Nicht am Design sparen!

Meine Backbox: Abo-Box rund ums Thema Backen & Dekorieren

Stellen Sie sich und das Startup Meine Backbox doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Jennifer Kraus, ich bin 29 Jahre alt und komme aus Frankfurt. Bereits während meines Studiums (Kommunikationsdesign) habe ich in der Back- & Lebensmittelbranche gegründet, damals zwei Cupcake Cafés in Frankfurt. Aus privaten Gründen musste ich diese dann aufgeben und fing nach dem Studium meinen „eigentlichen“ Job an, als Art Director in einer Werbe-/Marketingagentur. Drei Jahre später packte mich nun aber wieder mein Unternehmergeist (den kriegt man eben einfach nicht los  ) und ich gründete Ende letzten Jahres Meine Backbox – eine Abo-Box rund ums Thema Backen & Dekorieren.

Wie ist die Idee zu Meine Backbox entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Eine weitere Abo-Box? Ja, denn im Backmarkt gab es so eine Box noch nicht! Ich bin leidenschaftliche Hobbybäckerin und habe vor über einem Jahr meinen Backblog JENNY BACKT gestartet. Viele meiner Leser schrieben, dass es immer so toll aussieht, was ich da zaubere, sie das aber selbst nie hinbekämen – und meine Antwort war immer dieselbe: „Mit den richtigen Ideen, Rezepten und Produkten kann jeder ganz einfach tolle Kreationen backen!“ Ich bin nämlich der Meinung, dass jeder backen kann. Selbst mein Freund hatte mir, nachdem er mir über die Schulter schauen und eben auch meine ganzen Backutensilien nutzen durfte, zum Geburtstag eine 2-stöckige (!) Torte gezaubert – es war seine erste Torte überhaupt.

Es kommt nämlich auch auf die Produkte an, die man z. B. auf Grund des hohen Preises vielleicht erstmal nicht kauft. Wenn man sie aber erstmal getestet hat, dann weiß man, dass man nichts anderes mehr benutzen möchte und dann alles ganz einfach geht und auch viel besser schmeckt. Eine echte Vanille ist nun mal besser als Vanillezucker, mit gutem Fondant deckt sich eine Torte fast von alleine ein, usw. Und da ich selbst auch immer auf der Suche nach neuen Produkten und Ideen war, kam mir so die Idee zu Meine Backbox.

Wir bieten den Unternehmen einen Kanal für wichtige Probierkontakte sowie Influencer & Word-of-Mouth Marketing. Die Unternehmen, der in der Box platzierten Produkte, gewinnen durch uns neue, überzeugte Kunden und somit eine Umsatzsteigerung, erhalten persönliches Kundenfeedback und Markenbekanntheit.
Momentan bin ich noch ein 1-Frau-Unternehmen, wobei mich meine Freunde und Familie unterstützen. Daher auch das „wir“. Ab August habe ich aber meine erste Angestellte, die sich dann um die Endkunden und die Social Media Auftritte kümmert, damit ich mich mehr auf den Ausbau von Meine Backbox und die Hersteller kümmern kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Das Startkapital für den Proof of Concept im November und den Beginn der Abo-Phase im März ist eigenfinanziert. Da wir nur nach Vorkasse liefern und keine Produkte im herkömmlichen Sinne produzieren blieb mir der Gang zur Bank erspart. Die größeren Investitionen wie ein Corporate Design, die Webseite und das Marketing, fielen bei mir weg, da ich dies selbst übernehmen konnte. Und um nun in die Wachstumsphase überzugehen und auch ein Team aufzustellen verhandle ich gerade mit Investoren. Weiterhin hatte ich Glück, da ich bei einem Startup Wettbewerb gewonnen habe. Nun steht einer GmbH-Gründung, eigenen Büroräumen und Mitarbeitern nichts mehr im Wege.

Richtig große Herausforderungen gab es bisher zum Glück noch nicht. Der Markt ist da – sowohl auf Kunden- als auch auf Unternehmensseite – und das Interesse ist groß. Ich dachte anfangs nicht, dass ich die Unternehmen mit wenig bzw. erstmal gar keinen Kunden zur Teilnahme überzeugen konnte, doch auch hier erkannte man gleich das Potential. Bisher gab es lediglich ein paar kleine Stolpersteine, oder eher Herausforderungen, die es zu meistern galt, wie wenn z. B. auf einmal auch eine Öko-Zertifizierung beantragt werden muss obwohl man die Produkte bei einem Logistikpartner packen lässt, der zertifiziert ist, und man selbst gar nicht in Berührung mit den Produkten kommt. Dies ist dann wohl leider typisch deutsche Bürokratie…

Wer ist die Zielgruppe von Meine Backbox?
Im Markt platziert sich Meine Backbox zwischen Unternehmen und Endkunden und stellt für beide Zielgruppen eine innovative Lösung mit deutlichem Mehrwert bereit.

