Willst du schnell sein, geh alleine – willst du weit gehen, geh als Gruppe

Mesaic: Unternehmen helfen, ihre Prozesse zu digitalisieren und mit besserer Kommunikation zu überzeugen

Stellen Sie sich und das Startup Mesaic doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Sebastian Kellner, einer der Gründer und Geschäftsführer von Mesaic. Mit Mesaic schaffen wir die bestmögliche Unternehmens- Kunde -Interaktion im Bereich Service und Commerce durch den Einsatz von Messaging. Jeder kennt es: Wir schreiben bei WhatsApp mit der Familie oder über Facebook Messenger mit Freunden, vor allem weil es schnell geht und intuitiv ist. Dieses Paradigma haben wir auf die Beziehung von Kunde und Dienstleister/Unternehmen übertragen.

Der Kunde profitiert also von einfacher, für ihn sehr gewohnter Kommunikation, während Dienstleister im Messenger Unterstützung durch weitgehende Automatisierung erfahren. Das heißt konkret, dass Statusupdates, Anfragen an den Kunden und Rechnungsstellung mit Mesaic automatisiert stattfinden. Messaging ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität, um die gesamte Interaktion zu strukturieren und Informationen kontextbezogen zu synchronisieren. Effizienz bleibt also hoch, während die Erfahrung für den Kunden verbessert wird.

Wie ist die Idee zu Mesaic entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Mit Mesaic setzen mein Mitgründer Niko Uphoff und ich unsere, vor 7 Jahren entstandene, Idee um. Damals musste ich mein Fahrrad reparieren lassen und das Ganze war ziemlich nervig. Ich musste lange warten, habe mehr gezahlt als vorher gedacht und die Kommunikation war holprig. Da haben wir uns gefragt, warum Serviceerbringung nicht auch einfach und transparent geht – egal, ob bei der Fahrradreparatur, einer Paketzustellung oder wenn man sein Auto reparieren lässt. Angefangen und gelernt haben wir dann im Fahrradbereich mit der Plattform Veloyo. Die Technologie dahinter stellen wir inzwischen mit Mesaic auch anderen Unternehmen zur Verfügung.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Während und nach meinem Studium hatte ich die Möglichkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Copenhagen Business School das Silicon Valley und ein paar Startups kennen zu lernen. Eines davon war damals ein junges Elektroauto-Startup, das heute fast jeder kennt: Tesla. Die Begeisterung, etwas Neues aufzubauen und mit Technologie einen gewissen Einfluss auf unsere Welt zu nehmen, hat mich wirklich beeindruckt.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Durch unseren frühen Start waren mein Mitgründer Niko und ich sehr flexibel und sind schlank gestartet. Nach einiger Zeit des Ausprobierens, in der es noch ein Nebenjob war, haben wir damals eine Förderung erhalten. Später kamen dann unsere ersten externen Geldgeber dazu. Die größten Herausforderungen waren meist sehr viele gleichzeitig. Wenn man von allen Ressourcen zu wenig hat, dann muss man extrem stark priorisieren. Wir haben uns mit Mesaic Großes auf den Plan geschrieben. Das bedeutete, dass wir einen langen Weg zurück legen mussten, um erst einmal ein marktfähiges Produkt mit gewissen Mindestanforderungen zu definieren und zu entwickeln.

Bei dem Marathon, den wir uns vorgenommen haben, darf man sich nicht von Fehlern aus der Bahn werfen lassen. Außerdem war es in Deutschland noch ungewöhnlich ein Technologie-Projekt wie unseres, mit einem großen „up front“ Investment zu finanzieren. Besonders dann nicht, wenn man in einem neuen Bereich erstmal lernen muss, was wirklich relevant für die Kundeninteraktion und den skalierbaren Betrieb einer solchen Lösung ist. Wir mussten die nötigen Erfahrungen machen.

Wer ist die Zielgruppe von Mesaic?
Große und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Service und Commerce. Grundsätzlich ist die Technologie durch einen modularen Aufbau auf viele verschiedene Industrien als Bindeglied für die involvierten Parteien anwendbar: Von Automobil über Maschinenbau, technischen Kundenservice und Telekommunikation bis hin zum klassischen E-Commerce und Delivery-Konzepten.

Wie funktioniert Mesaic?
Mit unserer Technologie können wir die gesamte Customer Journey abbilden. Ein Endkunde bucht online ein Produkt oder eine Dienstleistung. In unserem integrierten Messenger wird er mit dem passenden Dienstleister verbunden. Hier werden alle relevanten Informationen ausgetauscht, bspw. in Echtzeit der Fortschritt der Bestellung oder hilfreiche Fotos.
Grundsätzlich schaffen wir eine überdurchschnittliche Erfahrung für den Kunden und halten gleichzeitig die Effizienz für den Dienstleister hoch. Außerdem profitiert das Unternehmen hinter dem Dienstleister von Unterstützung durch Zuordnungsalgorithmen, dynamische Produktkataloge und erhält Analysen im persönlichen Dashboard. Alle Informationen einer Transaktion bleiben transparent und verfügbar.

Welche Vorteile bietet Mesaic?
Unsere Technologie schafft Service, der in der heutigen digitalen Welt überzeugt und gleichzeitig für alle künftigen technologischen Entwicklungen bereit ist.

Unternehmen können mit unserer Technologie bestehende oder neue Geschäftsprozesse abbilden. Mit dem SDK kann unsere Plattform auch als einzelner Baustein in andere Lösungen integriert werden. Oder via API ein ganzes Service-Ökosystem schaffen. Ob das Ganze dann über unseren internen oder externe Messenger oder in naher Zukunft auch über Voice Assistants ausgespielt wird, ist dann irrelevant.

Mesaic, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
5 Jahre sind eine lange Zeit, wenn es um Technologie geht. Wir sind uns sicher, die grundlegenden Verhaltensmuster von Kunden in einer Mobile und digital getriebenen Welt erkannt zu haben.
In der nächsten Zeit wollen wir vor allem Kunden gewinnen. Wir wollen Unternehmen helfen, ihre Prozesse zu digitalisieren und mit besserer Kommunikation zu überzeugen. Zusätzlich werden wir die Plattform natürlich technologisch stark weiterentwickeln und für Agenturen und Beratungen öffnen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Wenn man wirklich davon überzeugt ist Gründen zu wollen, dann sollte man sich über den Horizont des Handels bewusst sein. Will ich etwas Kleines machen, um die Erfahrungen zu sammeln oder etwas Großes aufbauen. Bei Letzterem wird das eigene Leben stark beeinflusst. Es wird einen mindestens 5-7 Jahre, wenn nicht länger, begleiten.

It’s the Team – etwas abgegriffen aber sehr wahr: Willst du schnell sein, geh alleine – willst du weit gehen, geh als Gruppe.
Und, unabhängig davon, ob nun alleine oder als Gruppe: Es wird immer harte Arbeit und sehr oft länger dauern als initial geplant.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sebastian Kellner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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