Sucht Euch den richtigen Partner!

Lunchit bringt die Essensmarke in die digitale Welt

Stellen Sie sich und die App Lunchit doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Mitgründer Ralph Meyer und ich haben 2014 die Spendit AG gegründet mit dem Ziel, Arbeitgebern dabei zu helfen, das für jedes Unternehmen zentrale Thema optimal zu gestalten: das Verhältnis zu den Mitarbeitern. Mittlerweile arbeiten wir bereits mit 1.300 Unternehmen aller Größen zusammen.
Mit Lunchit, unserem neuesten Produkt, haben wir die klassische Essensmarke in die digitale Welt geholt und dabei neu erfunden: Mitarbeiter können ohne jegliche Einschränkung bei jedem Restaurant, Supermarkt, Imbiss etc. mittags Essen gehen, reichen den Beleg anschließend mit der Lunchit-App ein und bekommen am Monatsende automatisch mit dem Gehalt eine Erstattung durch den Arbeitgeber. Bis zu 6,27 €sind möglich – steuerfrei und das für jeden Mitarbeiter jeden Tag.

Wie ist die Idee zu Lunchit entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Im Bereich Essen hat sich in Deutschland in den letzten Jahren enorm viel getan. Angefangen vom lange Zeit sehr nüchternen Lebensmittelkauf bei Aldi von der Palette, hin zu unterschiedlichsten Kochshows, vegetarischer und veganer Ernährung, HelloFresh, Deliveroo und Foodora: im Thema Essen ist jetzt in Deutschland sehr viel Emotion und Bewegung.
Bei allen Spendit-Produkten nutzen wir immer eine der zahlreichen Ausnahmen im umfangreichen deutschen Steuerrecht und machen sie für Arbeitgeber ganz einfach und ohne Admin-Aufwand nutzbar. Unser erstes Produkt war die Spendit Mastercard für steuerfreie Sachbezüge.
Da war es naheliegend, sich als nächstes dem arbeitgeberfinanzierten Mittagessen anzunehmen. Jede Kantine wird über diese Regelung subventioniert. Hat der Arbeitgeber an einem Standort oder auch generell keine Kantine, konnte man in der Vergangenheit klassische Papiergutscheine an die Mitarbeiter verteilen.
Dieses Thema in die heutige Zeit zu holen hat uns enorm gereizt. Jeder muss jeden Tag essen – dafür ein digitales Produkt zu liefern, das dann auch jeden Tag verwendet wird – daraus ergeben sich viele wunderbare Anknüpfpunkte.
Nach einiger Zeit sind wir auf die Idee gekommen, komplett ohne Akzeptanzpartner zu arbeiten und stattdessen auf Basis des Belegs tatsächlichen Konsum von Essen bzw. Lebensmitteln zu erstatten. Obwohl es diesen Markt seit über 50 Jahren und in über 40 Ländern auf der Welt gibt: wir sind die ersten weltweit, die das Thema nicht über Guthaben & Akzeptanzpartner sondern völlig flexibel über eine Erstattung lösen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Als Unternehmer ist unsere Hauptaufgabe, jeden Tag Probleme zu lösen. Wie auf einer kurvigen Straße: Hauptsache, man hält die Spur. Meistens geht die Straße bergaufund man muss anschieben aber manchmal läuft’s auch mit etwas weniger Energie von selbst.
Wir mussten für die beleg-basierte Erstattung von Lunchit eine Änderung der Lohnsteuerrichtlinie erwirken und ob das klappt war nie sicher. Mit viel Unterstützung des Bayerischen Finanzministeriums haben wir es letztlich nach 1,5 Jahren erfolgreich geschafft.
Dass es für die Lunchit-Freigabe in Österreich nur einen Termin mit dem Bundesfinanzministerium gebraucht hat war einer der Momente, in denen es eben mal mit weniger Energie lief.
Auch unsere Finanzierung haben wir immer sehr unternehmerisch gesehen: Die ersten 1,5 Jahre haben Ralph und ich komplett aus eigenen Mitteln und mit ersten Umsätzen bestritten. Dann war der richtige Zeitpunkt gekommen um drei erfolgreiche Unternehmer zu Angel-Investoren zu machen und letzten Dezember ist dann noch die Familie Reimann als Investor eingestiegen.

