Offener Umgang und Ehrlichkeit sind sehr wichtig!

Meshcloud: Cloud Plattform für Unternehmen basierend auf den Open-Source-Cloud-Technologien OpenStack und Cloud Foundry

Stellen Sie sich und das Startup Meshcloud doch kurz unseren Lesern vor!
Meshcloud ist eine europäische Cloud-Plattform für Unternehmen. Sie bietet klassische Cloud-Infrastruktur-Services wie Compute, Storage und Network-Ressourcen und eine Container-Laufzeitumgebung mit Plattform-Services, wie Postgre SQL oder Elasticsearch; all dies basierend auf den Open-Source-Cloud-Technologien OpenStack und Cloud Foundry.

Damit bieten wir eine Alternative zu großen amerikanischen Cloud-Anbietern und schützen unsere Kunden vor dem sogenannten “Cloud Jail”. Dies droht durch die Abhängigkeit von proprietären Cloud-Technologien, die einen späteren Anbieterwechsel sehr kostspielig & zeitaufwändig machen.
Um die benötigte Ressourcenkapazität für ein großflächiges Public-Cloud-Angebot zu stemmen, kooperieren wir mit lokalen Rechenzentren. Die Rechenzentren erhalten eine zuverlässige Cloud-Lösung ohne in neues Know-how investieren zu müssen und wir als Meshcloud haben Hardware-Ressourcen an zahlreichen Standorten, die wir unseren Kunden anbieten können – eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Neben der Public Cloud bieten wir den gleichen Cloud Stack auch für private Cloud-Umgebungen von Unternehmen an und ermöglichen damit auch Hybrid-Cloud-Umgebungen auf gleicher Technologiebasis.

Wie ist die Idee zu Meshcloud entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
In die aktuelle Meshcloud-Idee sind mehrere Erfahrungen und Gründungskonzepte eingeflossen. Aus Forschungsprojekten an der TU Darmstadt, die sich im Rahmen der Dissertation von Jörg (Co-Founder) und der Abschlussarbeit von Johannes (Co-Founder) mit dem Thema Cloud Brokerage beschäftigt haben, aber auch aus der Projekterfahrung unseres Kooperationspartners, der evoila GmbH, die Cloud-Infrastrukturen für Kunden in ganz Europa konzipiert, automatisiert und betreibt. Kennengelernt und angefreundet haben wir uns alle während unserer Zeit an der TU Darmstadt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben das Glück, EXIST-Gründungsprojekt zu sein. Das vom BMWi geförderte Programm finanziert Gründungsteams über ein Jahr und ermöglicht es somit eine Gründungsidee auszuarbeiten und an den Markt zu bringen. Seit Dezember sind wir nun dabei. Trotz einiger Bürokratie, ermöglicht das Stipendium einen leichten Start.

Wer ist die Zielgruppe von Meshcloud?
Meshcloud richtet sich an Unternehmen. Im Zuge der Digitalisierung entstehen in vielen Unternehmen Bedarfe für Compute-Ressourcen, da immer mehr neue und schnell skalierende Anwendungen, z. B. im Rahmen von IoT, entwickelt werden. Typische Nutzer sind beispielsweise SaaS-Anbieter. Anwendungen, die sie als Cloud-Lösung anbieten möchten, müssen sie irgendwo hosten. Gerade zu Beginn eines solchen Angebots kann der Kapazitätsbedarf stark variieren, da bietet es sich an Cloud-Ressourcen zu nutzen, die bedarfsgerecht abgerechnet werden. Je nach Sensibilität der Daten, ist ein deutscher Standort sogar Voraussetzung für das Angebot. Weiterhin sind Open Stack-Nutzer eine attraktive Kundengruppe, da sie mit der Technologie vertraut sind und die Vorteile der Lösung direkt ausschöpfen können. Das Private-Cloud-Angebot von Meshcloud richtet sich an größere Unternehmen, die bereits ein eigenes Rechenzentrum oder sogar mehrere haben und diese technologisch aufrüsten möchten.

