Eine schlanke Version der Idee muss schnell umgesetzt und getestet werden

Meadow Robotics: Range Robot autonomes Sammelsystem für Driving Ranges

Stellen Sie sich und das Startup Meadow Robotics kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Pascal Deschner und ich bin einer der drei Gründer von Meadow Robotics. Ich bin in unserem Team für den Vertrieb und das Marketing verantwortlich und mit unserem ersten Produkt, dem Range Robot häufig bei Interessenten und Händlern unterwegs. Michael Stoll, unser Geschäftsleiter ist als Diplom Informatiker für die Programmierung und den Geschäftsaufbau zuständig. Martin Lang ist Maschinenbauingenieur und unser Entwicklungsleiter. Er ist zuständig für die Konstruktion und Fertigung unserer Roboter. Das Team wird ergänzt durch einen festangestellten Informatiker.

Wir haben 2017 gegründet und arbeiten seitdem an der Entwicklung und Fertigung einer Roboterplattform für den Außenbereich, auf der unser erstes Produkt aufbaut.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Für uns Gründer war die Meadow Robotics GmbH nicht der erste Schritt im Bereich der Selbstständigkeit. Jeder von uns war bereits zuvor als selbstständiger Unternehmer tätig. Die Symbiose zwischen Informatik und Maschinenbau zusammen mit dem Konzept des Outdoor-Roboters hat uns dann als ein Team zusammengebracht.

Welche Vision steckt hinter Meadow Robotics?

Mittelfristig möchten wir uns zu einem etablierten Hersteller für gewerbliche Roboter im Außenbereich entwickeln. Unsere Positionierung erfolgt dabei bewusst zwischen großen autonomen Landmaschinen und kleinen Haushaltsrobotern. In diesem Bereich wollen wir als Unternehmen Verantwortung übernehmen und die Zukunft der Robotik mitgestalten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben uns nach der Gründung 2017 zunächst aus eigenen Mitteln finanziert. So konnten wir direkt mit der Umsetzung unserer Idee starten. Ständige Verbesserungen an den Prototypen brachten uns technologisch voran, haben aber an den Finanzen gezehrt. Daher entschieden wir uns im Frühjahr 2018 eine erste Finanzierungsrunde anzustoßen. Dies war natürlich eine sehr spannende Zeit für uns. Mit dem frischen Kapital konnten wir dann Unterstützung in Form eines Angestellten ins Team holen. Das war psychologisch eine ganz besondere Situation. Jetzt waren wir zum ersten Mal Arbeitgeber.

Wer ist die Zielgruppe von Range Robot?

Range Robot ist ein autonomes Sammelsystem für Driving Ranges jeder Größe. Hier finden sich beispielsweise Citygolf Anlagen, ebenso wie Driving Ranges großer Clubs. Somit können wir in unserer Zielgruppe alle Besitzer und Betreiber solcher Golfsportanlagen zusammenfassen. Da alle Driving Ranges weltweit ähnlich aufgebaut sind, stellt auch die geografische Lage für den Einsatz unseres Sammlers kein Problem dar.

Wie funktioniert Range Robot?

Die abgeschlagenen Golfbälle auf einer Driving Range müssen vor einer erneuten Ballausgabe eingesammelt und zurückgebracht werden. Mit unserem geländegängigen Antriebssystem und der vollständig autonomen Steuerung ist unser Roboter bestens für diese Aufgabe geeignet. Das Sammelsystem bewegt sich ohne Induktionsdraht frei auf der zuvor eingelernten Fläche und erkennt, dank vieler Sensoren Hindernisse wie Bäume oder Zielfahnen. Hat der Roboter seine Sammelkapazität erreicht, fährt er selbstständig die Abladestation an und bringt die abgeschlagenen Bälle zum Waschen zurück. Damit ist es möglich den Ballkreislauf vollständig zu automatisieren und eine moderne Driving Range zu gestalten.

Wo liegen die Vorteile?

Mit unserem System muss sich der Greenkeeper keine Gedanken mehr über das Besammeln seiner Driving Range machen. Durch die vollständige Automatisierung des Sammelprozesses verbringt er nur noch einen kleinen Teil seiner Arbeitszeit für die Überwachung und Wartung des Roboters. Die so gewonnene Zeit kann er nun für die wichtigen Aufgaben rund um die Grünflächenpflege einsetzen. Hierbei erzeugen wir auch einen großen Vorteil für den Golfclub, da die Mitarbeiter wertschöpfender arbeiten können. Unser System ist zudem schnell und einfach einsatzbereit sowie skalierbar für verschieden große Golfclubs.

Wie ist das Feedback?

Da der Markt rund um den Golfsport noch wenig autonome Systeme kennt, waren wir anfangs sehr gespannt wie unsere Idee aufgenommen werden würde. Inzwischen haben wir bei über 130 deutschsprachigen Golfclubs unser Konzept vorgestellt und sehr viel positives Feedback erhalten. Nicht nur der Golfmarkt stärkt uns hierbei den Rücken, auch auf Startup Veranstaltungen und in Gesprächen mit Business Angeln bekommen wir viel Zuspruch für unser Konzept.

Meadow Robotics, wo geht der Weg hin?

Nach der aktuell laufenden Finanzierungsrunde starten wir mit dem Verkauf des Range Robot Sammelsystems in der kompletten DACH Region und erweitern den Markt dann kontinuierlich auf ganz Europa. Mit der entwickelten Roboterplattform gehen wir anschließend weitere Märkte in verschiedenen Branchen an.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Für unser Sammelsystem ist der Markt in den USA noch größer als in Europa. Aus Sicht des Vertriebs wollen wir daher langfristig am amerikanischen Markt als Hersteller für Robotersysteme auftreten. Für die Geschäftsentwicklung unserer Firma erwarte ich, dass wir in den kommenden Jahren weitere Geräte für verschiedene Outdoor-Bereiche auf den Markt bringen werden. Zudem wollen wir unser Team erweitern um die Ideen dann auch in Form neuer Produkte umsetzen zu können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Nicht verstecken!

Wir haben uns zu Beginn der Entwicklung sehr zurückgezogen und unsere Ideen für die Umsetzung eines solchen Roboterkonzepts ausprobiert. Rückblickend haben wir viel Zeit ohne Kontakt zum Netzwerk verbracht und alles alleine machen wollen. Die Startup Events und Pitch-Days sind eine gute Möglichkeit eine erweiterte Sicht auf das eigene Produkt zu bekommen. Wir würden nicht nochmal so lange warten.

Schnelligkeit!

Eine schlanke Version der Idee muss schnell umgesetzt und getestet werden. Wir haben viel Zeit in kluge Lösungen investiert die dann sehr wenig Relevanz für das Produkt hatten. Erst als wir unser MVP skizziert hatten ging die Entwicklung schneller. Wir haben Pilotkunden gewonnen und unsere Prototypen dort getestet.

Investoren suchen!

Nutzt die Gelegenheit auf den Veranstaltungen auch, um eure potenziellen Investoren zu finden. Investoren erst dann zu suchen, wenn das Produkt fertig ist oder eine neue Finanzierungsrunde ansteht ist richtig stressig. Baut euch schon während der Entwicklung einen Pool an möglichen Investoren auf und integriert diese gleich in eurer Startup. Lasst euch bei Fragen zum Geschäftsaufbau helfen und teilt eure Fortschritte mit ihnen. Wenn es dann zu einer neuen Finanzierungsrunde kommt, kennen sie euch schon und die Finanzierung läuft entspannter ab.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Pascal Deschner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

 

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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