Mundabwischen, Aufstehen und Weitermachen!

LOLOCO App mit Treueprogramm um lokale Unternehmen zu unterstützen

Stellen Sie sich und das Startup LOLOCO doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Malte Hendricks. Ich liebe Sport, Reisen und habe vor etwa zwei Jahren aus meinem Wirtschaftsinformatik Studium das Kölner Startup LOLOCO gegründet. Die LOLOCO App ist eine digitale Kundenbindungs- und Marketingplattform die kleine lokale Unternehmen mit algorithmisch-basierten und individuellen Handlungsempfehlungen sowie Möglichkeiten der Marketingautomatisierung versorgt, um optimierte Entscheidungshilfen für Zielgruppenansprache, Cross-und Upselling und Marketingausrichtungen zu bieten. Für Endkunden ist LOLOCO ein digitales Treuesystem womit diese bei allen ihren Lieblingshändlern Punkte sammeln können und für ihre Treue belohnt werden.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Da meine Eltern seit über 40 Jahren im Einzelhandel selbständig sind kenne ich die Probleme kleiner stationären Unternehmen seit meiner Kindheit. Der Gründergeist meiner Familie verbunden mit dem Wirtschaftsinformatikstudium an der Universität zu Köln, dass mir gezeigt hat, wie die Digitalisierung Unternehmen helfen kann hat mich schlussendlich dazu bewegt selbst eine Lösung zu finden. 

Welche Vision steckt hinter LOLOCO?

Unser Ziel ist es den lokalen Handel mithilfe intelligenter, moderner Tools zu stärken um Städte digitaler, sozialer und nachhaltiger zu gestalten. Kleine Händler haben es immer schwerer mit großen Unternehmen zu konkurrieren, jedoch weisen sie nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich einen enormen Wert für Städte und Gemeinden auf. Kurzum, lokale Unternehmen machen unsere Städte lebendig und lebenswert. Wir möchten, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Daher wollen wir, dass sie eine stabile und konkurrenzfähige Marktposition erlangen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Hürde war definitiv die Händler, also die Köpfe, die Inhaber hinter den Unternehmen zu verstehen und noch besser kennen zulernen. Nur auf diesem Wege konnten wir die Kern-Probleme stationärer Geschäfte erheben und darauf basierend eine kundenzentrierte Lösung bauen. Finanziert haben wir uns die erste Zeit über Förderungen des Landesministeriums NRW für Digitalisierung und Wirtschaft. Durch die Unterstützung weiterer Institutionen wie die Universität zu Köln, IHK, SmartCity Cologne sowie das Startup-Programm von Vodafone konnten wir weitere Erfolge verbuchen.

Wer ist die Zielgruppe von LOLOCO?

Unsere Zielgruppe sind im Kern kleine, lokale, stationäre Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen. Es finden auch zunehmend Gespräche mit Kommunen und Städten statt die LOLOCO gerne als Plattform bei sich einführen wollen, um somit möglichst vielen Händlern zu helfen. Auf der anderen Seite aber natürlich auch Endkunden, die bei unseren LOLOCO-Geschäften einkaufen gehen.

Wie funktioniert LOLOCO? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

LOLOCO App Treueprogramm lokale Unternehmen

Das Ziel von LOLOCO ist es, die Zukunft des Einzelhandels zu sichern, indem wir ihn bei der Digitalisierung unterstützen. Wir bauen ein Treueprogramm für die Händler auf, in dem die Kunden Punkte für Prämien sammeln und gleichzeitig anonymisiert die Kundendaten über viele Geschäfte aggregiert und mittels künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Die Händler bekommen dadurch Erkenntnisse beispielsweise für die Sortimentsgestaltung und die Kundenansprache. Big Data für kleine Händler sozusagen. Wir legen einen starken Fokus auf Datenanonymität, geringe Einstiegsbarrieren und die Intelligenz des Systems. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Momentan brauchen diese kleinen Unternehmen unsere Hilfe umso mehr – das Coronavirus und seine Auswirkungen haben Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister hart getroffen. Um lokale Unternehmen bundesweit in Zeiten des Coronavirus zu unterstützen haben wir die Online-Charity-Aktion „Ein Herz für Händler“ ins Leben gerufen. Frei nach der Devise „Gemeinsam durch dick und dünn“ können Interessierte seit dem 1.April 2020 im gleichnamigen Online-Shop (www.herz-für-händler.de) T-Shirts, Hoodies uvm. kaufen, und damit Solidarität mit lokalen Geschäften zeigen. Alle Erträge, die aus dem Verkauf entstehen, werden als Spende an die Unternehmen weitergegeben. Dabei bestimmen die Käuferinnen und Käufer selbst, wie viel sie bezahlen und wen sie mit ihrem Einkauf unterstützen möchten. Dazu können sie entweder bereits registrierte Händler auswählen oder selbst Unternehmen vorschlagen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Seit der Kontaktsperre haben wir angefangen komplett online zu arbeiten und uns durch digitale Team Meetings gegenseitig zu informieren. So hat jeder die Möglichkeit Ideen für unsere Charity-Aktion im Plenum zu besprechen, auch wenn das natürlich mit einem Face-to-Face-Meeting nicht zu vergleichen ist. Wir werden aber jeden Tag besser.

Trotz aller Komplikationen, die Corona mit sich bringt, ist es für LOLOCO eine Möglichkeit, durch „Ein Herz für Händler“ zu beweisen, dass wir wirklich helfen wollen und können, besonders in schweren Zeiten. Aufgrund meiner privaten Verbundenheit und Erfahrungen im Familienbetrieb meiner Eltern können wir absolut nachvollziehen wo die Probleme liegen. So versuchen wir den bestmöglichen Halt sowie Verlässlichkeit für unsere Händler zu bieten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich denke, dass durch die Krise in vielen Menschen ein Umdenken stattfindet. Umdenken heißt in irgendeiner Form auch Weiterentwicklung. Ich wünsche mir, dass wir gestärkt aus dieser Krise treten können. Leider wird dies nicht für alle von uns und auch nicht für alle von unseren Händlern möglich sein. Auch deshalb versuchen wir momentan viel Kraft, Hoffnung und möglichst viele finanzielle Mittel zu spenden.

LOLOCO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ziel ist es in den nächsten Jahren möglich vielen Händlern deutschlandweit zu helfen! Diese Aufgabe beginnt aber auch mit Awareness schaffen – digitaler Awareness. In fünf Jahren wäre ich stolz zu sagen: Wir haben viele kleine Unternehmen befähigt sich selbst zu helfen.

Natürlich fände ich es auch spitze in Berlin, Hamburg und München LOLOCoins zu sammeln…

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Redet mit möglichst vielen und verschiedenen Menschen über eure Ideen
  • Stellt euch ein einzigartiges Team zusammen und habt Spaß
  • Mundabwischen, Aufstehen, Weitermachen!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Malte Hendricks für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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