Nicht durch Rückschläge verunsichern lassen

mcbike24 E-Bikes, Fahrräder, Ersatzteile und Zubehör zum fairen Preis

Stellen Sie sich und das Startup mcbike24 doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Tim Mixdorf, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Lindow in Brandenburg. 2019 habe ich mein Bachelor-Studium an der IUBH Internationalen Hochschule erfolgreich abgeschlossen und anschließend ein Master-Studium begonnen. Anfang 2020 habe ich die Mc Bike GmbH mit dem Onlineshop mcbike24.de gegründet. Hier verkaufe ich mit meinem Team Fahrräder und E-Bikes aller Art. Das Besondere sind allerdings unsere innovativen Service-Angebote.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Schon in meiner Kindheit habe ich davon geträumt mein eigenes Unternehmen zu führen – eigene Produkte zu entwickeln und zu verkaufen. Eine Leidenschaft für Fahrräder habe ich dabei in meiner frühen Jugendzeit entwickelt. Durch mein duales Studium an der IUBH in Berlin und meine praktische Berufserfahrung habe ich festgestellt, dass die Fahrradbranche bisher noch sehr klassisch aufgestellt ist. Zwar gibt es unterdessen viele große Online-Fahrradhändler, dennoch ist die Branche noch sehr stark vom stationären Handel geprägt. Gerade der Service kommt auch oft zu kurz. Für mich konnte ich durch die Gründung aus meinem Hobby auch meinen Beruf machen.

Welche Vision steckt hinter mcbike24?

Bisher haben sich viele Menschen vor dem Kauf eines Fahrrads im Internet gescheut. Zu groß war die Befürchtung ohne Probefahrt und ohne das Rad vorher gesehen zu haben etwas Unpassendes geliefert zu bekommen. Zusätzlich kam hinzu, dass im Falle einer Reklamation oder eines Services das Rad zum Hersteller geschickt werden musste.

Mit mcbike24.de möchten wir dieses Problem endgültig lösen und die Online- mit der Offlinewelt verknüpfen. Bei uns kann der Kunde entscheiden, ob er sein Rad vollständig selbst aufbauen oder ob er gegen Aufpreis das Rad aufgebaut und inklusive einfachem Bikefitting zu sich nach Hause geliefert haben möchte. Mit einer mobilen Werkstatt möchten wir unseren Kunden so den Komfort des Onlineshoppings und den persönlichen Service eine Fachwerkstatt in Einem bieten. Eine erste Testphase ist Anfang August in Berlin und Brandenburg gestartet.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung ist es im E-Commerce eine Lücke zu finden. Letztlich muss man auch so ehrlich sein und sagen, dass es ähnliche Konzepte schon gab oder gibt. Wir versuchen nun das Konzept bis zum Ende zu denken und maximal auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten. Es gibt schon unzählige Onlineshops, die mehr Produkte, günstigere Preise oder besonders spezielle Teile bieten. Warum sollte also einfach ein weiterer Shop eröffnet werden? Ganz einfach – kein Shop ist beim Kunden zu Hause. Natürlich lohnt es sich nicht jeden Reifen und jeden Schlauch einzeln auszuliefern. Unsere Priorität liegt daher auf Fahrrädern und E-Bikes. Teile und Zubehör verkaufen wir eigentlich nur zusätzlich zu Rädern, wenn wir eh schon vor Ort beim Kunden sind und diesem dann einfällt, dass er zu seinem neuen E-Bike noch kein passendes Schloss hat.

Finanziert haben wir bisher alles aus Eigenkapital. Natürlich benötigt man auch Partner, die an das Konzept glauben. Aktuell kommen wir beinahe komplett ohne Lager aus, da wir bei unseren Partnern auf Abruf bestellen können. Teilweise übernehmen diese auch unseren Versand durch Drop-Shipping. Wir benötigen aber weiteres Kapital, um unser Konzept deutschlandweit auszuweiten. Diesbezüglich arbeiten wir gerade an einem Business-Paper, welches wir Kapitalgebern vorlegen können.

Wer ist die Zielgruppe von mcbike24?

Die Zielgruppe liegt aktuell im Bereich junger Erwachsener, die ein Faltrad für den Weg zur Arbeit brauchen bis hin zu Rentnern, die durch E-Bikes wieder die Freunde am Radfahren entdecken. Gerade hier sei auch noch einmal betont, dass gerade die Zielgruppe der Rentner bisher quasi vom Fahrrad-Onlinehandel ausgeschlossen wurde. Durch unser Konzept können wir diese Kunden ohne Probleme bedienen. Wir bieten dabei Produkte von der Einsteiger- bis zur Oberklasse. High-End-Produkte bieten wir aktuell nicht, da die entsprechende Kundschaft in der Regel exzellent informiert ist und weniger Beratung/Service benötigt. Wir arbeiten allerdings kontinuierlich dran weitere Zielgruppen anzusprechen.

Wie funktioniert mcbike24? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Diese Frage wurde mehr oder weniger in den vorhergehenden Fragen bereits beantwortet. Wir achten sehr stark auf eine Verknüpfung von Online- und Offlinehandel. Dabei möchten wir unsere Kundschaft im Internet informieren und letztlich vor Ort bedienen. Die Vorteile für den Kunden liegen insbesondere in den günstigeren Preisen bei dennoch exzellentem Service. Hinzu kommt eine größere Auswahl, als in den meisten Fahrradgeschäften.

Bei mcbike wird es dem Kunden überlassen, welchen Service er buchen möchte und damit auch, welchen Preis er am Ende zahlen möchte. Wir versuchen uns maximal auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten – nicht nur mit unseren Produkten, sondern auch mit unseren Services. Persönlich denke ich, dass dies noch kaum jemand in der Fahrradbranche macht. Hier findet man eher noch die klassischen Vertriebswege alla „Nimm es so oder kauf woanders“. Allerdings findet aber immer stärker ein Umdenken statt. Andere Branchen sind aber schon wesentlich weiter.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Da dies genau unsere Gründungszeit war, kann ich kaum von einer Veränderung sprechen. Wir haben unsere ersten Artikel  im April verkauft – also in der Zeit, in der Deutschland am stärksten getroffen war. Entgegen dem Branchentrend konnten wir allerdings weniger von Corona profitieren als andere. Da wir noch sehr stark auf die Arbeit anderer angewiesen waren, ging bei uns vieles langsamer als geplant. Beispielsweise haben Behörden viel länger für Genehmigungen gebraucht als üblich. Nach dem der Lockdown vorbei war, ist der Fahrradabsatz nahezu explodiert. Junge und kleine Unternehmen wie unseres sind hier einfach hinten heruntergefallen. Hersteller haben ihr Prioritäten auf größere und wichtige Händler gelegt. Für uns blieb da nicht sehr viel übrig. Dennoch haben wir es mit viel Engagement und durch unseren guten Service geschafft einige Kunden zu bedienen und blicken daher kurz vor dem Ende der Fahrrad-Saison zuversichtlich ins nächste Jahr.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Im Grunde mussten wir nehmen, was wir bekommen konnten und verkaufen, was ging. Es ist etwas schade für uns, dass Corona dieses Jahr kam. Wäre die Krise erst in einigen Jahren gekommen, hätten wir sicherlich mit unserem Vor-Ort-Service extrem profitiert. Von daher mussten wir keine Änderungen vornehmen, viel mehr wurde uns dadurch aufgezeigt, dass unser Konzept sehr gut funktionieren kann. Aus diesem Grund arbeiten wir nun daran alles so schnell wie möglich, so vielen Kunden wie möglich verfügbar zu machen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Corona-Krise hat aufgezeigt, dass wir mit unserer Vision vom Vertrieb auf dem richtigen Weg sind. Für uns ist es die Chance unsere Services bekannt zu machen und in den Köpfen der Menschen zu verankern. Insgesamt hat die Fahrrandbranche durch die Krise stark profitiert. Wer allerdings genauer hinsieht, konnte die Schwächen der traditionellen Vertriebsarten erkennen. Man könnte sagen, dass viele noch einmal mit einem „blauen Auge“ davon gekommen sind. Wäre der Lockdown länger gewesen oder sollte es in der Hauptsaison nächstes Jahr zu einem weiteren Lockdown kommen, könnte das für viele Händler gefährlich werden. Innovative Vertriebskonzepte sind also gefragt.

mcbike24, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben viele innovative Ideen, was künftig noch passieren soll. Wenn alles nach Plan läuft, haben wir uns in fünf Jahren als DER Vor-Ort-Händler in Deutschland etabliert. Wir möchten daher künftig unsere Services deutschlandweit anbieten. Außerdem möchten wir eine Eigenmarke entwickeln, um unserem Kunden ein noch besseres Preis-Leistungsverhältnis anzubieten und Lücken im Sortiment zu schließen. Unser Konzept besonders Laien anzusprechen und den Onlinekauf so einfach wir möglich zu gestalten, soll weiter verfeinert werden. Beispielsweise sollen dem Kunden zukünftig nur Produkte angezeigt werden, die perfekt zu seinen Bedürfnissen passen. Zusätzlich sollen möglichst gleich alle Fragen beantwortet werden, bevor sie überhaupt entstehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Zunächst sollte es eine wirklich innovative Idee geben. Einfach zu sagen: „Ich mache es einfach besser“ reicht meist nicht aus. Diese Idee sollte man auch nicht nur für sich behalten, sondern mit Bekannten oder Leuten, die sich auskennen besprechen – beispielsweise habe ich hier viele gute Tipps von meinen Professoren an der IUBH erhalten. Zusätzlich sollten vorab schon Partner mit ins Boot geholt werden. Unterstützung wird definitiv immer benötigt. Letztlich und das ist vielleicht das wichtigste, sollte man sich nicht durch Rückschläge verunsichern lassen. Ein Unternehmen zu Gründen ist unheimlich anstrengend. Sofern man nicht hundertprozentig überzeugt ist und nach jedem Rückschlag überlegt aufzugeben, sollte man es lieber gleich sein lassen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Tim Micdorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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