Bleibt eurer Idee treu

memmo persönliche Videobotschaften von Stars und Prominenten verschicken

Stellen Sie sich und das Startup memmo doch kurz unseren Lesern vor!

A: Hallo, mein Name ist Gustav Lundberg Toresson. Ich bin der Gründer und CEO des StartUps memmo. Ich habe eine angeborene Leidenschaft für digitale Kommunikation, für mich ist das Internet eine unendliche Menge an Möglichkeiten, Menschen zusammenzubringen. Wenn ich eine neue Idee habe, wie sich das bewerkstelligen lässt, dann kann ich nicht ruhen bis ich sie zu Ende gebracht habe. Mit 18 Jahren habe ich mein erstes StartUp mit gegründet, das sich auf die Entwicklung von Anzeigen konzentrierte, die für Menschen tatsächlich relevant sind.

memmo ist eine Internetplattform auf der Menschen mit ihren Lieblingsprominenten und -influencern in Kontakt treten können, indem sie personalisierte Videobotschaften bestellen. Jedes “memmo” wird eigens aufgenommen, den Inhalt und den Empfänger der Botschaften können die Kunden frei auswählen: Ob der Lieblingsschauspieler der eigenen Mutter „Happy Birthday“ singen, ein berühmter Fußballspieler einem Jugendteam „Viel Glück“ wünschen oder ein Youtuber einen persönlichen Pep-Talk für einen Freund oder ein Familienmitglied halten soll – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

A: Ich war schon immer ein großer Fan von Internetkultur. Besonders die Memes von Prominenten und anderen bekannteren Menschen mit lustigen Bildunterschriften haben mich irgendwie immer zum Lachen gebracht. Im Gespräch mit meinem Partner Tobias, wurde mir schließlich klar: Es geht eigentlich nicht so sehr darum, jemanden etwas Lustiges tun zu sehen. Der springende Punkt ist, dass es eine Person des öffentlichen Lebens handelt, die für mich durch ein komisches Foto oder Video auf besondere Art und Weise menschlich und nahbar wird. Diese Erkenntnis hat mich wirklich bewegt und ich begann zu überlegen, was man tun könnte, um dieses Gefühl noch greifbarer zu machen.

Welche Vision steckt hinter memmo?

A: Unsere Vision ist es, personalisierte 1:1-Fan-Erlebnisse für jedermann zu bieten. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und den sozialen Medien ist die Öffentlichkeit in den letzten Jahren bereits viel näher an Prominente herangekommen, mit memmo wollen wir nun den nächsten Schritt in dieser “Beziehung” gehen.  

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

A: Nachdem wir die Idee hatten, ging alles ziemlich schnell. Die größte Herausforderung bestand darin, das Back-End so schnell wie möglich zum Laufen zu bringen. Damit die Plattform funktionieren konnte, musste sie sowohl intuitiv als auch einfach zu bedienen sein. Dazu musste von Tech-Seite her alles zu 100 Prozent einwandfrei sein. Unsere erste Finanzierungsrunde fand nur 3 Monate nach der Gründung von memmo statt, wir hatten es also ziemlich eilig. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt, wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden – und unsere Investoren waren es auch.

Bisher haben wir 2 Millionen Dollar Startkapital aufgebracht. Unsere erste Runde wurde angeführt von Luxor Capital, einer globalen Investmentfirma, die zuvor Unternehmen wie Delivery Hero, Voi und Flixbus unterstützt hat. Zu den weiteren Investoren gehören 31 Atlantic Capital (Voi, Black Tux) Altitude Capital AS und eine starke Gruppe von Angel-Investoren, die privat investieren, darunter Per Brillioth (CEO Vostok New Ventures), Fredrik Hjelm, Douglas Stark und Keith Richman (Voi), Niklas und Joel Borg (Gründer des Way Out West Musikfestivals), Patrik Hedelin und Magnus Wiberg (Gründer von eEquity), Erik Engellau-Nilsson (CEO Norrsken) sowie Christoffer Norman und Eric Finnås Dahlström (Avito).

Wer ist die Zielgruppe von memmo?

A: Wenn Sie mir diese Frage im September letzten Jahres gestellt hätten, hätte ich geantwortet: Millenials und andere Liebhaber von Netzkultur – ganz klar. Jetzt würde ich eher sagen, dass unsere Zielgruppe einfach alle sind, die einen “heißen Draht” zu einer Berühmtheit oder Person des öffentlichen Lebens haben möchten. Es war für uns überraschend, aber wir haben sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Menschen großen Erfolg gehabt. Wir haben Kinder gesehen, die zu Tränen gerührt waren, wenn ihre Eltern ihnen ein memmo ihrer Lieblingsinfluencer geschenkt haben. Ältere Menschen bestellen memmos von ihren Idolen aus der Kindheit, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern und dann gibt es noch Leute, die lustige Clips an ihre Eltern und Großeltern schicken, um sie in der Quarantäne aufzumuntern.

