Kennst du dein wahres Ich?

Mein-wahres-Ich  jeden Tag neue Persönlichkeitstests und Wissenstests, mit denen du entweder mehr über dich herausfinden, oder dein Wissen auf die Probe stellen kannst.

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Mein-wahres-Ich doch kurz vor!
Ich bin Patrick Konrad, 30 Jahre alt, Gründer von Mein-wahres-ich.de und seit gut 12 Jahren im Online-Marketing aktiv. Auf Mein-wahres-Ich veröffentlichen wir täglich neue Persönlichkeits-und Wissenstests. Die Tests werden entweder durch unsere Redaktion oder von Nutzern erstellt. Ebenso ist es Webseitenbetreibern möglich, jeden unserer Tests auf die eigene Website zu integrieren. Das Prinzip ist simpel und überzeugt: Täglich führen etwa 100.000 Nutzer unsere Tests durch. Die Plattform lebt vor allem durch Viralität, da die Teilnehmer gern die Testergebnisse mit ihren Freunden zum Beispiel auf Facebook oder Whatsapp teilen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben bis heute auf Fremdkapital verzichtet und sind durch Bootstrapping gewachsen. Aus vergangenen Projekten standen mir jedoch auch finanzielle Mittel zur Verfügung, die ich nutzen konnte. Gegründet hab ich die Firma als Solopreneur und hab mir direkt zu Beginn eine sehr fähige Redakteurin mit an Board geholt. Im Laufe der Zeit ist das Team auf 2 Redakteure und eine Projektmanagerin angewachsen, die sich um den täglichen Projektablauf kümmern. Außerdem greifen wir häufiger auf Freelancer zurück. Gerade in dem sich stark verändernden Geschäft setze ich auf Flexibilität und mittlerweile lieber auf langsameres, dafür planbares und konstantes Wachstum.
Unsere größte Herausforderung besteht darin, Facebook zu verstehen und Content zu erschaffen, der so gut bei den Nutzern ankommt, dass wir organisch hohe Reichweiten erzeugen können und die Nutzer diesen Content so stark teilen, dass er viral geht. Durch zahlreiche Algorithmus-Änderungen in den letzten Jahren ist das Thema immer relevanter geworden und wir haben gelernt mehr und mehr aus Nutzersicht zu denken und zu hinterfragen, was denn das große Ziel von Facebook ist. Das ist in erster Linie eine hohe Nutzerzufriedenheit im eigenen Social Network.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Wir haben in den letzten Monaten eine ganze Menge dazugelernt. Die Entwicklung im gesamten letzten Jahr war extrem stark und wir haben zu Hochzeiten bis zu 90 Mio. User weltweit im Monat erreicht. Fast alle Nutzer kamen direkt über Facebook und genau das hat uns auch kurze Zeit später das Genick gebrochen: Wir waren von einem Tag auf den anderen mit einer extrem hohen Sichtbarkeit auf Facebooks Radar und haben leider auch einige negative Signale erzeugt. Das ging eine ganze Zeit lang gut, bis Facebook uns dann den Traffic-Hahn abgedreht hat. Der Einschnitt war immens, trotzdem haben wir uns neu organisiert, Probleme beseitigt und aufgeräumt. Seitdem sind wir wieder stetig am wachsen – langsamer als zuvor, allerdings gesünder und ohne starker Abhängigkeit von einer einzigen Plattform.

Wer ist die Zielgruppe von Mein-wahres-Ich?
Wahrscheinlich denkt man zuerst, dass wir eine sehr junge Zielgruppe haben. Ganz so ist es jedoch nicht: Unsere Kernzielgruppe ist weiblich und zwischen 25 und 54 Jahren alt. Fragen Sie mal meine Bankberaterin – von ihr hab ich gehört, dass dort unsere Tests in der Mittagspause gespielt werden 😉

Wie viele Tests gibt es auf Mein-wahres-Ich?
Es sind mittlerweile schon über 1.100 Tests und uns gehen die Ideen noch lange nicht aus 😉

Wie ist das Feedback?
Wir erstellen virale Inhalte – in der Regel massentauglich und mit einem sehr guten Feedback. Viele Nutzer führen unsere Tests täglich durch. Allerdings lassen wir es uns auch nicht nehmen, hin und wieder polarisierende Inhalte zu veröffentlichen, sofern wir hinter der Aussage stehen. Das Feedback kann dann auch gern mal zweigeteilt sein. Im Grunde sorgt jedoch auch das für eines: BUZZ!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1) Man braucht nicht immer einen Investor
Ich hab es vorgemacht und kenne viele andere Gründer, die es ebenfalls auf diese Weise geschafft haben. Sofern man nicht mit einer ungeheuren Geschwindigkeit den Markt erobern muss oder die Ausgaben für Produkt und/oder Marketing nicht selbst stemmen kann, sollte man immer die Möglichkeit des Bootstrappens wählen. Man hat dadurch ein anderes Bewusstsein für Kosten und geht möglicherweise gezielter und sinnvoller mit dem zur Verfügung stehenden Geld um. Der große Vorteil ist jedoch: Es redet einem niemand ins Geschäft hinein und ist immer sein eigener Herr. Im Zweifel kann man sich später immer noch einen Investor suchen, läuft mit der Strategie aber nicht Gefahr, Anteile zu günstig abzutreten.
2) Product first
Zuerst muss ein gutes Produkt stehen – erst wenn das wirklich gut ist, macht es Sinn Marketing und PR konstant zu betreiben. Pre-Launch Marketing kann durchaus effektiv sein, aber ich meine konkret Marketing für ein Produkt, dass dem Markt nicht standhält, das keinen USP hat oder zu schwach ist. Wenn ich wählen könnte: Geld ins Produkt oder ins Marketing zu stecken, würde ich es lieber zuerst ins Produkt investieren.
3) Sei unabhängig
So wie wir komplett facebookabhängig waren, sind andere Startups komplett abhängig von Google – egal ob durch gutes SEO oder Adwords. Versuche von Anfang an deine Marketingkanäle zu diversifizieren, um nicht von einem einzigen Anbieter abhängig zu sein, der dein Business innerhalb eines Tages zerstören kann.

Wir bedanken uns bei Patrick Konrad für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar