Glaubt an euch selbst, verfolgt eure Ideen konsequent und hartnäckig

Match Rider: MatchRiderGO Mitfahrgelegenheiten auf Kurzstrecken für Berufspendler

Stellen Sie sich und das Startup Match Rider doch kurz unseren Lesern vor!
„Wir, als Heidelberger Startup Match Rider, haben es uns zur Aufgabe gemacht, Mitfahrgelegenheiten auf Kurzstrecken für Berufspendler mit unserer App MatchRiderGO attraktiv zu machen. Diesen Mai gehen wir mit der App MatchRiderGO und unserer ersten Strecke zwischen Stuttgart und Tübingen in beide Richtungen auf den Markt. Fahrer können sich dadurch ihre Spritkosten teilen und Mitfahrer gelangen bequem, schnell, günstig und umweltschonend von A nach B.

Meine Funktion im Unternehmen ist dabei das Partnermanagement. Nach meiner Zeit als Doktorand an der Universität Stuttgart verantworte ich seit Januar dieses Jahres unter anderem die Multiplikator- und Stakeholderakquise und –betreuung.“

Wie ist die Idee zu Match Rider entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
„Entstanden ist die Idee durch eigene leidvolle Erfahrungen im Pendlerverkehr mit dem Auto. Im überwiegenden Teil der Pkw sitzt eine Person, im Durchschnitt sitzen bei Wegen zur Arbeit 1,2 Personen im Auto. Es ist doch viel sinnvoller, wenn sich Berufspendler gemeinsam auf den Weg zur Arbeit machen. Dadurch sind weniger Autos auf den Straßen, die Infrastruktur wird entlastet und positive ökologische Effekte ergeben sich ebenfalls. Durch diesen Gedankengang entstand die Idee für MatchRiderGO.

Gegründet wurde Match Rider von Geschäftsführer Alfred Swartzbaugh. Von Anfang an mit an Bord sind außerdem die beiden Business Developer und Mitgründer Katina Schneider und Frank Anders, sowie Amit Arora in der Softwareentwicklung.
Zusammengefunden haben sich Alfred und Frank – wie für die Startup-Szene typisch – über gemeinsame Freunde. Katina wurde dann der kreative Kopf am Standort Heidelberg. Wichtig war ihnen allen, dass sie im Team auf zwischenmenschlicher Ebene miteinander auskommen, denn nur so kann ein kleines Unternehmen funktionieren.“

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
„Für das Gründerteam kann ich stellvertretend sagen, dass sie absolut überzeugt sind von der Idee – und jetzt die Umsetzung unbedingt durchziehen wollen. Wir wollen den Beweis, dass unser Ansatz funktioniert!“

Von der Idee bis zum Start: was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
„Das Mobilitätsverhalten der Menschen verändert sich nur langsam. Viele Menschen benutzen weiterhin ihre gewohnten Verkehrsmittel und Mobilitätsmuster, um zur Arbeit zu gelangen. Das ist bis heute die größte Herausforderung. Unser Ziel ist es, langfristig mit einem attraktiven Angebot zu überzeugen und dafür braucht man einen langen Atem.

Finanziert haben wir uns unter Anderem durch unseren Gewinn des ShareBW-Preises des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im November 2015. In Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart haben wir uns mit Match Rider für diesen Share Economy Wettbewerb beworben und als eines von fünf Teams ein Preisgeld erhalten, um die Geschäftsidee weiter auszubauen, zu konkretisieren und unsere Apps weiterzuentwickeln. Initial unterstützt und gefördert wurden wir zudem von Axel Springer Plug And Play Accelerator, im weiteren Verlauf haben wir eine Förderung durch die EU erhalten und werden auch durch die Heidelberger Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützt.“

Wer ist die Zielgruppe von Match Rider?
„Hauptsächlich sprechen wir Berufspendler an, die Stau und Stress durch das Autofahren als Einzelperson vermeiden möchten. Wir nutzen unsere App MatchRiderGO zur Vermittlung der Mitfahrgelegenheiten, also richten wir uns vor allem, aber nicht nur, an Digital Natives. Unsere Zielgruppe definiert sich darüber hinaus durch umweltbewusste Menschen, die Zeit und Kosten sparen möchten.“

Wie funktioniert Match Rider?
„Im Einzelnen funktioniert es so: Unsere Kunden laden sich die App herunter. Nun können sie sich aus verschiedenen Möglichkeiten aussuchen, wann sie morgens und/ oder abends hin- und zurückfahren möchten. Der Fahrer bekommt eine Benachrichtigung über die speziell dafür entwickelte Fahrer-App. Die Mitfahrer kommen zu den von ihnen ausgewählten Match Points, das sind unsere Haltepunkte an gut erreichbaren und stark frequentierten Orten. Anhand der App können unsere Mitfahrer verfolgen, ob der Fahrer pünktlich ist. Die Bezahlung wird über das Bezahlungssystem „Stripe“ abgewickelt. Nach einmaliger Eingabe der Bankdaten funktioniert der Rest automatisch: Erst nachdem die Fahrt tatsächlich angetreten wurde, bezahlt der Kunde. Mitteilungen können vor der Fahrt zwischen Fahrer und Mitfahrer ausgetauscht werden, über ein Rankingsystem kann eine Bewertung der Fahrt abgegeben werden.“

Welche Vorteile bietet Match Rider?
„Wir spezialisieren uns auf spezifische, hoch frequentierte Pendlerstrecken, suchen unsere vertrauenswürdigen Fahrer selber aus und bieten einen festen Fahrplan zu typischen Pendlerzeiten, im Idealfall in einem Zehn-Minuten-Takt. Das stellt ein sehr flexibles Angebot für unsere Mitfahrer dar. Mit 15 Cent pro Kilometer sind wir auf den meisten Streckenabschnitten günstiger als öffentliche Verkehrsmittel. Unsere festen Abfahrtspunkte liegen direkt auf der Route der Fahrer und funktionieren wie Bushaltestellen, sodass sich Umwege für unsere Fahrer minimieren. Fahrten können früh im Voraus gebucht werden. Allerdings können sich Kurzentschlossene auch spontan für eine Mitfahrgelegenheit entscheiden.

Wie ist das Feedback?
„Wir bekommen viel positive Resonanz. Das Feedback unserer Befragungen der Fahrer und Mitfahrer fällt ausschließlich positiv aus.“

Match Rider, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
„In fünf Jahren haben wir neben der Metropolregion Stuttgart zehn weitere Metropolregion in Deutschland erschlossen. Des Weiteren möchten wir uns natürlich im europäischen und außereuropäischen Ausland etablieren.“

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1.) Wenn Ihr ein gutes Bauchgefühl habt, vertraut diesem: Glaubt an euch selbst, verfolgt eure Ideen konsequent und hartnäckig.
2.) Arbeitet hart: An eurer Vision, an euch selbst und im Team.
3.) Netzwerkt: Es gibt immer jemanden, der wertvolle Tipps geben kann. Nutzt diese Gelegenheiten.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Benedikt Krams für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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