Freitag, September 17, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Mentessa Remote Plattform für gezielten Wissensaustausch in agilen Organisationen und Communities

Stellen Sie sich und das Startup Mentessa doch kurz unseren Lesern vor!

Mentessa ist eine innovative Community Plattform für die neue Arbeitswelt, die gezielten Wissensaustausch in agilen Organisationen und professionellen Netzwerken ermöglicht. Nutzer können hier schnell und einfach, auf Basis von Skills, geeignete Matches für 1:1 Gespräche, Mentorings oder zielgerichteten Networking finden und so deren Wissen erweitern, sich neue Fähigkeiten aneignen und interdisziplinäre Projekte starten. Eine intelligente KI begleitet sie dabei selbst als “Mentor bei der Arbeit”.

Ein tolles Beiprodukt dabei ist, dass Austausch, Vernetzung, geteilte Erfahrung das Wir-Gefühl und so die Bindung der Teilnehmer zur Organisation steigern. Zudem werden durch die Operationalisierung von Skills ganz neue Arbeitsmodelle denkbar, wie z.B. Holacracy. Auf jeden Fall, können Organisationen mit Mentessa eine moderne Unternehmenskultur der Vielfalt und Zusammenarbeit, New Work, sowie die emotionale Bindung von Mitarbeitern fördern.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich bin selbst sehr interdisziplinär aufgestellt, als Medieninformatikerin mit Nebenfach Journalismus, dazu noch mit einem MBA. So war es für mich immer schwierig die künstlich aufgebauten Abteilung-Silos zwischen Tech und Marketing, oder Business und HR zu verstehen.

Als Frau in Tech, Frau in der Forschung, Migrantin, oder als junge Mutter mit 26, war ich im beruflichen Umfeld dazu noch oft verhindert, die richtigen Kontakte im Unternehmen zu finden. Zum Teil lag das an mir, da ich als frisch gekürter “High Potential”, noch kein Netzwerk hatte und die Unternehmenskultur nicht verstand. Zum Teil aber gelten bis heute im Büro viele unsichtbare Barrieren, Unconscious Bias und Diskriminierung, wenn es darauf ankommt, Wissen zu teilen. Zwar versucht man immer wieder dagegen mit Mentoring Programmen, Diversity Initiativen und Speeddatings gegenzuwirken, aber wirklich alltagstauglich sind diese nicht. 

Dazu ist mir aufgefallen, dass ich in einem Großkonzern wie Siemens oder Microsoft Tausende von smarte Kolleginnen hatte, aber jeder von uns Herausforderungen für sich gelöst hat. Das fand ich immer schade, nicht nur weil es weniger Spaß macht, sondern weil so viel Innovationspotenzial verloren geht. 

Als ich in meinem letzten Job selbst ein Matching-Format aufsetzen musste, wurde mir klar, dass die globale Workforce wenig von Top-Down-Programmen profitiert, sondern viel mehr eine “Tinder für Skills” braucht, die flexibel und selbständig den richtigen Experten zum richtigen Zeitpunkt ausfindig macht. Die Idee von einer neuen Arbeitswelt, in der das möglich ist, hat mich begeistert und ich habe losgelegt.

Was war bei der Gründung von Mentessa die größte Herausforderung?

Mentessa`s Mission ist es, die Grenzen für Know-how-Austausch und Wachstum bei der Arbeit aufzuheben. Anders als ein Tool, das bestehende Prozesse einfach ins Digitale übersetzt, unterstützt unsere Plattform eine vollkommen neue Art der Arbeitskultur. Gründungen sind an sich oft durch frustrierende Phasen geprägt, aber durch Technologie einen Mindshift zu erzielen, ist eine echte Herausforderung. Wenn Menschen in unserer Kultur etwas nicht verstehen, reagieren sie oft mit Spott, Ablehnung oder Angst. Solche Gespräche sind für mich persönlich schmerzhaft, weil ich Menschen gerne anders sehen würde – neugierig, verantwortungsvoll und selbstbewusst. Wissen vermehrt sich ja, wenn man es teilt.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Auf jeden Fall! Ich hatte beim Start von Mentessa weder ein Team, noch eine genaue Vorstellung vom Produkt, geschweige denn Kapital. Aber ich wusste, dass die Möglichkeiten für gezielten Austausch in der Arbeitswelt für 99% der Arbeitnehmer fehlen – weil sie zu jung sind, zu alt, zu introvertiert, oder zu anders. Die Vorstellung, wie es wäre, wenn wir öfter und interdisziplinärer, zusammen statt gegeneinander arbeiten würden, hat mich im Prozess geleitet. Dazu noch – war dieser deutlich formulierter Purpose hilfreich bei der Gewinnung zahlreicher Mitstreiter und Mitarbeiter.

Welche Vision steckt hinter Mentessa?

