Sonntag, November 28, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Die Gründer von Meine Blumenwiese Patenschaften an Blumenwiesen waren in der PULS4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Stellen Sie sich und das Startup Meine Blumenwiese doch kurz vor! 

Mein Mann Thomas (Informatiker) und ich Jennifer Kraus (Bürokauffrau) haben letztes Frühjahr „Meine Blumenwiese“ gegründet. Meine Blumenwiese ist ein Geschäftsmodell, dass Rund um das Thema Insektensterben, Natur- und Umweltschutz aufgebaut wurde. Firmen und Privatpersonen können über uns Patenschaften an Blumenwiesen erwerben. Bauern pflanzen in unseren Namen Blumenwiesen (ein von uns zusammengestelltes Saatgut), die Pflanzen darin blühen durchgängig von Juni bis in den Spätherbst. So sollen ganzjährige, unbehandelte Oasen für Insekten, Vögel und Wildtiere entstehen. Durch unsere Blumenwiesen wird außerdem CO2 gespeichert, wertvoller Humus aufgebaut, Grünflächen erhalten und Bewusstsein geschaffen. Durch virtuelle Raster an den Blumenwiesen, werden dann zu den Patenschaften Blumen Codes vergeben. Jeder gepflanzte Quadratmeter, kann so einem Kunden zugeteilt und sichtbar gemacht werden. Wir möchten die Menschen so an Ihre Blumenwiese heranführen und vor allem nachvollziehbar sein. Da unsere Blumenwiesen im ganzen Land verteilt blühen, sind sie eine wunderschöne Werbefläche, die Menschen auf Ihrem täglichen Weg wahrnehmen. 

Wie ist die Idee zu Meine Blumenwiese entstanden? 

Die Krefelder Studie hat uns in eine Schreckstarre versetzt. Die Studie besagt, dass in den letzten 30 Jahren 75% aller Insekten ausgestorben sind. Wir haben daraufhin eigene Äcker, die wir verpachtet hatten, aus der Pacht genommen und für uns selber als Blumenwiese bepflanzt, um den Insektensterben entgegen zu wirken. Unser Handeln sprach sich in sehr kurzer Zeit um und gleichzeitig wollten immer mehr Leute mitmachen. Kurzer Hand beschlossen wir, einen Webshop zu eröffnen und bauten einen vollautomatisierten Prozess zwischen Paten, Bauern und den Saatgutherstellern. Am Ende des Jahres bekommt der Bauer eine Provision aus jeder verkauften Patenschaft. So soll die Finanzierung von Saatgut und Aufwendungskosten gedeckt werden. Weiters wurde der Bereich der Firmenpatenschaften als CSR- Maßnahme ausgebaut, umso schneller wachsen zu können. Nach einem Jahr intensiver Arbeit, können wir nun ein umfangreiches Angebot bieten und sind sehr stolz darauf, dass unser Angebot auch sehr gut angenommen wird. 

Welche Vision steckt hinter Meine Blumenwiese? 

Unsere Vision ist es, zu einem messbaren Faktor zur Stärkung der Biodiversität zu werden. Wir möchten erreichen, dass sich das Artensterben in den Gebieten in denen wir tätig sind stabilisiert. Ja, vielleicht sogar erholt. Wir möchten, auch den Ruf der Bauern stärken. Jeder Bauer weiß, was es heißt keine Insekten mehr auf den Feldern zu haben. Erste Ernteausfälle sind schon spürbar. Das Fehlen natürlicher Feinde für Schädlinge, die ausbleibende Bestäuberleistung der Insekten (wird in Europa auf etwa 150 Milliarden Euro geschätzt), das Austrocknen der Böden und Bodenerosion, machen in manchen Regionen Felder unbrauchbar. Hier braucht es rasche Maßnahmen und die bieten wir in Echtzeit. 

Wer ist die Zielgruppe von Meine Blumenwiese? 

Es sind Personen aus urbanen Gebieten. Menschen mit hohem Bewusstsein gegenüber der Natur, Nachhaltigkeit und Qualität. Aber auch gerade jetzt, wo Menschen ihr Leben von zu Hause organisieren, sind wir eine besonders nachhaltige Alternative zu einem Blumenstrauß. Das spüren wir ganz deutlich, da wir zu unseren Patenschaften auch gratis Glückwunschschreiben verschenken und regionale BIO- Produkte, zum Kauf als Geschenke, anbieten.

meine blumenwiese

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu bewerben?

Unser „Produkt“ kann man nicht in einen Supermarkt stellen oder auf offener Straße verkaufen. Unsere „Produkt“ hat einen sensiblen Hintergrund, für den man vorab Bewusstsein schaffen muss. Um das zu vermitteln, muss man präsent sein. Außerdem bleibt uns keine Zeit, unser Konzept und Marketing über Jahre aufzubauen. Daher wollten wir unsere Chance nutzen „Meine Blumenwiese“ bei „2 Minuten 2 Millionen“ auf PULS 4 zu präsentieren und die Investoren sowie auch die ZuseherInnen zu informieren und zu erreichen. Man muss sich auch vor Augen halten, dass jedes Jahr, weitere Lebensräume schwinden und Tiere einfach aussterben. Sie sind einfach weg. Ich mag den Vergleich mit den Dinosauriern sehr gerne. Uns ist völlig klar, dass wir Dinosaurier nicht mehr lebendig machen können. Und Insekten sind für die Entstehung unserer Lebensmittel notwendig. Ausgestorbene Insekten können nicht wieder zum Leben erweckt werden und sind für uns überlebenswichtig.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet? 

