Donnerstag, Oktober 21, 2021

Madita Best: Viel Ausdauer mitbringen – alles dauert länger als man denkt

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Treffen Sie Madita Best Gründerin von Daheim auf der herCAREER in München

Madita Best Gründerin von Daheim wird auf der herCAREER ein Meetup zum Thema halten Digital sucks sometimes – Ups & Downs einer digitalen sozialen Unternehmensgründung

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!
Madita Best: Daheim ist ein digitales Sprachcafé und ein Ort für Dialog, kulturellen Austausch & Sprachpraxis. Via Videotelefonie und interessenbasiertem Matching möchten wir Einheimische und Zugezogene unkompliziert ins Gespräch bringen und digitale Begegnung ermöglichen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Madita Best: Ich weiß, wie es ist, wenn man in einem fremden Land wohnt, wo man sehr wenig versteht. Ich habe es im Schüleraustausch und auch später als Studentin im Ausland erlebt: Ich kannte zu Beginn wenig Leute, konnte sehr schlecht Französisch und habe folglich nichts verstanden. Nur durch die Hilfe meiner Mitschüler, meiner Gastfamilie und später meiner Kommilitonen fand ich mich zurecht. Was blieb war der Gedanke: Warum gibt es eigentlich keine unkomplizierte & digitale Lösung für Menschen wie mich?

Als dann im Jahr 2015 die vielen Geflüchteten nach Deutschland kamen, wurde diese Idee konkreter. Denn: meine Auslandsaufenthalte waren zeitlich begrenzt. Wenn man hingegen die Entscheidung trifft oder sogar dazu gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen, ist es grundlegend, die jeweilige Landessprache zu sprechen. Sonst kann man keine Kontakte knüpfen und – das ist vor allem in Deutschland so – man findet nur schwer einen Job. Viele Geflüchtete sind derzeit auf der Suche nach einem neuen Zuhause, nicht nur geografisch, sondern auch menschlich. Diesen Prozess wollte ich unterstützen, möglichst unkompliziert und niedrigschwellig. Und so kam ich letztlich auf die Idee zu ‚Daheim‘.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Ein soziales Startup zu gründen, erfordert die Zusammenarbeit mit sozialen Trägern, Vereinen und Stiftungen. Dies macht Freude, ist aber manchmal auch schwierig, da das Konzept und insbesondere die Einfachheit und Vorteile eines „digitalen Sprachcafés“ nicht für alle sofort nachvollziehbar sind. Häufig sind die digitalen Lösungen immer noch neu und für viele mit Vorbehalten behaftet, was die Suche nach Unterstützern nicht unbedingt erleichtert. Glücklicherweise haben wir über die Zeit hinweg tolle Partner wie z.B. die Gelsenwasser Stiftung gewonnen, mit denen wir gemeinsam an unserer Idee feilen.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Da wir mit ‚Daheim’ auf eine aktuelle gesellschaftliche Herausforderung reagiert haben, konnten wir den Start nicht lang herauszögern. Das war sicherlich nicht verkehrt, weil wir die Plattform so von Anfang an mit den Nutzern gemeinsam (weiter)entwickelt haben. Trotzdem haben wir uns von Beginn an viele Gedanken gemacht: je mehr die Idee durchdacht ist, desto besser kann man auf Unvorhersehbares reagieren und andere von der Idee überzeugen.

Wie sind Sie auf die herCAREER aufmerksam geworden?
Auf die Messe bin ich direkt über die Gründerin selbst aufmerksam geworden. Sie hat mich mit ihrem Konzept und ihrer Begeisterung sofort überzeugt, teilzunehmen!

Zu welchem Thema werden Sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf der herCAREER weitergeben?
Ich werde vor allem über Erfahrungen aus den Accelerator-Programmen vom Social Impact Lab sowie von Axel Springer Plug & Play berichten; außerdem über generelle Learnings, Rückschläge und Erfolge sprechen.

Wie wichtig sind solche Events für Gründerinnen?
Events wie herCAREER sind generell wichtig und spannend, um sich mit anderen Gründerinnen zu vernetzen und Kontakte zu knüpfen bzw. diese zu festigen. Generell finde ich allerdings jegliche Art von Austausch nützlich – sowohl mit Gründerinnen als auch mit Gründern.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?
Ich habe keinen festen Plan, aber definitiv sehe ich mich in der Arbeit an spannenden und sinnvollen Projekten.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Angehende Gründerinnen sollten meiner Meinung nach Risikobereitschaft mitbringen (also lieber schnell was ausprobieren, als lange rumzubasteln), trotzdem ihre Ideen gut durchdenken und von allen Seiten beleuchten (das hilft sowohl gegenüber potentiellen Nutzern als auch Unterstützern und potentiellen Wettbewerbern) und viel Ausdauer mitbringen – alles dauert länger als man denkt.

Fotograf: Alexander Roth

Wir bedanken uns bei Madita Best für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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