Am wichtigsten ist immer, an sich und seine Idee zu glauben!

MEP Werke: Vermietung von Solaranlagen an Privathaushalte

Stellen Sie sich und das Unternehmen MEP Werke doch kurz unseren Lesern vor!
Ich komme ursprünglich aus dem Versicherungsvertrieb und habe 2004 meine eigene Unternehmensgruppe aufgebaut, die Strasser Unternehmensgruppe. Wir haben angefangen mit großen Solarparks in ganz Europa und sind heute deutschlandweiter Marktführer in der Vermietung von Solaranlagen an Privathaushalte. Als Convenience-Unternehmen ist es unser Ziel, unseren Kunden komplexe Energieprodukte als einfache, bezahlbare und unkomplizierte Services anzubieten. Neben der Unternehmensgruppe sind meine Frau und meine vier Kinder das Wichtigste in meinem Leben. Mit meiner Frau habe ich außerdem eine Stiftung gegründet, die Strasser Foundation. Mit ihr möchten wir Kinder und arme Menschen weltweit unterstützen.

Wie ist die Idee zu MEP Werke entstanden?
Nachdem wir mit unseren Solarparks in Europa sehr erfolgreich waren, benötigten wir aufgrund politischer Veränderungen (die Einspeisevergütung für Solarstrom in Spanien wurde rückgängig gemacht) ein neues Geschäftsmodell. Unser Ziel dabei war, Strom direkt dort zu produzieren, wo er auch verbraucht wird, also beim Endkunden. Dabei sollte jeder die Möglichkeit haben, von den Vorteilen der Energiewende zu profitieren, unabhängig von seiner finanziellen Situation. So entstand die Idee zu unserem Mietmodell für Solaranlagen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Ich war noch nie der klassische Angestellte. Als Jugendlicher habe ich eine Ausbildung zum Augenoptiker begonnen. Damals hatte ich noch kein richtiges Ziel, aber habe den Drang verspürt, erfolgreich zu werden und etwas in der Welt zu bewegen. Die Augenoptiker-Lehre war dafür nicht das richtige für mich, also bin ich in den Versicherungsvertrieb. Schon da habe ich mich relativ schnell selbstständig gemacht, war dann deutschlandweit für den gesamten Vertrieb verantwortlich. Dass ich dann meine eigene Unternehmensgruppe gegründet habe, hat sich dann einfach ergeben und war irgendwie eine logische Konsequenz.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben mit den MEP Werken ein völlig neues Geschäftsmodell auf dem Markt eingeführt. Davon muss man erst einmal eine Menge Leute überzeugen. Nicht nur den Kunden, sondern vor allem erst einmal die eigenen Mitarbeiter, Partner, Investoren… Am Anfang haben mit alle erzählt, was alles nicht geht. Meine Aufgabe war es daher, die Leute zu überzeugen, zu motivieren und immer fest an meine Idee zu glauben. Die Finanzierung war dann tatsächlich die zweite große Herausforderung. Wir haben ein Geschäftsmodell, das auf 20 Jahre angelegt ist. Normale Finanzierungen gehen aber meist nur über drei, vier oder fünf Jahre. Wir mussten also für ein noch nicht etabliertes Geschäftsmodell eine langfristige Finanzierung finden. Das war sehr viel Arbeit, aber wir haben es geschafft.

Wer ist die Zielgruppe von MEP Werke?
Unser Solaranlagen-Mietmodell richtet sich an Hauseigentümer in Deutschland.

Welche Leistungen bieten Sie an?
Alles, was man braucht um seinen eigenen grünen Strom zu erzeugen: individuelle Beratung und Wirtschaftlichkeitsanalysen, Montage, Wartung, Service und sogar eine All-Risk Versicherung über die gesamte 20-jährige Mietzeit. Der Kunde muss sich also um nichts kümmern. Im nächsten Schritt möchten wir unser Mietmodell um weitere Produkte und Dienstleistungen erweitern, mit denen nicht nur grüner Strom erzeugt, sondern dieser auch möglichst intelligent, effizient und im eigenen Haus genutzt werden kann. Bereits eingeführt haben wir einen Smart Meter mit Webportal und App sowie den Reststromvertrag MEP GrünStrom.

Wie funktioniert das Mieten der Solaranlagen?
Ganz einfach. Der Kunde zahlt uns einen monatlichen Betrag ab 49 Euro und erhält dafür ein Rundum-Sorglos Paket über 20 Jahre. Den produzierten Strom nutzt der Kunde selbst und speist übrige Energie gegen eine Einspeisevergütung ins Netz ein. Benötigt er zusätzlichen Strom bezieht er diesen wie gehabt über seinen Energieversorger oder über unseren speziell für Solaranlagenbetreiber entwickelten Reststromvertrag MEP GrünStrom.

Wo sehen Sie die Zukunft der Solaranlagen?
Solaranlagen wird es bald in jedem Haushalt geben. Schließlich macht es am meisten Sinn, Energie direkt dort zu erzeugen, wo sie auch benötigt wird. Durch Smart Home- und Speicher-Lösungen wird die Nutzung des produzierten Stroms immer intelligenter und effizienter, sodass die Energieerzeugung bald im perfekten Einklang mit der Energienutzung laufen wird.

Wie ist das Feedback?
Extrem gut. Wir haben unser Mietmodell 2013 als Pilotphase eingeführt. 2015 hatten wir den großen Rollout. Seitdem ist das Kundeninteresse sehr stark gestiegen. Wir haben schon über 5.000 Mietkunden und verbauen mittlerweile knapp 2 Megawatt pro Monat (bei Anlagengrößen zwischen 2 und 10 Kilowatt Peak). Die Miete konnte sich fest im Markt als attraktive Alternative zum Kauf etablieren. Viele kleinere Anbieter haben inzwischen ähnliche Modelle auf den Markt gebracht. Sogar mit Stadtwerken arbeiten wir heute zusammen und vermieten Solaranlagen an deren Kunden.

MEP Werke, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir werden schon in sehr naher Zukunft unser bestehendes Mietmodell, um neue Dienstleistungen im Bereich Speicher, Mobilität und Smart Home erweitern. Auch hier ist wieder die Grundidee komplexe und teure Produkte als einfache und günstige Services anzubieten. Dann haben wir für die nächsten Jahre natürlich ein weiterhin sehr starkes Wachstum geplant, eventuell auch eine internationale Expansion.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Am wichtigsten ist immer, an sich und seine Idee zu glauben. Kritiker wird es immer geben, insbesondere dann, wenn man etwas Neues, etwas Innovatives vorhat. Da wird es immer von irgendwo her heißen „das geht nicht“. Ebenfalls darf man sich nie durch Rückschläge demotivieren lassen. Im Gegenteil. Rückschläge sind für mich immer etwas Positives. Sie bieten mir die Chance etwas beim nächsten Mal besser zu machen. Und zu guter Letzt sollte man sich nie zu sehr durch andere leiten lassen. Natürlich kann man sich irgendwo Inspiration und Anregungen suchen. Am Ende muss man aber trotzdem seinen eigenen Weg finden und diesen dann auch mit Überzeugung gehen.

Bildquelle:Sebastian Stiphout

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Wir bedanken uns bei Alexander Katzer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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