Gründet mit Frauen! Diverse Startups sind einfach erfolgreicher!

Lytt: Vertrauensvolle Kommunikation in Unternehmen

Stellen Sie sich und das Startup Lytt kurz unseren Lesern vor!

Wir, Lara von Petersdorff-Campen und Marvin Homburg, sind die Andersdenkenden und Innovatoren der Arbeitswelt von morgen. 

Nach unserem Studium an der WWU in Münster und anschließendem Zwischenstopp an der CBS in Kopenhagen sind wir, angetrieben von unserer Vision, nach Deutschland zurückgekehrt und wollen von hier den Kulturwandel in Unternehmen mit einer digitalen Lösung vorantreiben.

Lytt ist ein digitaler Assistent, der Mitarbeitenden dabei hilft, Fehlverhalten, Bedenken und Feedback sicher und anonym mitzuteilen. So befähigen wir Arbeitnehmer*innen, über Themen zu sprechen, die sie für “tabu” erachten und helfen Unternehmen dabei, ihre Kultur und somit das Arbeitsklima nachhaltig zu verbessern.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Für uns beide war schon sehr früh klar, dass wir nicht in das klassische Muster “Arbeitnehmer” passen. 

Wir sind ständig von unseren Ideen und Visionen angetrieben und haben mit Lytt die beste Idee in die Tat umgesetzt.

Welche Vision steckt hinter Lytt?

Wir haben Lytt mit der Vision gegründet, jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer eine Stimme zu geben, um Bedenken ohne Angst vor Benachteiligung melden zu können.

Viele Betroffene fragen sich “an wen kann ich mich im Vertrauen wenden?”, wenn sie am Arbeitsplatz Diskriminierung und andere Formen der Benachteiligung erfahren und sich nicht zu Wort melden. Mehr als die Hälfte aller Missstände wird aus fehlender Diskretion und damit einhergehender Angst vor weiterer Benachteiligung still ertragen.

Wir sind der Meinung, dass sich etwas ändern muss. Denn jeder Mensch ist, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität mit Respekt und Toleranz zu behandeln. Unternehmen, die Lytt einführen, positionieren sich klar für ein faires und respektvolles Miteinander und schenken so ihren Mitarbeitenden ein offenes Ohr – jederzeit und überall.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben die Idee schon länger mit uns herumgetragen und uns Ende September 2018 gegen das Studium in Kopenhagen und für die Gründung in Deutschland entschieden.

Offiziell gestartet sind wir Anfang diesen Jahres mit der Eintragung im Handelsregister. 

Eine unserer größten Herausforderungen war es, fokussiert und geduldig  zu bleiben. Wir sprudeln vor Ideen und lieben es, Konzepte nochmal auf den Kopf zu stellen. So haben wir beispielsweise zu Beginn einen NLP-basierten Assistenten entwickelt, der technisch sehr ansprechend war, jedoch mussten wir erkennen, dass wir in die klassische “Over-Engineering” Falle getappt sind. Es galt also, ein paar Schritte zurück zu gehen, mit Kunden zu sprechen und herauszufinden, welche Lösung wirklich Wert stiftet.

Wir haben Lytt aus eigenen Ersparnissen gegründet und sind durch die Exist Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Wer ist die Zielgruppe von Lytt?

Unsere Zielgruppe sind Unternehmen, die sich ihrer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden bewusst sind und bei denen ein respektvoller Umgang ein elementarer Bestandteil ihrer Unternehmenskultur ist.

Dies ist unabhängig von der Größe des Unternehmens. Wir sehen jedoch, dass wir mit unserem digitalen Assistenten insbesondere bei schnell wachsenden Unternehmen sowie Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden dazu beitragen können, eine nachhaltige Vertrauenskultur zu etablieren.

Wie funktioniert Lytt? Wo liegen die Vorteile?

Mitarbeitende erreichen Lytt über eine kundenindividuelle Website oder Web-App. Im ersten Schritt können Mitarbeitende eine anonyme Meldung abgeben und anschließend im geschützten Dialog mit einer Vertrauensperson über ihr Anliegen sprechen. 

Mit Lytt haben Mitarbeitende die Möglichkeit, jederzeit und von überall eine Meldung an ihr Unternehmen abzugeben. So ermöglichen wir Unternehmen, ein kontinuierliches Stimmungsbild ihrer Unternehmenskultur zu erfassen und verbessern so die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeitenden. Das zeigt sich in der Reduzierung von Krankheitstagen und Personalfluktuation.

Wie ist das Feedback?

Unsere ersten Kunden sind überzeugt, dass sie mit unserer Lösung zu einer deutlichen Verbesserung ihrer Unternehmenskultur beitragen. Darüber hinaus haben wir bereits früh begonnen, mit Experten in diesem Bereich zu sprechen und konnten Christine Lüders, die ehemalige Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, für unser Vorhaben als Senior Partner gewinnen.

Darüber hinaus sehen wir die Aufnahme in das Accelerator Programm der Founders Foundation als Bestätigung unseres Geschäftsmodells. Die Kaderschmiede aus Bielefeld hat sich als einer der Top Acceleratoren in Deutschland bewährt.

Lytt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir international DIE LÖSUNG für vertrauensvolle Kommunikation in Unternehmen sein. Klar klingt das nach Elon Musk Phantasie; aber ohne die Vorstellung und den Willen, werden aus Startup-Küken keine Einhörner. 

Daher planen wir zu Ende des Jahres ein Seed-Invest und zu Mitte 2020 ein größeres Series-A Invest und sind hierzu bereits mit mehreren Venture Capitals in Gesprächen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
  1. Fokus, Fokus, Fokus. 
  2. Ihr wisst nichts, solange ihr nicht mit mindestens 100 Kunden geredet habt.
  3. Gründet mit Frauen! Diverse Startups sind einfach erfolgreicher.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lara von Petersdorff-Campen und Marvin Homburge für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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