Wie funktioniert Meshcloud?
Ganz einfach! Die Meshcloud-Plattform ist über das Web erreichbar . Hier registriert man sich und hat dann die Wahl zwischen verschiedenen Standorten an denen jeweils alle Cloud-Services verfügbar sind. Dies können virtuelle Maschinen in verschiedenen Flavors oder aber eine Container-Laufzeitumgebung mit angebundenen Plattform-Services, wie Datenbanken oder Message Queues, sein. Die Ressourcen können direkt bezogen werden und auch die Abrechnung erfolgt für alle Standorte und Services konsolidiert über das User Interface. Unser Ziel ist es die Cloud-Nutzung so einfach und unkompliziert wie möglich zu machen und dabei eine umfangreiche und flexible Lösung zu bieten.

Welche Vorteile bietet Meshcloud?
An erster Stelle stehen sicherlich die allgemeinen Vorteile von Cloud-Plattformen: Self-Service-Portale, Automatisierungspotenziale, Pay-as-you-go-Abrechnung, DevOps. Darüber hinaus möchten wir jedoch gezielt auf den europäischen Markt eingehen. Schaut man sich diesen an, sieht man schnell, dass Sicherheits- und Datenschutzbedenken sowie der Vendor-Lock-in zu amerikanischen Anbietern mit ihren proprietären Technologien für viele Unternehmen eine Hürde auf dem Weg in die Cloud darstellen. Genau dort setzt Meshcloud an. Wir wollen eine wahre Alternative bieten, der man vertrauen kann. Dazu bedarf es zunächst der Transparenz. Unsere Kunden wissen, in welchen Rechenzentren ihre Daten liegen. Sie können sich für einen Standort in ihrer Nähe entscheiden, können persönlichen Kontakt dahin aufbauen, ihn sich anschauen und weitere Services des jeweiligen Rechenzentrums in Anspruch nehmen. Hinzu kommt, dass wir als deutsches Unternehmen dem europäischen Datenschutz unterliegen, was uns zugute kommt, besonders bei Betrachtung der diesbezüglichen Entwicklung der USA.

Um Ausfallrisiken zu minimieren und Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern zu wahren heißen die aktuellen Trends im Cloud-Markt Multi-Cloud und Hybrid-Cloud. Genau dies ermöglichen wir ohne den normalerweise damit verbundenen zusätzlichen administrativen Aufwand. Durch die Kooperation mit verschiedenen Rechenzentren erschaffen wir eine dezentrale Multi-Cloud, die über einen einzigen Zugang administriert werden kann. Im Hybrid-Cloud-Szenario profitieren Unternehmen davon, dass sie “private” und “public” eine einheitliche Technologiebasis nutzen, die einen nahtlosen Übergang zwischen den Umgebungen ermöglicht, eine “Seamless Hybrid Cloud”. Hinzu kommen die Vorteile der Nutzung von Open-Source-Technologien. Mit OpenStack und Cloud Foundry setzen wir auf zwei Technologien, die von einer starken Community getragen werden, darunter sind auch große Konzerne, die die Entwicklung schnell und zielgerichtet vorantreiben.

Meshcloud, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In 5 Jahren? Hoffentlich überall! Wir möchten neben den “Großen” als Public Cloud Provider wahrgenommen werden. AWS, Azure, Meshcloud, Google Cloud vielleicht noch. Zur Zeit arbeiten wir mit Rechenzentren in Deutschland zusammen. Wir streben jedoch ein dichtes Standortnetz in ganz Europa an. Wenn wir in 5 Jahren mit Rechenzentren an 50 Standorten kooperieren, wäre das toll.

Insgesamt erhoffen wir uns, dass das Konzept der “Seamless Hybrid Cloud” sich in Unternehmen etabliert und Meshcloud auch kleinen und mittelständischen Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation, durch offene Technologien und Transparenz, Vertrauen und Investitionssicherheit bietet und somit ihren Weg in die Cloud ebnet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Team, Team, Team!
Man sollte sich persönlich und professionell gut verstehen und in den Kompetenzen ergänzen. Offener Umgang und Ehrlichkeit sind dabei sehr wichtig oder auch ein Ausflug in die Berge.

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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