Geht raus und sucht den Austausch

mecasa: Wir vermitteln fürsorgliche Betreuungs- und Pflegekräfte

Stellen Sie sich und das Startup mecasa doch kurz unseren Lesern vor!
mecasa ist ein junges Unternehmen aus Stuttgart, das sich zum Ziel gesetzt hat, die persönlichste Pflege Deutschlands anzubieten. Wir vermitteln fürsorgliche Betreuungs- und Pflegekräfte, die es älteren und unterstützungsbedürftigen Menschen ermöglichen, auch im hohen Alter ein selbstbestimmtes und glückliches Leben im eigenen Zuhause zu führen. Zunächst taten wir das auf herkömmlichem Wege via Telefon, E-Mail und im persönlichen Gespräch. Ab September 2018 wird nun unsere Matching Plattform online gehen, die es ermöglicht, dass die beteiligten Personen auf persönlicher Ebene zueinander passen und sich vorab per Video-Vorstellung kennenlernen können.

Damit entsprechen wir dem Wunsch der meisten Menschen, bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden zu leben und nicht in eine stationäre Pflegeeinrichtung ziehen zu müssen.

Wie ist die Idee zu mecasa entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee entstand durch unsere Erfahrungen mit den eigenen Großeltern. Als diese pflegebedürftig wurden, stand von Anfang an fest ihnen die größtmögliche Freiheit zu lassen und sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen. Schnell wurde uns aber klar, dass der Pflege-Markt für Menschen mit Betreuungsbedarf, deren Familien und sogar für die Betreuungskräfte selbst sehr intransparent und teils von zwielichtigen Vermittlungsagenturen geprägt ist. Wir wissen wie nervenaufreibend es sein kann verzweifelt nach liebevoller Betreuung zu suchen und immer wieder zweifeln zu müssen, ob man jetzt an den richtigen Anbieter geraten ist oder nicht. Man will seine Liebsten ja gut betreut wissen. Vermutlich legen wir deshalb auch so viel Wert auf die Qualität unserer Beratung und der vermittelten Betreuungskräfte.

Nachdem wir drei Schulfreunde – Oliver Weiss, Simon Spangenberg und Adam Lasocki – einige Jahre an Studien- und Berufserfahrung gesammelt hatte, wagten wir den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit Simon als Vertriebsmaschine, Adams Netzwerk im Pflegesektor und Olivers Managementerfahrung, verfügten wir über das nötige Rüstzeug, um den Service zu bieten, den wir selbst immer gesucht aber nie gefunden hatten. Im letzten Jahr wurde dann Thimo Richter Teil des Teams, der nun als Head of Marketing fungiert. Vor Kurzem stieß dann auch noch Dr. Benjamin Krill dazu, der mit seinen IT-Kenntnissen unser Team komplementiert.

Welche Vision steckt hinter mecasa?
Wir haben mecasa mit dem Ziel gegründet, möglichst vielen unterstützungsbedürftigen Menschen in Deutschland ein selbstbestimmtes und glückliches Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen. Außerdem möchten wir den Angehörigen eine zuverlässige und erschwingliche Möglichkeit bieten, ihre Lieben in besten Händen zu wissen.

Eine ganz zentrale Rolle spielen dabei natürlich die vielen fleißigen Betreuungskräfte, die den Familien tagtäglich zur Seite stehen. Deshalb legen wir einerseits viel Wert auf die Persönlichkeit unserer Betreuungskräfte, da diese darüber entscheidet, ob die „Chemie vor Ort stimmt“. Andererseits liegt uns das Wohlergehen der Betreuungskräfte am Herzen, damit sie sich voll und ganz auf die umfassende Pflege und Betreuung konzentrieren können. Dazu gehören für uns eine faire Vergütung für eine herausfordernde Tätigkeit, eine solide Absicherung gegen Krankheit und Haftungsrisiken, sowie Unterstützung bei sämtlichen administrativen Angelegenheiten. Wir sind stolz auf die von uns vermittelten Betreuungskräfte, die jeden Tag ihr Bestes geben, damit eine fürsorgliche Betreuung derjenigen gewährleistet ist, die sie benötigen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Vermittlung von osteuropäischen Betreuungskräften war in Deutschland bisher überwiegend von unseriösen Agenturen und Schwarzarbeit geprägt. Daher war für uns zunächst die größte Herausforderung, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das alle rechtlichen Aspekte berücksichtigt und trotzdem für Familien und Betreuungskräfte gleichermaßen attraktiv ist.

Nachdem das Grundgerüst stand und wir erste Markterfahrung gesammelt hatten, war die nächste Herausforderung unser Geschäftsmodell auf digitaler Ebene weiterzuentwickeln. Als nicht-IT’ler sind wir dabei naturgemäß schnell an unsere Grenzen gelangt. Deshalb haben wir uns auf eine lange und mühsame Suche nach einem geeigneten Teammitglied begeben, das nicht nur fachliche Kenntnisse und Vorerfahrung mitbringt, sondern auch persönlich zu uns passt. Mit Dr. Benjamin Krill haben wir schließlich denjenigen gefunden, der nicht nur unsere bisherigen Kompetenzen, sondern auch unsere unterschiedlichen Charaktere ideal ergänzt.