Die Zielgruppe an Endkunden von Meine Backbox sind hauptsächlich Frauen im Alter zwischen 22 und 55 Jahren. Sie sind backaffin, kreativ und kaufen am liebsten online. Darüber hinaus sind sie experimentierfreudig und aufgeschlossen neue Techniken kennen zu lernen und dabei ihren Horizont zu erweitern. Sie backen vor allem gerne für Familie, Freunde und Kollegen und würden sich zum Teil auch als Hobbybäckerinnen bezeichnen. Da diese Zielgruppe nicht immer nur den gleichen Kuchen backen möchte, sondern auf der Suche nach neuen Ideen, Dekorationstechniken und spannenden Werkzeugen ist, hierfür aber durch ihre Berufstätigkeit oder Hausfrauentätigkeit nicht die nötige Zeit hat, bekommt sie von Meine Backbox die ideale Lösung direkt nach Hause geliefert.

Für Unternehmen stellt Meine Backbox einen neuartigen Werbekanal da, der abseits der klassischen Werbeinstrumente, den Kunden mit neuen Produkten und Werbung erreicht. Diese Zielgruppe umfasst hauptsächlich produzierende Unternehmen weltweit im Bereich Backzutaten, Backzubehör, Dekorationszubehör und Werkzeuge. Die Unternehmen die angesprochen werden sollen, sind mittelständische bis große Unternehmen. Die Zielgruppe beschränkt sich aber nicht nur auf diese Unternehmen, auch für andere Unternehmen, welche die selbe Zielgruppe erreichen möchten, stellt Meine Backbox eine Lösung parat, da diese über zielgerichtete Werbung in Meine Backbox die für sie relevanten Kundengruppen erreichen können.

Was ist in den Boxen?
Mit Meine Backbox wollen wir unsere Kunden jedes Mal aufs Neue überraschen. In jeder Box befindet sich eine exklusive Auswahl an hochwertigen Backzutaten & -produkten mit kreativen, auf die Produkte abgestimmte Rezeptideen. Ein hochwertiges Magazin, dass über die Rezepte und Produkte sowie weitere Themen informiert sowie auch Video-Tutorials zu den Rezepten sind ebenfalls inklusive. Alles liebevoll in einer hübschen Box zusammengestellt und direkt nach Hause geliefert.

Wie viele Boxen gibt es ?
Alle zwei Monate kreieren wir eine neue Box für unsere Kunden. Die Boxen sind angepasst an Jahreszeiten und Saison und werden dementsprechend zu einem bestimmten Thema zusammengestellt.

Wie ist das Feedback?
Bisher können wir uns nicht beschweren. Sowohl Kunden als auch Unternehmen sind bisher alle sehr zufrieden und wir wachsen stetig.

Meine Backbox, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Ziele für die nächsten 3–5 Jahre sind die Etablierung von Meine Backbox mit einem großen, zufriedenen Kundenstamm. Weiterhin möchten wir noch Themenboxen (Backschulen, Geburtstage, Motive etc.) und spezifische Boxen (Vegan, Gluten- oder Laktosefreie Boxen etc.) anbieten. Außerhalb des Abo-Modells könnten wir uns solche Themenboxen dann auch im Einzelhandel vorstellen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Neben den gängigen „Durchhalten“-Tipps kann ich nur eines hinzufügen: nicht am Design sparen! Ich habe in vielen Pitches schon so viele schlechte Präsentationen, sowie Webseiten, etc. gesehen – das kommt einfach nicht gut an. Auch, wenn man als Gründer gerne mal überzeugt von seinem Produkt ist und denkt, nur das zählt, dem ist leider nicht so (und wenn, dann wirklich nur in den allerwenigsten Fällen). Es ist der erste Eindruck und der kommt eben nicht ein zweites Mal. Natürlich muss das Produkt und der Inhalt einer Präsentation stimmen, aber das Design ist einfach genauso wichtig. Wir nehmen vieles unterbewusst auf und dies gelingt über ein stimmiges Design. Auch, wenn ein gelernter Designer erstmal Geld kostet – es ist gut investiert!

Und wenn es noch ein dritter Tipp sein soll, dann: Gelassenheit. Manchmal darf man es nicht so verbissen sehen und muss sich den Gegebenheiten auch mal anpassen und daraus eine Gelegenheit sehen. Wie es Goethe schon so schön sagte: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jennifer Kraus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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