Alles zum Thema Lohn- und Gehaltsabrechnung

Oft werden die Begriffe Lohn und Gehalt synonym verwendet, tatsächlich gibt es jedoch einen kleinen Unterschied bei der Definition. Die sog. Lohn-, Entgelt- oder Gehaltsabrechnung wird als Leistungsnachweis und für die Steuererklärung benötigt. Im Folgenden werden die Begrifflichkeiten erklärt und eine Übersicht  über die Inhalte einer Abrechnung gegeben.

Der Unterschied zwischen Lohn- und Gehaltsabrechnung

Beide Abrechnungen stellen einen Nachweis über die finanzielle Entlohnung des Arbeitnehmers für seine geleistete Arbeit dar. Es gibt allerdings folgenden kleinen Unterschied:

  • Der Lohn berechnet sich meist auf Stundenlohnbasis aus den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, d.h. die Höhe des Lohns kann monatlich schwanken
  • Ein Gehalt wird monatlich als fester Betrag ausbezahlt, unabhängig davon, wie lange und wie viel  gearbeitet oder ob Überstunden geleistet wurden.

Woraus setzt sich die Abrechnung zusammen?

Es müssen alle relevanten Informationen zum Abrechnungszeitraum, und wie sich das Einkommen zusammensetzt, enthalten sein. Die Gehaltsabrechnung muss in schriftlicher Textform erfolgen und dient als Einkommens- bzw. Liquiditätsnachweis für

  • Steuererklärung
  • Wohnungssuche
  • Kreditvergabe

Anhand der Abrechnung lassen sich Brutto- und Nettolohn, inklusive sämtlicher Zulagen und Abzüge, nachvollziehen. Vom Bruttolohn werden abgezogen:

  • Einkommenssteuer
  • Kirchensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
Lohn Gehaltsabrechnung

Was wird vom Bruttogehalt abgezogen? 

1. Einkommenssteuer
Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen und der Lohnsteuerklasse des Beschäftigten. Insgesamt gibt es sechs Lohnsteuerklassen:

  1. Alleinstehende Arbeitnehmer
  2. Alleinerziehende Arbeitnehmer
  3. Verheiratete Arbeitnehmer, wenn der Partner weniger verdient oder erwerbslos ist
  4. Verheiratete Arbeitnehmer mit gleich oder ähnlichem Verdienst
  5. Verheiratete Arbeitnehmer, wenn der Partner mehr verdient
  6. Mit Zweit- oder Nebenjob

Zum Grundfreibetrag:

Wenn das Jahreseinkommen unter 9.168 Euro pro Person liegt, wird keine Lohnsteuer fällig. Dies dient der Grundsicherung des Existenzminimums. Erst wenn das Einkommen über dieser Summe liegt, wird Lohnsteuer erhoben.

2. Kirchensteuer
Als Angehöriger einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft muss Kirchensteuer entrichtet werden. Aktuell liegt die Kirchensteuer in Bayern und Baden-Württemberg bei 8%, in allen andern Bundesländern bei 9%.

3. Solidaritätszuschlag
Der „Soli“ wurde in Zeiten der Deutschen Einigung eingeführt, um die DDR wieder aufzubauen. Seine Höhe beläuft sich auf 5,5%.

4. Krankenversicherung
Die Krankenversicherung ist obligatorisch für jeden Arbeitnehmer. Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung beträgt der Beitragssatz 14,6%.

5. Arbeitslosenversicherung
Sollte der Arbeitnehmer arbeitslos werden, kommt die Arbeitslosenversicherung in dieser Zeit für sein Einkommen auf. Aktuell beläuft sich der Beitrag auf 2,5% vom Bruttoeinkommen.

6. Rentenversicherung
Wer in den Ruhestand als Pensionär oder Rentner eintritt, erntet die Früchte seiner Arbeit. Um dies zu gewährleisten, müssen alle Beschäftigten sowie Auszubildenden einen Beitrag von 18,6% in die Rentenkasse zahlen.

7. Pflegeversicherung
Falls der Arbeitnehmer ein Pflegefall wird, übernimmt die Pflegeversicherung zum Teil die Kosten. Hier belaufen sich die Beitragssätze auf 3,05 % für Kinderlose über 23 Jahre und 3,3% für Personen mit Kindern.
Die Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung werden jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Freibeträge und sonstige Bezüge

Freibeträge wirken sich ebenfalls auf die Lohnsteuer aus. Hierzu zählen folgende Bezüge:

  • Kinderfreibetrag
  • Erziehungsfreibetrag
  • Ausbildungsfreibetrag
  • Sonstige Bezüge:
    – Urlaubsgeld
    – Weihnachtsgeld
    – Tantiemen
    – Abfindungen

Tipps für Unternehmer:


Wenn ein kleines oder mittelständisches Unternehmen die Lohn- und Gehaltsabrechnung selbst vornehmen möchte, empfiehlt es sich hierfür ein Lohn-Abrechnungs-Programm oder eine Excel-Tabelle zu nutzen. Die Abrechnungen sollten pünktlich erfolgen und übersichtlich sein, da es sonst auf Seiten der Mitarbeiter zu Motivationsmangel oder gar Frustration kommen kann. Eine Liste aller Abkürzungen gibt es hier.

Autor: Anna Schmidt

Lohn Gehaltsabrechnung

Anna Schmidt ist 1968 in Hamburg geboren und aufgewachsen.
Die studierte Politikwissenschaftlerin und Journalistin arbeitet als freischaffende Autorin für mehrere regionale und überregionale Zeitungen. Spezialisiert hat sie sich auf die Themen rund um Globalisierung, Wirtschaftspolitik und Nachhaltigkeitsaspekte in Unternehmensfragen.

Bildquellen: Shutterstock / Autorin

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

redaktion

Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Schreibe einen Kommentar