Wenn man eine gute Idee hat, sollte man keine Scheu haben, Geld aufzunehmen

LOVECO verkauft nachhaltige Mode, sprich fair, ökologisch und vegan produzierte Kleidung

Stellen Sie sich und das Startup LOVECO doch kurz unseren Lesern vor!
LOVECO hat sich 2014 gegründet und besteht mittlerweile aus drei stationären Läden und Onlineshop. Wir verkaufen nachhaltige Mode, sprich sozial, ökologisch und vegan produzierte Kleidung. Alle Labels, die wir aufnehmen und verkaufen, suchen wir nach strengen Kriterien wie dem GOTS oder der FWF aus.

Wie ist die Idee zu LOVECO entstanden?
Ich, Christina, beschäftige mich schon lange mit nachhaltiger Mode. Im Studium wurde ich auf die Missstände in der Textilproduktion aufmerksam und habe mich seitdem dem Thema nicht mehr abgewendet. Nach einigen Stationen im Verkauf und im Vertrieb habe ich dann gemeinsam mit meinem Partner beschlossen, LOVECO zu gründen.

Welche Vision steckt hinter LOVECO?
Die Modewelt zu revolutionieren! Sie gehört zu einer der schmutzigsten Industrien überhaupt und wir möchten das ändern. Kleidung soll so hergestellt werden, dass weder Umwelt, Mensch noch Tier dafür leiden müssen. Dass sie dabei trotzdem gut aussehen sowie bequem und lange zu tragen sein kann, das möchten wir mit LOVECO zeigen!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Finanzierung war tatsächlich immer die größte Herausforderung bei jedem Schritt in unserer Entwicklung. Wir haben Kredite aufnehmen müssen.

Für die stationären Läden war es außerdem eine Herausforderung, bezahlbare Ladenflächen zu finden, die unseren Vorstellungen entsprachen.

Wer ist die Zielgruppe von LOVECO?
Wie das in der Modewelt so üblich ist – vorrangig Frauen, zwischen 30-40, die sich meist schon mit Nachhaltigkeit in anderen Lebensbereichen auseinandergesetzt haben. Wir haben aber auch eine treue Stammkundschaft unter Männern.

Wie wählen Sie die Mode aus?
Wir haben mit allen Labels persönlichen Kontakt, meist treffen wir sie auf Messen. Natürlich halten wir nach strengen Siegeln wie dem GOTS bei Biobaumwolle Ausschau, doch wir wissen auch, dass Zertifizierungen für kleine Labels, die gerade erst starten, häufig eine finanzielle Belastung sind. Deshalb ist für uns das direkte Gespräch genau so wichtig. Können all unsere Fragen zu Materialien und Arbeitsbedingungen in der Herstellung beantwortet werden? Ist das Label transparent? Fahren die Gründer selbst mehrmals im Jahr zu den Produktionsstätten? Das sind für uns wichtige Kriterien.

Und dann muss die Kleidung natürlich auch von der Ästhetik her passen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Unsere Kleidung ist sowohl ökologisch, fair als auch vegan hergestellt. Es gibt viele Modeunternehmen, die sich leider nur auf einen dieser Aspekte konzentrieren oder – auf gar keinen einzigen. Für uns sind alle drei wichtig. Außerdem möchten wir neben dem Verkauf der Kleidung auch Aufklärungsarbeit betreiben. Deshalb gibt es unser Online-Magazin und unseren Ratgeber. Auch veranstalten wir immer wieder Talks, Filmscreenings oder andere Community Events. Wir möchten mit unseren Kunden und der Gemeinschaft über die bestehenden Verhältnisse in der Modebranche diskutieren und neue Möglichkeiten aufzeigen und entwickeln.

LOVECO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Nach der letzten Neueröffnung unseres Stores in Schöneberg machen wir jetzt erstmal etwas langsamer. Aber in 5 Jahren könnte schon noch ein Laden oder ein eigenes Label dazu kommen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1) Für mich war es immer sehr wichtig mir und meinen Idealen treu zu bleiben. Damit schafft man Authentizität und die braucht man, um sich von anderen Anbietern abzuheben.
2) Viele Dinge konnte ich nicht. Einen Businessplan erstellen, mich in Gespräche mit Banken stürzen, Personalfragen. Da ist es hilfreich, sich professionelle Hilfe zur Seite zu nehmen, bevor man etwas völlig falsch anfängt und später die Fehler ausmerzen muss.
3) Wenn man eine gute Idee hat, sollte man keine Scheu haben, Geld aufzunehmen.

Es ist immer ein Risiko. Aber es kann sich auch mehr als lohnen!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christina Wille für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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