Was sind Ihre Aufgaben bei Lunchit?
Ich kümmere mich um die Themen Marketing, PR und Kooperationen.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag von Ihnen aus?
Ich bin in der Regel um 09.00 Uhr im Büro. Als Erstes überlege ich mir stets, mit welchem der unterschiedlichen Themen auf meinem Schreibtisch ich den größten Impact erreiche. Unser wichtigstes Ziel sind möglichst viele neue Kunden. Dementsprechend priorisiere ich mit Hilfe einer Mindmap und dann geht’s los. Und dann prallen Plan und Realität aufeinander und ich versuche, mich zu behaupten.

Mit der App Lunchit können Mitarbeiter Mittagessen und bekommen Geld zurück. Wie funktioniert das?
Ganz einfach: der Mitarbeiter bezahlt sein Mittagessen – egal ob im Restaurant, Supermarkt oder Kiosk – fotografiert den Beleg mit unserer App und bekommt mit dem Gehalt die Erstattung. Pro Tag gehen bis zu  6,27 € –mit Lunchit geht das komplett steuerfrei.

Wie kommt das Konzept bei Mitarbeitern und Arbeitgebern an?
Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz von Lunchit. Natürlich haben wir darauf gehofft, dass wir mit Lunchit einen Nerv treffen: das sehr positiv besetzte Thema Mittagessen in Verbindung mit Technologie und Emotion.
Letzte Woche hat uns zum Beispiel der Geschäftsführer eines unserer Kunden, dem Softwareanbieter Avira, von den begeisterten Reaktionen seiner Mitarbeiter erzählt. Unsere Existenzberechtigung ist eine Emotion: Mitarbeiter, die durch uns ein bisschen stärker motiviert und glücklicher sind.
Unser Claim heißt schließlich auch: Happiness is profitable.

Lunchit, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich denke, dass wir in fünf Jahren Papiergutscheine obsolet gemacht haben. Wir arbeiten jeden Tag sehr hart daran, dass wir in fünf Jahren in vielen Ländern Marktführer in einem Markt sind, den wir mit Lunchit erfunden haben und wollen zum Gattungsbegriff werden.
Quasi: „Ich lunchitte jetzt“!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Twois Company:Sucht Euch den richtigen Partner. Gemeinsam zu gründen macht viel mehr Spaß, in schwierigen Phasen gibt’s einen Leidensgenossen, wenn’s gut läuft: auch Erfolg zu teilen macht mehr Spaß. Ich selbst hab sehr viel Glück mit meinen Mitgründer Ralph, besser hätte ich es mir nicht wünschen können.
2. Authentisch: Als Unternehmer nimmt man viele Risiken und Unsicherheiten auf sich. Einer von vielen Vorteilen ist aber, dass man jeden Aspekt der Firma und der Produkte selbst gestalten kann. Also weg vom Mainstream und baut die Firma so, dass Arbeitsabläufe, Team, Partner, Kunden usw. perfekt zu Euch passen.
Der Grund, wieso wir oder auch Firmen wie Einhorn in Berlin erfolgreich sind ist, dass wir eigene Wege beschreiten und nicht glauben, dass wir Standard-Startup-Klischees erfüllen müssen.
3. Bauchnabel: Auf sich selbst schauen und ein eigenes Gefühl für Status Quo und Erfolg entwickeln. Nicht zu sehr beeindrucken lassen von den sagenhaften Erfolgen mancher Startups, die sich oft später als nicht ganz so sagenhaft herausstellen. Schon Julius Caesar hat gesagt: glaube nicht alles, was im Internet steht!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian Gottschallers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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