Sonntag, November 28, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

lovely sisters Womenswear-Modemarke für Frauen im letzten Drittel ihres Berufslebens

Stellen Sie sich und das Startup lovely sisters doch kurz unseren Lesern vor!

lovely sisters ist eine neue, progressive, digital affine, dezentral organisierte und vertikal agierende Womenswear-Modemarke für Frauen im letzten Drittel ihres Berufslebens. Unsere Zielgruppe verbindet Ecken und Kanten, mit altersunabhängiger Frauenpower, Neugierde und Leichtigkeit. lovely sisters verbindet alte Stärken wie Passform, Qualität und Preis/Leistung „gesetzter“ Marken mit dem Modegrad vermeintlich „jüngerer“ Anbieter. Wir entwickeln inspirierende und casual orientierte Coordinates-Kollektionen für selbstbewusste Frauen im letzten Drittel ihres Berufslebens. Qualität, ein hoher Modegrad und Passformsicherheit von Größe 36, bis Größe bis 48 gehören zu unserer DNA.

Ich bin Managing Partner und geschäftsführender Gesellschafter der HABitu & Co.KG, unter der ich die DOB-Marke lovely sisters gegründet habe. Dank meiner mehrjährigen Erfahrung in verschiedenen leitenden Management-Positionen in der Modebranche (u.a. Gerry Weber, Comma) bin ich Experte für strategische Vertriebssteuerung und Führung von Vertriebsorganisationen in diesem Bereich. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir wollen uns von einigen üblichen Marktmechanismen der Flächenbewirtschaftung verabschieden. Das neue Projekt ist aus persönlichen Learnings entstanden. In großen Unternehmen kann man manches nicht verändern.

Welche Vision steckt hinter lovely sisters?

Wir verbinden die Innovationskraft eines Startups mit der Neutralität eines unverbrauchten Namens. Wir verstehen uns als Teil einer weiblichen Community und zeigen Frauen, dass sie schon immer cool, engagiert und selbstbewusst waren. Und wir stärken Frauen in ihrer natürlichen Selbstverständlichkeit. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Es gibt spaßigere Dinge, als mitten in einer Pandemie Menschen davon zu überzeugen, in ein Startup zu investieren, das mit Mode zu tun hat. Die anpackende, typisch deutsche Mentalität scheint offensichtlich nicht mehr so weit verbreitet zu sein, wie man es von außen bzw. historisch betrachtet noch einschätzen könnte.  Man braucht Ausdauer, Mut, ein klares Konzept und darf sich nicht beirren lassen.

Sämtliche staatliche Institutionen haben im Verlauf dieses Prozesses bewiesen, warum sich unser Land in der Krise so behäbig und langsam bewegt. Entscheidungen werden unendlich verzögert und man tut sich im Rahmen eines analogen und zentral organisierten Beamten-Apparates sehr schwer damit, dezentral und digital organisierte Geschäftsmodelle zu verstehen. Zwischen Lippenbekenntnissen, also politischem „Reden“ und praktischem „Agieren“ tun sich an dieser Stelle oft Welten auf. Herausgekommen ist am Ende eine klassische Finanzierung, die sich aus einem guten Anteil an Eigenkapital von mir und meinen beiden Partnern sowie einer Kreditlinie zusammensetzt, die sich zwei Banken teilen und die in einer Kurve hauptsächlich zur Vorfinanzierung der Produktion von größtenteils bereits verkauften Aufträgen benötigt wird.  

Wer ist die Zielgruppe von lovely sisters?

lovely sisters hat eine erwachsene Zielgruppe vor Augen, die sich im letzten Drittel des Arbeitslebens befindet und viel ungenutztes Potenzial verspricht. Wir beschäftigen uns mit Frauen, die Ecken, Kanten und Kurven haben. Der Grundtenor der Mode ist casual mit Konzentration auf Qualität und Passform im Größenspiegel von 36 bis 48. Die „lovely sisters“ sind Frauen, die in den 80er und 90er Jahren Mitbegründerinnen der heutigen Emanzipationsbewegung waren, gegen Atomkraft und für mehr Umweltbewusstsein kämpften und zu Depeche Mode, AHA oder U2 tanzten. In Wort und Bild werden wir Geschichten dieser Generation erzählen und zum Schmunzeln anregen, um zu dokumentieren, wie cool diese Frauen früher bereits waren und heute noch sind. Wir lieben diese Zielgruppe, die aus unserer Sicht vom Markt generell nicht genügend wertgeschätzt wird, weil man ihr oft nur suggeriert, dass ausschließlich ihre Tochter wichtig wäre. 

