Sonntag, Juli 3, 2022

So gelingt “Mental Empowerment” am Arbeitsplatz 

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Psychische Belastungen, die zum einen im Arbeitsumfeld auftreten, aber auch Folge von globalen Krisen wie dem Klimawandel, Pandemien oder Krieg sein können, werden für Arbeitnehmer:innen in Deutschland ein größer werdendes Thema. Laut dem aktuellen “Psychoreport” der DAK-Gesundheit bedeuten diese sich verändernden Umstände, dass die eigenen Angestellten immer häufiger aufgrund psychischer Erkrankungen ausfallen.

Allein in den vergangenen 10 Jahren stieg die Anzahl der Krankheitstage durch solche Ausfälle um über 40 Prozent. Unternehmen stehen nun besonders in der Pflicht, die mentale Gesundheit ihrer Angestellten zu schützen und entsprechende Strukturen zu schaffen. Doch wie gelingt ein resilienter Umgang mit allgegenwärtigen Krisen und alltäglichem Stress? Durch Mental Empowerment: Was Unternehmen dazu beachten müssen und wie das Konzept zusammen mit den Angestellten umgesetzt werden kann, lesen Sie im Folgenden: 

Sich der mentalen Verfassung bewusst werden 

Wie bei fast jedem Problem, ist es von essentieller Bedeutung, sich dieses zunächst bewusst zu machen. Nur wer Wissen über herausfordernde Situationen hat, kann diese einordnen und verstehen. Natürlich ist unser Gehirn und Verhalten schon weitgehend erforscht. Oftmals werden solche Studien jedoch nicht sehr ernst genommen, sodass sich die Forschungsergebnisse in der Gesellschaft nur unzureichend etablieren konnte. Allein die Beschäftigung mit sowie  das Verstehen von Emotionen und Gefühlen kann vielen Menschen jedoch  schon helfen, besser mit diesen umzugehen.

Expert:innen können an dieser Stelle das Unternehmen und die Angestellten unterstützen und Diskussionen darüber, was die mentale Gesundheit für jede:n Einzelne:n bedeutet und wie Stressoren oder persönliche Schutzmechanismen aussehen, moderieren. Das Reflektieren des eigenen Verhaltens sowie der Vergleich mit anderen ist ein einfacher Schritt, um das Thema psychischen Stress publik zu machen und so aktives Handeln statt passives Reagieren auf Stresssituationen zu fördern. 

Kontinuierlicher Austausch über das Wohlbefinden

Diese ersten Gespräche sollten aber nur der Anfang der Auseinandersetzung mit dem Thema “Mental Empowerment” sein und einen größeren Prozess anstoßen, um mentale Gesundheit fest in die Unternehmenskultur zu verankern. In kontinuierlichen Check-ins kann jede:r zum Beispiel offen kommunizieren, wie es ihm oder ihr gerade geht bzw. was ihn oder sie besonders auch abseits der Arbeit beschäftigt. Wichtig ist, dass die Teilnehmer:innen-Zahl überschaubar ist.  Am besten nimmt man bereits bestehende Teamstrukturen und plant extra Sitzungen ein, die in keinem anderen Kontext stehen,damit der Austausch über das mentale Wohlergehen im Mittelpunkt steht und andere Störfaktoren ausgeblendet werden. 

Zudem ist eine vertraute Atmosphäre für einen gewinnbringenden Austausch notwendig. Eine moderierenden Person kann dafür sorgen, dass jede:r das Wort ergreifen kann und alle gleichermaßen Wertschätzung zuteil wird. Offene Fragen sowie Unterstützungsangebote untereinander können entstandenen Druck auffangen und das Teamgefühl nachhaltig stärken. 

Genug Pausen fördern

Pausen sind eigentlich im Arbeitskontext selbstverständlich und vom Gesetzgeber nach einer gewissen Zeit vorgeschrieben. Regelmäßige Pausen im Arbeitsalltag können von vielen Arbeitnehmer:innen trotzdem nur unzureichend gemacht werden. Daher muss ein Umfeld für Ihre Mitarbeiter:innen geschaffen werden, dass es ermöglicht mindestens einmal am Tag eine längere Pause einzulegen. Die Form der Pause sollte dabei ruhig vielfältig sein: Sei es ein Mittagessen mit Kolleg:innen, ein Spaziergang oder sogar eine kurze Sporteinheit. Unser Gehirn sollte sich nur mit etwas anderem beschäftigen und neue Reize empfangen. Denn auch für unser Gehirn sind Regenerationsphasen von großer Bedeutung und in unserer Informationsgesellschaft arbeitet das Gehirn zu häufig im Turbo-Modus, ohne dass uns das auffällt.

Physische Gesundheit durch Sport und gesunde Ernährung

Die physische Verfassung steht in enger Wechselwirkung zur eigenen mentalen Gesundheit. Die Förderung und Forderung der Körpers sollte daher zwingend in den Alltag der eigenen Angestellten mit einbezogen werden. Vielleicht findet sich in Ihrem Unternehmen ja eine eigene Jogging-Gruppe zusammen? Sportliche Höchstleistungen sollten aber nicht das Ziel sein. Körper und Geist können zum Beispiel auch durch passende Dehnübungen bei einer Runde Yoga aktiviert werden und so die Ausschüttung von Serotonin oder Endorphin anregen. Diese Hormone sorgen für eine stabile Stimmung und lindern Schmerzen. Zuletzt muss natürlich auch die Ernährung mitgedacht werden. Stellen Sie Ihren Angestellten am besten Obst und andere gesunde Lebensmittel kostenlos zur Verfügung, um die physische Gesundheit Ihrer Belegschaft zu fördern. 

Mentale Gesundheit als langfristiges Unternehmensziel 

Die Förderung der mentalen Gesundheit muss zwingend ein langfristiges Ziel sein und darf von der eigenen Belegschaft nicht als einmalige Health-Offensive verstanden werden. Dazu gehört auch, dass Unternehmen Angestellten Hilfsangebote mit an die Hand geben, falls “Mental Empowerment” nicht mehr wirkt und sich psychische Erkrankungen anbahnen, und einen offenen Umgang mit den Problemen und Stressfaktoren pflegen. Vielleicht helfen an diesem Punkt auch externe Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen oder Coaches, die die Angestellten jederzeit um Rat Fragen können, um mit ihnen geeignete Lösungen für die Probleme zu finden. 

Fazit

Das “Deutschland-Barometer Depression 2021” zeigt, dass sich rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung zunehmend bedrückt fühlt, was unter anderem auf Probleme und Stress am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. Für Arbeitgeber hat das zur Folge, dass Angestellte häufiger und länger aufgrund von psychischen Erkrankungen ausfallen. Eine ganzheitliche Vorsorge – wie das “Mental Empowerment” – kann diese Ausfälle deutlich verringern und Erkrankungen in Einzelfällen sogar vermeiden. Am wichtigsten ist es für Unternehmen, psychische Erkrankungen bzw. umgekehrt das mentale Wohlbefinden zu enttabuisieren und einen Diskurs darüber anzustoßen.  

Autor:

Tim Thonhauser-Röhrich ist CEO und Mitgründer der gemeinnützigen Organisation FightBack. Er bringt Unternehmen, Start-ups, VCs und Regierungsbehörden weltweit zusammen, um die Idee des impact-getriebenen Entrepreneurships zu verbreiten. Durch Austausch und Vernetzung inspiriert er so die wichtigsten Entscheidungsträger:innen zu einer nachhaltigen und gesunden Zukunft. 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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