Wir glauben, dass Organisationen gewöhnliche Menschen befähigen können, außergewöhnliche Dinge zu tun. Unser Ziel ist es, Wege für Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit für alle in der Arbeitswelt zu schaffen, denn jeder verdient eine Chance für Lernen und Weiterentwicklung. Dies ist in einer durch wirtschaftliche Kaufkraft dominierten Gesellschaft nicht nur fair, sondern auch zwingend erforderlich für den Erhalt der Demokratie in einer multikulturellen Gesellschaft.

Mentessa setzt für die Zukunft der Arbeit auf die Schwarmintelligenz vieler. Denn keiner kann alles. Aber jeder kann etwas. Community ist where the future works. 

Wer ist die Zielgruppe von Mentessa?

Wir haben drei Hauptsegmente: Mentoring-Programme, Innovations-Communities und Unternehmen mit 500+ Mitarbeitern, die agiler werden wollen. Diesen ist aber einiges gemeinsam. Es handelt sich um zweckgebundene Wissensgemeinschaften, die erst durch den Austausch aktiviert werden. Sie bestehen aus einer Vielfalt an Generationen, Fähigkeiten, Berufserfahrungen und Interessen.  Als große liquide Netzwerke haben sie viele unterschiedliche Stakeholdern, die je nach Motivation sinnvoll engagiert und mit praktischen Funktionen befähigt werden müssen.  Als große liquide Netzwerke haben sie viele unterschiedliche Stakeholdern, die je nach Motivation sinnvoll engagiert und mit praktischen Funktionen befähigt werden müssen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Diese Komplexität stellt hohe Anforderungen an die Benutzerführung und wird von bestehenden Community-Plattformen wie Slack, Discord oder Social Media Gruppen nicht adressiert. Dazu noch sind wir die einzige Plattform mit einer “No Content, No Followers Policy”, die dafür sorgt, dass Mentessa für 100% der Workforce funktioniert.

Wir vergleichen uns ja mit einem “Tinder für Skills” und Tinder wurde angeblich von introvertierten nerds entwickelt, die sich nicht getraut hätten auf andere zuzugehen. Das ist aber genau der psychologische Kontext im Büro, wenn es darauf ankommt um Hilfe zu bitten, eine Frage zu stellen oder mit anderen Abteilungen oder hierarchie übergreifend zusammenzuarbeiten.

Im Home Office fehlt vor allem die Verbindung zu den anderen und der informelle Wissensaustausch. Doch dieser macht 90% unseres Wissens aus. Wir sind der einzige Anbieter, der darauf spezialisiert ist und haben sogar unseren eigenen Begriff dazu geschaffen: “people collaboration” (im Gegensatz zu “process collaboration”). Mentessa ist außerdem äußerst benutzerfreundlich, von jedem Gerät nutzbar und kann vollständig in bestehender Infrastruktur zur Kommunikation, Personalmanagement oder Intranet integriert werden. 

Mentessa, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die globale digitale Arbeitswelt ist volatil, unsicher, komplex und ambivalent geworden – VUKA. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und globale Herausforderungen wie die Klimakrise oder die Corona-Pandemie zu bewältigen, müssen Unternehmen sich auf neue Organisationsformen umstellen. Die agiler sind, interdisziplinäre Teamarbeit ermöglichen und Menschen zu dezentraler Zusammenarbeit befähigen. Wir wollen die führende Plattform für agile Organisationen weltweit werden und Menschen in oder zwischen Organisationen für Wissensaustausch zusammenbringen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Das fällt mir persönlich immer schwer, denn Mentessa ist nicht meine erste Gründung. Ich habe selbst erst lernen müssen, mit Tipps und Ratschlägen aus Distanz umzugehen.

Auf die Erfahrung von 12 Jahren Deutsche Startups rückblickend, denke ich, dass der wichtigste aller Tipps ist. Höre Deiner inneren Stimmen zu! Man kann es Purpose nennen, Berufung, Intuition oder einfach Sturheit. Auf jeden Fall braucht man Beharrlichkeit und Überzeugung, wenn man die Welt besser machen will. Als Gründer, Elternteil oder als Mitbürger. 

Beim 2. Tipp werde ich mich auf eine bekannte Redewendung berufen. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Ich kenne unzählige smarte, begeisterte Menschen, deren Visionen in der Tat einen Unterschied gemacht hätten. Enttäuschenderweise kommen die wenigsten davon in Aktion. Macht Euer Ding. Legt los! Die Zukunft braucht Eure Taten! Gedanken alleine reichen nicht aus.

Zu guter letzt – ein Frauentipp! Seid nett. Beantwortet alle E-Mails, trefft Leute auf Augenhöhe, agiert aus Liebe heraus, nicht aus Verachtung. In der Zukunft der Arbeit haben Arroganz und Eitelkeit nichts verloren – zu groß sind die Aufgaben, zu komplex die Welt. Um erfolgreich zu sein, braucht ihr eine Community. Und diese kriegt man nur mit danke, bitte und einem Follow Up.

Wir bedanken uns bei Tina Ruseva für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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