopfdruck produziert, denn unsere Zusammenarbeit äußert sich in der permanenten Abstimmung und gemeinsamen Entwicklung von Weinen. Dabei teilen das Weingut und wir die selben Werte und verfolgen gemeinsame Ziele, was uns von vielen Marktbegleitern differenziert.“

Messing Weine, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Raphael:“ Zu den strategischen Zielen gehört sicherlich unsere Community von nachhaltig arbeitenden Winzern weiter auszubauen. Je nach den regionalen Gegebenheiten und dem Schwerpunkt des jeweiligen Weinguts lassen sich gewisse Wein-Projekte angehen. So suchen wir beispielsweise noch nach einem perfekten Partner für einen Rotwein. Eine konkrete Vorstellung der Traube und der Region existiert auch schon, nur der geeignete Partner fehlt noch. Darüber hinaus möchten wir, dass das Projekt alle laufenden Kosten selbständig tragen kann. Aktuell verzichten wir auf die Auszahlung eines Gehalts und reinvestieren die erwirtschafteten Gewinne kontinuierlich in das Wachstum unseres kleinen Unternehmens.“

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Raphael:“ Ein Projekt erträumen. Dieses Projekt realistisch einschätzen. Realisieren. 

Das hört sich leicht an, allerdings ist die Schwelle zwischen Erträumen und realistisch einschätzen die größte Herausforderung. Viele Ideen verlaufen im Sande, da die Konzentration und Motivation zur realistischen Planung fehlt.“

Wir bedanken uns bei Felix Broeker und Raphael Schmidt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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