Wie funktioniert memmo? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

A: Das geht eigentlich ziemlich einfach. Jeder, der ein Video bestellen möchte, kann einfach über die Website memmo.me nach dem gewünschten Star oder Influencer suchen, Absender, Empfänger und Inhalt der Videobotschaft angeben und dann direkt online bezahlen. Die fertigen Videos werden von den Prominenten in den nächsten Tagen per memmo an die angegebenen Empfänger verschickt. Der Inhalt der Videos wird vom Auftraggeber frei bestimmt, besonders beliebt sind Geburtstagsgrüße, einminütige Stand-ups, Stilberatung oder aufmunternde Motivationsreden. Was uns auszeichnet, ist, dass wir in jedem Markt vor Ort sind und unseren Nutzern und ihren Wünschen auf der Plattform genau zuhören.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

A: Da unser Angebot rein digital ist, hat sich für uns kaum etwas geändert. Unsere Mitarbeiter hatten schon immer die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, was viele von uns ohnehin tun. Im Moment sind wir dabei, unser Angebot sogar noch zu erweitern. Weil viele Menschen gezwungen sind, zu Hause zu bleiben, ist die Nachfrage nach memmos stark gestiegen – und wir stellen zusätzlich neues Personal ein. Tatsächlich haben die meisten Sportler, Komiker, Schauspieler und andere Berühmtheiten jetzt viel mehr Zeit zur Verfügung, so dass die Anmeldungen auf unserer Website deutlich zugenommen haben.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

A: Wir haben eine Kampagne mit dem Namen „Act with memmo“ gestartet, um humanitäre Organisationen im Kampf gegen Corona zu unterstützen. Alle Prominenten, die an diesem Projekt teilnehmen, spenden einen Teil ihres Einkommens über memmo. Außerdem haben wir angefangen  unser Portfolio auszubauen und in andere Länder wie Deutschland zu expandieren. Ziel ist es dabei, memmo zu einer europaweiten Plattform auszubauen, die sich gleichzeitig an den individuellen Wünschen und Vorlieben der Menschen in den unterschiedlichen Ländern und Märkten orientiert.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

A: Das „Social Distancing“ hat den Prozess der Digitalisierung in ganz Europa stark beschleunigt, und zwar in vielerlei Hinsicht. Da die meisten Veranstaltungen und Zusammenkünfte abgesagt werden mussten, entdecken die Menschen neue Möglichkeiten, über das Internet zu kommunizieren. Das betrifft auch uns: Comedians und Prominente, die ihre Live-Veranstaltungen verschieben mussten, sind nach wie vor über memmo erreichbar und die Menschen nutzen unseren Service als alternative Möglichkeit für ein digitales Face-to-Face Gespräch.

memmo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

A: In erster Linie wollen wir europaweit mit einem breiten Portfolio an Profilen präsent sein. Unsere Idee ist es, ein Netzwerk für alle aufzubauen und uns nicht nur auf eine bestimmte Sparte von Prominenten zu konzentrieren. Zusätzlich wollen wir auch jungen Persönlichkeiten und solchen, die ihre Karriere gerade erst starten dabei helfen, sich über unsere Plattform zu etablieren und Reichweite zu generieren. Da unsere Vision darin besteht, 1:1-Fan-Erlebnisse zu bieten, wollen wir auch in Zukunft weiter auf diesem Konzept aufbauen: Live-Chats, Treffen und sogar Kochkurse mit Prominenten – the Sky is the Limit.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

A: 1: Sprecht über eure Ideen. Wenn ihr eine gute Idee oder ein tolles Konzept im Kopf habt, dann kann es für die Abrundung des Geschäftsmodells von entscheidender Bedeutung sein, zusätzlichen Input von außen zu bekommen.

2. Bleibt eurer Idee treu. Es wird immer Skeptiker geben und es liegt an euch, deren Feedback zu nutzen, um euch selbst voranzubringen. Der Versuch, so konform wie möglich zu sein, führt oft dazu, dass eine Idee ihren besonderen Charme verliert.

3.  Denkt die Dinge durch. Auch die besten Konzepte können scheitern, wenn ihr bei der Umsetzung auf entscheidende Fragen nicht die richtigen Antworten auf Lager habt. Es ist besser, gründlich zu planen und für alles einen Fail-Safe zu haben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Gustav Lundberg Toresson für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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