Was ist das Besondere an der Mode? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Beim Ordern steht Partnerschaft im Vordergrund: So soll es weniger Vororder, Never out of Stock- oder Basis-Qualitäten, dafür aber mehr Mode und Nachorder geben. Wir leben die Themen Zielgruppenbekenntnis, Zielgruppenansprache, Lieferrhythmus, Kollektionsplanung, Flächenbewirtschaftung, Nachhaltigkeit, Bekenntnis zum Fachhandel und Partnerschaft anders, als es der Mainstream der Branche vorgibt. Hierzu gehört auch das Thema Expansion und damit verbunden die Thematik der üblichen Verkaufsphasen. Zentrales Ziel ist es, Warentourismus zu verhindern und trotzdem Sorge zu tragen, dass die Partner gesunde Abschriften nicht fürchten müssen und Warenlager im Griff behalten.

Wir koppeln alte Werte in Punkto Passform und Qualität mit dem hohen modischen Bewusstsein dieser Zielgruppe. Sind keine Newcomer, sondern Branchenexperten mit starker Expertise, wenn es um die DOB (Fachbegriff der Textilbranche für Damenoberbekleidung) geht. Wir bekennen uns zum Facheinzelhandel, ducken uns nicht weg und übernehmen durch eine ausgefeilte Bewirtschaftung unserer Flächen permanent Verantwortung in der Saison, gerade wenn es um die Rentabilität unserer Marke am Point of Sale geht. Das Thema Nachhaltigkeit ist für uns ein Hygiene-Faktor, dem wir uns in all unserem Schaffen gerne annehmen, mit dem wir allerdings weder Preiserhöhungen rechtfertigen wollen und um den wir auch keine Werbestrategie stricken, um künstlich Umsatz zu pushen. All das ist unser Verständnis von authentischer Glaubwürdigkeit. 

lovely sisters, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen uns in fünf Jahren als der Partner, der in den Augen des Fachhandels als erstes erkannt hat, wie wertvoll die beschriebene Zielgruppe für den Einzelhandel ist. Man wird uns schätzen, weil wir nicht nur über Partnerschaft reden, sondern selbige praktizieren, Trends schnell umzusetzen wissen und flexibel agieren. Und weil man mit unserem Produkt und der damit einhergehenden Flächenbewirtschaftung die höchsten Nettoroherträge pro Quadratmeter erwirtschaftet. Die Community der Frauen, für die wir da sein wollen, wird uns lieben, weil wir uns zu ihnen bekennen, ihre Figuren umschmeicheln und weil spannende Frauen dann nicht nur von innen heraus strahlen, sondern ihrer Power auch mit Hilfe unserer Produkte nach außen Ausdruck verleihen können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Vorbereitung lohnt sich! Ein klarer Plan, vorab gespiegelt durch möglichst viele verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Expertisen, hilft bei allen Gesprächen mit Investoren, Banken und Behörden. 

An sich glauben! Rückschläge gehören dazu und kommen immer wieder. Man sollte aus ihnen lernen, Energie sammeln, über den eigenen Schatten springen, Veränderungen zulassen, jedoch an der Kernidee festhalten. 

Durchhalten! Mein Partner hat mir in der Gründungsphase immer gesagt, dass es immer die passende Lösung zu einem Problem gibt – man muss Sie nur lange genug suchen. Es geht also nie darum „ob“ man ein Problem lösen kann, sondern immer nur darum „wie“ man es löst. 

Wir bedanken uns bei Jens Herzig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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