Es macht kein Sinn ein Unternehmen zu gründen, wenn es kein Spaß macht und man nicht liebt, was man tut.

Magious: Stelle deine eigene Zeitschrift zusammen

Stellen Sie sich und das Startup Magious doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Fynn Comerford und ich Mitgründer von Magious, der personalisierten Zeitschrift. Konkret sieht das Konzept so aus, dass interessierte Leser aus unserer Auswahl von Essays, Reportagen etc. renommierter Autoren und Titel ihre Lieblingsartikel auswählen können, die ihnen in einer Zeitschrift zusammengefasst nach Hause geschickt werden.

Wie ist die Idee zu Magious entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Mein Mitgründer ist gleichzeitig mein Bruder. Aus diesem Grund war das Zusammenfinden relativ unkompliziert. Wir beide hatten immer schon das Verlangen, etwas neues, innovatives zu schaffen, unser eigener Chef zu sein. Circa 2014 hatten wir die Idee, da wir selbst sehr viele Zeitschriften lasen und unsere Zimmer dementsprechend mit Zeitschriftenstapeln zugestellt waren. Uns störte schon immer dieses starre Modell, nach dem die Redaktionen Zeitschriften zusammenstellen, die einer breiten Masse gefallen müssen und daher unspezifisch und unpersönlich sind.
Da uns mehrere Themengebiete interessieren und eine einzige Zeitschrift unmöglich Alles abdecken konnte, kamen wir auf die Idee: Wie wäre es, wenn der Leser selbst seine Inhalte aussuchen könnte. Dies war die Initialzündung für unser Startup, das wir jedoch aus erst nach dem Abi konkretisierten. Nun haben wir Magious ins Leben gerufen und freuen uns, dass unsere Idee so viel positives Feedback erhält.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ich denke, dass die größte Herausforderung definitiv die Akquisition von Content ist. Vor allem große Zeitschriftentitel sind schwierige Verhandlungspartner. Gleichzeitig freuen wir uns aber umso mehr, wenn eine Kooperation gelingt. Eine weitere große Herausforderung war auch die Balance zwischen Schule und Startup zu halten. Da wir mit der Idee anfingen, als wir beide noch in unseren letzten Schuljahren waren, war es durchaus herausfordernd, Beides zu managen. Doch das haben wir insgesamt sehr gut hinbekommen. Mein Bruder hat sein Abi mit 1.0 absolviert und ich, momentan im Endspurt, mache mich auch ganz gut. Trotzdem war es eine Erleichterung als mein Bruder dann mit dem Abi fertig war und sich voll und ganz auf Magious konzentrieren konnte.
Finanziell ist die Sache relativ unproblematisch, da wir weitestgehend alles alleine gemacht haben und die zeitaufwendigen Prozesse durch viel Programmierarbeit automatisieren konnten. Daher sind wir bisher mit Eigenkapital sehr gut über die Runden gekommen, werden aber für die weitergehende Produktentwicklung und Content Akquisition mit hoher Wahrscheinlichkeit externe Mittel verwenden müssen.

Wer ist die Zielgruppe von Magious?
Wie funktioniert das? Wie entscheidet der Leser?
Die Zielgruppe ist relativ groß, da unser Produkt eigentlich alle Zeitschriftenleser ansprechen soll. Dabei sind uns besonders die wichtig, die Print bevorzugen, was unseren Recherchen zufolge immer noch die Mehrheit ist. Mit der Schnelligkeit von digitalen Medien bezüglich News können wir nicht mithalten, das ist uns klar, doch Longreads und fesselnde Reportagen genießen die Meisten immer noch auf Papier.
Unser Angebot umfasst viele Themenbereiche zu denen in Zukunft noch einige mehr hinzukommen sollen, weshalb man auch da wenige Einschränkungen bezüglich der Zielgruppe machen muss. Für den Leser ist das ganz einfach: er wählt die Artikel aus, die Ihm in einer Preview auf unserer Website magious.de angezeigt werden, klickt auf bestellen und fertig!

Gibt es schon Feedback?
Da wir in den ersten Wochen nach dem Launch schon eine Menge Bestellungen verzeichnen konnten, haben wir entsprechend auch viel Feedback bekommen. Was gelobt wurde war die Einfachheit und Schnelligkeit des Bestellvorgangs, die Qualität der Artikel und der Personalisierungsfaktor natürlich, gleichzeitig wünschten sich viele Leser aber eine noch größere Auswahl an Artikel. Auf diesen Aspekt fokussieren wir uns nun.

Magious, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser wichtigstes Ziel für die Zukunft ist, dass wir eine sehr große Auswahl an hochqualitativen Artikeln anbieten können, sodass es dem Leser an nichts fehlt. Dafür erhoffen wir uns, dass wir weitere Kooperationen mit diversen Verlagen eingehen werden.
Damit so viele Menschen wie möglich von unserem Angebot profitieren können, haben wir uns als Ziel gesetzt, Magious mit dem Entertainment Programm von Fluggesellschaften zu verbinden. So könnten sich Leser vor einem Flug schnell die Zeitschrift zusammenstellen, die bei Abflug auf dem Sitzplatz bereitstehen würde. Dies sind unsere zwei Hauptziele für die Zukunft, an denen wir mit viel Ehrgeiz arbeiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Angehende Gründer haben diesen Tipp bestimmt schon oft genug gehört, doch unsere Erfahrungen bestätigten ihn immer wieder: Es macht kein Sinn ein Unternehmen zu gründen, wenn es kein Spaß macht und man nicht liebt, was man tut. Zwischendurch gibt es Phasen, in denen das Ganze zu scheitern droht oder Phasen, in denen viel harte Arbeit ansteht. Wenn man nicht voll hinter dem Produkt steht und keine Freude am Entwickeln des Produktes hat, dann wird man diese Phasen nicht durchstehen.
Ein weiterer Tipp ist es, nicht aufzugeben, sobald der erste Widerstand da ist. Kein Gründer ist erfolgreich, wenn er bei Problemen direkt das Handtuch wirft. Gibt man nicht auf, sondern löst die Probleme mit dem Team, ist die Erfolgswarscheinlichkeit um Einiges höher. Zum Schluss noch ein letzter Tipp, falls es doch mal nicht so klappt, wie man es wollte: Scheitern ist nicht selten, nicht schlimm und auch kein Grund das Entrepreneur-Dasein aufzugeben. Wenn man scheitert, hat man einfach nur einen weiteren Weg gefunden, wie es nicht geht und kann beim nächsten Mal mit mehr Erfahrung an den Start gehen. Lieben, was man tut, nicht aufgibt und bei Scheitern daraus lernen und nochmal versuchen. Das sind optimale Voraussetzungen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Fynn Comerford für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.