Das Cash-Flow intensive Geschäftsmodell erlaubt es uns finanziell unabhängig zu sein und keinen Investor zu benötigen.

Wer ist die Zielgruppe von mecasa?
mecasa richtet sich an zwei Zielgruppen. Zuerst natürlich an all diejenigen Menschen, die Betreuung benötigen und in ihren eigenen vier Wänden versorgt werden möchten. Dabei kommen unterschiedliche Ansprechpartner auf uns zu. Mal sind es die älteren Menschen selbst, die merken, dass sie Unterstützung im Alltag benötigen. Mal sind es die Familien, die den oft herausfordernden Betreuungsaufwand nicht mehr alleine bewerkstelligen können. Die zweite Zielgruppe ist die der Betreuungskräfte, die wissen, dass sie exzellente Arbeit in einem harten Arbeitsumfeld leisten und dafür aber auch einen zuverlässigen transparenten Partner an ihrer Seite haben möchten. mecasa tritt daher als Partner zwischen den beiden Zielgruppen „Betreuungskraft“ und „pflegebedürftiger Mensch“ auf.

Welchen Service bieten Sie an?
mecasa bietet einen Rundumservice an. Zunächst machen wir uns bei einem ersten Kennenlernen vor Ort ein Bild von der Wohn- und Pflegesituation. Anschließend organisieren wir alles Weitere: von der individuellen Rekrutierung und Auswahl der Betreuungskraft, über die Organisation der Anreise, bis zur Suche einer geeigneten Abwechselkraft sind wir von mecasa stets zuverlässiger Ansprechpartner für die Familien. So sind diese rundum versorgt und haben den Kopf frei für andere Dinge.

Ab September dieses Jahres geht zusätzlich unsere Matching Plattform online. Grundlage hierfür ist ein individuelles Matching zwischen Betreuungskraft und zu betreuendem Menschen, das Persönlichkeit, Betreuungskompetenz und Deutschkenntnisse der Betreuungskraft miteinbezieht.

Welche Vorteile bietet mecasa? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern erhalten Interessenten bei uns passgenaue und unverbindliche Betreuungsvorschläge über unsere Plattform. Außerdem haben die Familien die Möglichkeit, die Betreuungskraft vorab auf virtuellem Wege kennenzulernen. In einem Lebensbereich, der so sehr auf Vertrauen basiert wie kaum ein anderer, ist dies ein enormer Vorteil. Ergänzend zum digitalen Ansatz, bleibt auch ein persönlicher Ansprechpartner für jede Familie erhalten, der bei Fragen und Wünschen über den gesamten Betreuungshorizont hinweg telefonisch oder persönlich verfügbar ist.

Neben der eigentlichen Betreuung haben wir uns zum Ziel gesetzt, dazu beizutragen, dass die allgemeine Lebensfreude auch in hohem Alter erhalten bleibt. Daher bieten wir die Möglichkeit von regelmäßigen Hausbesuchen durch Hundeführer mit deren speziell geschulten Therapie- und Besuchshunden an. Außerdem haben wir das Prinzip Lebenstraum initiiert. Dabei geht es darum, den Menschen Träume und Wünsche zu erfüllen. Sei es die Ausfahrt mit einem alten Porsche, nochmal auf einem Pferd sitzen oder endlich mal ans Meer fahren.

mecasa, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir sehen uns in fünf Jahren als eine etablierte Qualitätsmarke im Pflegesektor in Deutschland. Das bedeutet für uns einerseits eine geographische Ausdehnung aus dem Südwesten heraus auf das gesamte Bundesgebiet. Andererseits möchten wir unser Angebot um verschiedene innovative Konzepte wie etwa Pflege-WGs erweitern. Grundlage für unseren Fortschritt wird dabei stets sein, das Thema Pflege aus Sicht einer jungen und dynamischen Generation zu betrachten, die bereit ist neue Wege zu gehen. Sei es durch eine digitale Ergänzung wie die Matching Plattform, neuartige Formen des Zusammenlebens im Alter oder ungewohnte Kooperationen wie etwa mit Pflegehunden, die alte Menschen zuhause besuchen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ignoriert Nein-Sager (z.B. die eigenen Eltern) konsequent, auch wenn es manchmal schwerfällt. Ihr müsst die Sicherheit loslassen und ganz in die Idee eintauchen, um herauszufinden, was Ihr daraus machen könnt. Und selbst wenn am Ende die Erkenntnis stehen sollte, dass es nichts Langfristiges wird, so habt Ihr doch einen riesen Schatz an Erfahrung und an Kontakten gewonnen.

Geht raus und sucht den Austausch. Geht auf Messen, zur IHK, zu Gründerevents. Es gibt so viele schlaue und zugleich hilfsbereite Menschen dort draußen. Ihr müsst nur auf sie zugehen und sie in euren Masterplan einbauen.

Konzentriert Euch aber trotzdem auf die Kundengewinnung. Sie ist das allerwichtigste und entscheidet darüber, ob ihr mit der Geschäftsidee erfolgreich sein werdet oder nicht. Alles andere ist zweitrangig.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns beiOliver Weiss, Simon Spangenberg und Adam Lasocki für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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