Wir haben uns riesige bunte Plakate gekauft, die wir alle beschriftet und mit Bildern beklebt hatten. Das ganze Haus war zugepflastert. Jedes Zimmer hatte ein Thema. Um uns auch auf die Präsentation vor den Investoren zu gewöhnen, hatten wir uns im Wohnzimmer, in Gesichtshöhe, ein Plakat dem gesamten Investoren-Team aufgehängt. Das hat wirklich super funktioniert und würde ich auch wieder so machen. Unser größter Fehler an der Sache war auf jeden Fall, dass wir uns an Zahlen und Fakten verbissen hatten. Viel wichtiger wäre es gewesen, die Abläufe auszuformulieren und unsere Geschichte zu erzählen. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Uns wurde das erst so richtig bewusst, als wir an einem anderen Wettbewerb teilgenommen haben und uns dort sehr viele Startups erzählt haben, dass sie sich schon mehrmals bei „2 Minuten 2 Millionen“ beworben hatten, es aber nicht einmal zum Casting geschafft haben. Das war sehr motivierend. Wir hatten von Anhieb einen super Draht zum Team hinter den Kulissen und wurden gut vorbereitet. Dass wir keine Profis sind wussten wir, aber uns wurde die Angst vor „dem“ Auftritt durch Zuspruch genommen. Wir hatten durch die PULS 4-Show, das große Glück, professionell bewertet zu werden. Man lernt in dieser Zeit unglaublich viel dazu, hinterfragt jeden Satz und lernt aus seinen Fehlern.

Wir haben uns die Sendung immer angesehen und recht schnell geurteilt. Zukünftig, sind wir da wohl um einiges vorsichtiger. Für unsere Freunde und uns war es eine unvergessliche Zeit. Man hat uns hier die Chance gegeben, unsere Geschäftsidee zu präsentieren und dafür werden wir immer dankbar sein. Wir sind ein Teil der „2 Minuten 2 Millionen“-Familie. Yes! 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? 

Unglaublich wichtig. Wir hätten niemals so viel Menschen gleichzeitig erreichen können, wie in diesen Minuten bei „2 Minuten 2 Millionen“. Die Investoren waren kritisch, aber klar in ihren Worten und das muss man annehmen und daraus lernen können. Wenn man sich nicht verstanden fühlt, muss es beim nächsten Mal besser erklärt werden. Punkt. Wir haben durch unseren Auftritt und die damit verbundenen Webshop Käufe, jetzt auch eine ganz klare Linie, wo uns unsere Kunden sehen wollen. Das spart Zeit, Nerven und Geld. 

Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch 2 Minuten 2 Millionen viele Interessenten und auch Medien auf Meine Blumenwiese aufmerksam werden? 

Auf jeden Fall. Man weiß, dass jeder, der sich für Startups, neue Geschäftsideen und nachhaltige Lösungsansätze interessiert, DIE Sendung 2 Minuten 2 Millionen schaut. Unter dem Motto: „Jeder der was kann, kommt auch dran“. Es schauen außerhalb des Studios noch ein paar andere 100.000 Menschen zu, die die Idee gut Finden und großes Interesse zeigen. Vor der Sendung ist nach der Sendung.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus? 

Im Fokus hatten wir auf alle Fälle Martin Rohla und Leo Hillinger. Die beiden sind absolute Koryphäen, wenn es ums Thema Nachhaltigkeit und Landwirtschaft geht. Generell hätten wir uns aber über jeden der Investoren gefreut. Da geht’s darum den Markt zu kennen, Kontakte zu knüpfen und wichtige Schritte zu setzten. 

Wie ging es nach der Sendung weiter? 

Nicht nur, dass wir in den letzten Tagen hunderte Emails beantwortet haben, auch das Telefon lief heiß. Sobald wir ein Telefonat beendet haben, war der nächste in der Leitung und 3 weitere haben eine Sprachnachricht hinterlassen. Wenn man plötzlich von großen Persönlichkeiten angerufen wird, braucht man schon ein paar Minuten, um das Erlebte zu verarbeiten. Es liegt jetzt daran, alles professionell abzuwickeln, um schnellstmöglich die nächsten Schritte zu gehen. Jetzt nicht nachlassen ist die Devise. Das schönste für mich war, keine einzige negative Nachricht erhalten zu haben. Alle haben uns beglückwünscht und uns tatkräftig durch Einkäufe bestätigt. Momente, die ich mein ganzes Leben in mir tragen werde. 

Meine Blumenwiese, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Das wichtigste ist, dass unsere Maßnahmen messbare Faktoren, zur Stärkung der Biodiversität, werden. In 5 Jahren möchte ich, dass jede Bundesstraße, jeder Bahnweg und Radweg an mindestens einer Blumenwiese streift. Wir würden uns auch wünschen, in Deutschland und der Schweiz Fuß zu fassen. Das weltweite Insektensterben aufzuhalten, wird eine Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Ins Handel kommen. Ideen müssen schon gut überlegt sein, aber ewig abzuwarten kann auch manchmal zu spät sein. Authentisch sein. Sich verstellen bringt nichts außer man ist ein begnadeter Schauspieler. Neue Wege gehen – Wir haben mit „Meine Blumenwiese“ unsere Komfortzone schon lange verlassen.

Bildquelle PULS4/ Gerry Frank

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jennifer und Thomas Kraus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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