Das Team ist sehr wichtig!

Lunchzeit: Neue Kollegen beim Mittagessen kennenlernen

Stellen Sie sich und das Startup Lunchzeit doch kurz unseren Lesern vor!
Lunchzeit wird von zwei Gründern geführt: Florian Gansemer (CEO) aus Hamburg und Damien Antipa (CTO) aus Wien. Wir helfen Unternehmen dabei, das interne Netzwerken ihrer Mitarbeiter wieder zu erleichtern. Und zwar in der ungezwungensten Atmosphäre, die der Arbeitsalltag zu bieten hat: während der Mittagspause.

Wie ist die Idee zu Lunchzeit entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee hatte Florian im Jahr 2015 als er seinen damaligen Job bei der XING AG angetreten ist. Er wurde zwar von seiner Führungskraft mit ein paar relevanten Kollegen verbunden, aber das reichte natürlich nicht aus. Er wollte wissen, wer eigentlich sonst noch im Bereich Produktmanagement arbeitet und vermisste eine entsprechende Übersicht.
Als er dann im Jahr 2016 seinem Freund Damien von dem Problem berichtete, war der sofort „Feuer und Flamme“ und entwickelt seitdem die Lunchzeit App. Seit Januar 2017 ist Lunchzeit nun offiziell ein Startup.

Warum haben Sie sich entschieden ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Florian wollte schon seit langem etwas Eigenes auf die Beine stellen, Damien hat bereits im Alter von 21 seine unternehmerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt, als er ein eigenes Unternehmen gründete. Beiden gefällt die Freiheit, Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung selbst zu tragen. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass Lunchzeit die Welt ein bisschen besser machen kann, weil es in der digitalisierten Welt die Menschen wieder zum persönlichen Austausch an den (Essens-) Tisch holt. Studien zeigen, dass glückliche Mitarbeiter produktiver sind und länger im Unternehmen bleiben. Wenn wir mit Lunchzeit einen Beitrag zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit leisten können, haben wir viel erreicht. Das ist natürlich ein hoch gestecktes Ziel, aber wir finden, es lohnt sich – für alle Beteiligten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war anfangs ein attraktives und glaubwürdiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Das fiel uns sehr schwer und wir haben daher Mitte März die Strategie angepasst. Mit dem Ergebnis sind wir nun mehr als zufrieden. Derzeit finanzieren wir das Unternehmen komplett aus eigenen Mitteln.

Lunchzeit: Neue Kollegen beim Mittagessen
Damien Antipa

Wer ist die Zielgruppe von Lunchzeit?
Die Kunden sind Unternehmen, die viele Mitarbeiter beschäftigen bzw. bei denen die Mitarbeiter über verschiedene Standorte verteilt sind. Die Nutzer der App sind dann alle Mitarbeiter in diesen Unternehmen. Das Konzept ist jedoch für jede Art von „Community“ interessant, z.B. Co-Working-Spaces, Vereine, Gewerkschaften und so weiter.

Wie funktioniert Lunchzeit?
Es ist im Prinzip sehr einfach: Das Unternehmen, meist in Form der HR-Abteilung, kommuniziert per Newsletter, Plakat oder schwarzem Brett an seine Mitarbeiter, dass sie Lunchzeit nutzen können. Die Mitarbeiter installieren sich dann einfach die App aus dem Apple oder Google Store, legen sich ein Profil an und beginnen mit dem Netzwerken, indem sie ihre Kollegen zum Lunch einladen.

Welche Vorteile bietet Lunchzeit?
In der App sehen die Mitarbeiter die Profile ihrer Kollegen samt Foto, Position, Abteilung, Interessen etc. und können sich einfach und ungezwungen über die App zum Lunch verabreden. Natürlich völlig unabhängig von bestehenden IT-Systemen im Unternehmen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern setzen wir auf einen Mobile-Only-Ansatz und erweiterte Funktionen rund um das Thema berufliches Networking.

Wie ist das Feedback?
Die App ist nun bei unserem ersten Kunden, der XING AG, im Einsatz. Das Feedback zur Idee ist bisher durchweg positiv, auch wenn die Nutzer natürlich noch einige Funktionen vermissen. Aber wir entwickeln die App derzeit gemeinsam mit den Unternehmen und Nutzern und gehen auf individuelle Bedürfnisse ein – ein Vorteil für uns und die sog. Early-Adopter-Kunden.

Lunchzeit, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten die klare Nummer Eins werden, wenn es um die Frage geht „Mit wem gehe ich heute Mittagessen?“. Dabei spielt es keine Rolle, ob zu zweit, in kleinen Gruppen, mit bereits bekannten oder neuen Kollegen.
Wir gehen bei der Planung ziemlich hanseatisch vor und planen unser Wachstum eher konservativ. Wir freuen uns, wenn wir es schaffen eine gesunde und nachhaltig erfolgreiche, mittelgroße Unternehmung aufzubauen, die in vielen Unternehmen Mitarbeiter in ihrem Arbeitsleben unterstützt und somit zufriedener und erfolgreicher macht.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Das Team ist sehr wichtig. Ein Gründungsteam sollte aus unserer Sicht aus nicht mehr als drei Personen bestehen und es ist von Vorteil, wenn man sich bereits vorher kennt. Wir merken immer wieder wie wichtig es ist, dass man eine gemeinsame Vision teilt und sich über die strategische Ausrichtung einig ist. Natürlich sollten auch die Aufgabenbereiche klar abgesteckt sein. Hier kommt es dem Team zugute, wenn jeder seinen Spezialbereichen hat, z.B. Marketing, Produktentwicklung, Vertrieb.

Wir können nur jedem empfehlen, möglichst vielen Personen früh von der Idee zu erzählen. Es besteht kaum die Gefahr, dass es jemand schneller umsetzt bzw. kopiert. Bei der Produktentwicklung würden wir aus der Problemstellung heraus entwickeln und dabei immer wieder die Zielgruppe befragen, welche Bedürfnisse tatsächlich bestehen und ob das Produkt wirklich das Problem löst.

Schließlich sollte man sich sehr gut überlegen, wann und wofür Fremdkapital notwendig ist und wie viele Firmenanteile man dafür abgibt. Da die Anteile am Anfang immer die einzige Währung sind, in der man „zahlen“ kann, tendiert man dazu, zu viele Anteile abzugeben. Das kann sich später rächen. Man sollte also wirklich genau wissen, wen man wann an Board holt, und ob es das wert ist.

Titelbild: Florian Gansemer

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian Gansemer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

X