Dienstag, August 3, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

magaloop: digitaler B2B Marktplatz vernetzt unabhängige Einzelhändler direkt mit Lieferanten

Stellen Sie sich und das Startup magaloop doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Uwe Hölzer, ich bin CEO des Start-ups magaloop, dass ich 2018 gemeinsam mit Michael Högemann, ehemaliger Dawanda-Gründer, gegründet habe. Ich bin seit über 30 Jahren im internationalen Handel tätig, war u.a. in der Geschäftsführung von ALDI und real,- sowie international für die Metro Group im Einsatz. 

Mit magaloop haben wir einen digitalen B2B-Marktplatz geschaffen, der über die gleichnamige kostenfreie App unabhängige Einzelhändler direkt mit Lieferanten vernetzt. Das Tool sorgt für schnelle, einfache und effiziente Bestellvorgänge und verhilft damit unabhängigen Kiosken, Spätkaufläden, Bäckereien, Imbissen oder Tankstellen-Shops zu einem besseren Ressourcenmanagement. Durch die Kooperation mit FMCG-Herstellern profitieren die Shops von günstigen Preisen und Sonderangeboten und die Hersteller erhalten einen direkten Zugang sowie Einblick in die Warenströme des unabhängigen Handels, den es so bisher nicht gab.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Aus meiner langen Erfahrung im internationalen Handel, weiß ich um die große Bedeutung der kleinen unabhängigen Händler für die FMCG-Hersteller, ich kenne aber auch ihre alltäglichen Schwierigkeiten, wie z. B. die Undurchsichtigkeit der Angebote beim Einkauf, geringe Margen und analoge Prozesse wie vor 100 Jahren. Der Bereich schreit förmlich nach Digitalisierung! Durch Zufall haben Michael und ich uns in Berlin bei einer Startup-Veranstaltung kennengelernt, bei der Michael als Speaker über seine Erfahrungen bei Dawanda berichtete. Als ich ihm von meiner Idee erzählte, ist er  sofort darauf angesprungen. Als Experte von Marktplätzen war er es, der die Idee hatte, alle digital miteinander zu vernetzen. Nach vielen weiteren Treffen haben wir dann im Frühjahr 2018 die magaloop GmbH gegründet.

Welche Vision steckt hinter magaloop?

Unsere Vision mit magaloop ist es den weltweit größten B2B-Marktplatz im traditionellen, unabhängigen Handel zu schaffen und dabei die Millionen von kleinen Händlern rund um den Globus nachhaltig zu unterstützen und sie zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung war es, das Vertrauen der unabhängigen Händler zu gewinnen. Durch die bisher undurchsichtigen Strukturen im Einkauf und der Zulieferung, sind sie sehr misstrauisch, sich auf neue Bestellwege einzulassen. Dazu kommt, das die Händler eine sehr heterogene Zielgruppe sind und die Ansprache am besten durch das persönliche Gespräch vor Ort funktioniert. Wir mussten also Vertrauen aufbauen, damit uns die Händler erzählen, was sie beschäftigt, was sie umtreibt und vor allem was besser gemacht werden muss. Inzwischen nutzen mehr als 2.000 Händler die Plattform und es werden täglich mehr.

Für die initiale Finanzierung unterstützte uns Piton Capital als Investor. Im März diesen Jahres konnten wir durch unsere Seed-Finanzierungsrunde knappe 6 Millionen Euro an weiterem Kapital von Investoren wie Redalpine, Atlantic Food Labs, Piton Capital, Market One Capital, Bitburger Ventures und FJ Labs einsammeln. 

Wer ist die Zielgruppe von magaloop?

Unsere Zielgruppe sind zum einen die unabhängigen Händler – Betreiber von Kiosken, Spätkaufläden, Bäckereien, Imbissen oder Tankstellen-Shops. All diesen Einzelkämpfern greifen wir mit magaloop unter die Arme und geben ihnen nicht nur ein kostenfreies digitales Tool an die Hand, mit dem sie ihre Prozesse effizienter gestalten können, sondern schaffen durch die Vielzahl an Händlern, die unsere Plattform nutzen, eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten. Damit schaffen wir mehr Transparenz und die einzelnen Händler profitieren von besseren Preisen, Sonderangeboten und Cashbacks. Die zweite Zielgruppe sind die Lieferanten und FMCG-Hersteller, über die wir die Plattform auch finanzieren. Sie erhalten einen Einblick in die gesamten Warenströme des Impulskanals und einen direkten Zugang zu den unabhängigen Händlern. Somit bieten wir dem Markt eine bisher nie dagewesene Datengrundlage. 

Wie funktioniert magaloop? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das digitale Tool sorgt für schnelle, einfache und effiziente Bestellvorgänge, z.B. über smarte Features wie den Barcode-Scanner oder die Bestellhistorie. Der digitalisierte Ordering-Prozess reduziert Fehler und erleichtert gleichzeitig das Logistik-Management von Lieferanten. Neben dem besseren Ressourcenmanagement sparen die Händler durch die Preistransparenz, spezielle Angebote und Cashbacks zusätzlich Geld beim Einkauf. 

magaloop ist der einzige digitale Marktplatz, der sich speziell an unabhängige Händler richtet und sie mit Großhändlern und Herstellern verknüpft.

magaloop, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nachdem wir in der Berliner Späti-Szene schon sehr erfolgreich sind, weiten wir unser Geschäftsfeld aktuell in weiteren Städten und Regionen in Deutschland aus, wie z. B. Hamburg, Rhein-Main und Nordrhein-Westfalen. Der nächste Schritt ist dann die internationale Ausweitung. Gerade Osteuropa, Südamerika und Asien sind Märkte, in denen der unabhängige Handel eine gewaltige Bedeutung hat – in diese Märkte wollen wir perspektivisch mit magaloop eintreten  und auch dort unabhängige Händler durch Digitalisierung nachhaltig zukunftsfähig machen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist, die richtigen und vertrauenswürdigen Partner zu finden, die für die jeweiligen Fachgebiete gute  Coaches sind. Es ist  hilfreich, wenn jemand darunter ist, der einen Namen in der Branche hat und für Erfolg steht. Sucht nach dem Gründer, der den Weg, auf den ihr euch gerade macht,  bereits erlebt hat – und auch bereits die ein oder andere Narbe davon getragen hat. Statt der vielen Berater, die sich jeden Tag selbst auf Business-Netzwerken anbieten, solltet ihr lieber selbst auf die Suche nach passenden Partnern gehen und dabei euer eigenes Netzwerk nutzen. 

Der zweite Tipp heißt: Durchhalten! Gründen heißt, durch fürchterliche Täler zu gehen, durch Situationen, in denen die Nerven blank liegen. Aber wie schön ist es, wenn es wieder diesen herrlichen Tag gibt, wo es alles rund läuft. Also dranbleiben und weitermachen. 

Und Drittens: Fokus. Ich habe die Arbeit im Konzern, im Mittelstand und im Start-up kennengelernt und der Erfolg des Start-ups liegt ganz klar in seiner Geschwindigkeit. Diese gilt es so lange wie möglich zu erhalten und sich an neue oder veränderte Anforderungen anzupassen. Dabei sollte man sich aber nicht verzetteln und den Fokus verlieren. Gerade wenn man feststellt, dass bestimmte Annahmen falsch waren, muss man den Mut aufbringen zu korrigieren, um danach wieder Vollgas zu geben, denn das macht am Ende auch den meisten Spaß am Gründen: das Speed-Boot fahren. 

Wir bedanken uns bei Uwe Hölzer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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