Einfach ausprobieren und am Anfang nicht jahrelang an einem Konzept herumbasteln!

Die Gründer von Lobu waren in der Start-up Show 2 Minuten 2 Millionen zu Gast. Wie es nach der Show weiterging, erzählen Sie im Interview

Wie ist die Idee zu Lobu entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Eines Tages haben wir den Status unserer Bestellung bei einem großen Online-Händler überprüft und dabei entdeckt, dass das bestellte Buch sich gerade in Dortmund befindet. Rund 930 Kilometer von Wien entfernt! Warum, haben wir uns damals gefragt, muss ein Buch, das möglicherweise in der Buchhandlung um die Ecke vorrätig ist, eine so große Strecke zu uns zurücklegen. Das ist nicht nur ineffizient, sondern schadet auch lokalen Buchhändlern. Hinzu kommt, dass Großkonzerne aufgrund prekärer Arbeitsbedingungen und Steuervergünstigungen vermehrt in der Kritik stehen. Wir, das sind Konstantin Klingler und Moritz Stephan, besuchen gemeinsam die „Sir Karl Popper Schule“ in Wien, wo wir dieses Jahr maturieren.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen? Welche Vision steckt hinter Lobu?
Die größte Herausforderung war, dass man manchmal unterschätzt, wieviel Arbeit, Zeit und Energie dann doch in solch ein Projekt fließt. Wenn man ohne Kapital und neben der Schule startet, muss man natürlich jeden einzelnen Schritt der Wertschöpfungskette und allem, was drum herum dazu kommt, selbst erledigen. Das geht dann vom anfänglichem selbst jeden Abend mit dem Fahrrad ausliefern, über Termine in den Freistunden bis hin zum Beantworten von hunderten E-Mails, während man eigentlich für die anstehende Mathematik Schularbeit lernen sollte. Das sind viele Dinge, an die man nicht denkt, wenn man die Idee hat, denn theoretisch ist alles immer sehr einfach und gut zu bewältigen, aber in der Umsetzung kommt dann doch noch sehr viel emotionaler Stress dazu.

Beim Durchhalten hilft uns aber stets die Vision, die hinter Lobu steht: Den Buchhandel in Österreich wieder auf eine lokale Ebene zu heben.

Wer ist die Zielgruppe von Lobu?
In unserer Zielgruppe befinden sich all die Menschen, denen es wichtig ist, dass der lokale Buchhandel weiterbestehen kann. Unsere Stichproben haben ergeben, dass sich dieses Anliegen quer durch alle alters- und sozioökonomischen Schichten zieht.

Wie funktioniert Lobu?
Mit „Lobu“, das für „lokalen Buchhandel“ bzw. „local buying“ steht, haben wir ein Alternativ-Konzept zum Online-Versandhandel entwickelt. Online bestellt, sollen die Bücher innerhalb von wenigen Tagen per Fahrradkurier (in inneren Bezirken) sowie per Post an die Empfänger zugestellt werden.

Welche Vorteile bietet Lobu?
Als Kunde von Lobu trägt man direkt dazu bei, den lokalen Buchhandel zu stärken. Außerdem ist die Lieferung per Fahrradkurier, auf die Lobu zum Teil zurückgreift, effizient und umweltschonend.

Sie waren mit Lobu in 2 Minuten 2 Millionen die Start-up Show. Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet?
Wir hatten Lobu schon vorher sehr oft Male gepitcht und haben uns daher nicht allzu sehr auf die Sendung im Speziellen vorbereitet. Wir sind ein sehr eingespieltes Team und jeder von uns weiß genau, was der andere tut. Daher haben wir unsere ganze Präsentation eher darauf ausgelegt, dass wir uns spontan entscheiden, wer was sagt, denn wir kennen das schon aus der Schule, dass wenn man sich zu sehr auf etwas vorbereitet und auswendig lernt, man das dann auch meistens vergisst und auch schnell aus dem Konzept gebracht wird.

Wie ist das Medien Echo nach der Show?
Wir hatten ja mit Lobu bereits 2017 für einiges an Medienaufmerksamkeit gesorgt, daher ist der große Ansturm nach der Sendung verständlicherweise etwas ausgeblieben. Natürlich haben wir aber danach wieder einige Interviews gegeben und auch viele neue UnterstützerInnen gefunden.

Wie ist das Feedback der Kunden nach dem Auftritt in der Startup Sendung 2 Minuten 2 Millionen? Wie hat sich die Nachfrage entwickelt?
Da wir derzeit in der Entwicklungsphase sind und keine Auslieferungsphase stattfinden, gab es kein direktes Feedback von Kundenseite. Wir sind aber gerade dabei, mit einigen Buchhandlungen unsere vor kurzem fertiggestellte Software einzuführen und die haben unseren Auftritt in der Show alle als spannend und der Sache zuträglich befunden. Wir haben außerdem sehr viele E-Mails bekommen und persönliches Feedback von Leuten, die schon dem Start entgegenfiebern erhalten. Insofern hatte die Show mit Sicherheit einen positiven Einfluss auf die Nachfrage!

Welchen Investor hatten Sie im Auge?
Wir hatten nicht wirklich eine bestimmte Person im Auge, denn wir glauben, dass jeder der Investoren mit seinen unterschiedlichen Kompetenzen und Know-how zum Erfolg beitragen kann. Wir wollten daher einfach mal erzählen, was wir vorhaben und hofften, dass sich einer der Investoren für unsere Idee begeistern lassen kann.

Würden Sie anderen Start-up Unternehmen die Teilnahme an der Sendung empfehlen?
Ganz bestimmt! 2M2M ist eine unfassbar nützliche Plattform, um die eigene Idee einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, wodurch man dann doppelt profitieren kann: Zum einen gibt es das Feedback (und hoffentlich auch finanzielle Unterstützung) von Profis, zum anderen bekommt man auch eine direkte Reaktion von potentiellen Zielgruppen.

Lobu, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
„Privat“ steht für uns beide jetzt mal die Absolvierung der Matura auf dem Plan. Mit Lobu werden wir in den nächsten Wochen die neue Software ausgiebig mit den Buchhandlungen testen, um dann endlich zu starten. In der Start-up Welt kann alles sehr, sehr schnell gehen, wodurch wir wirklich nicht sagen können, was in fünf Jahren sein wird. Sicher ist, dass wir uns neben und nach dem Studium unternehmerisch betätigen werden. Bis dahin ist Lobu hoffentlich schon gewachsen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Unser Tipp ist: einfach ausprobieren und am Anfang nicht jahrelang an einem Konzept herumbasteln! Wenn man die Idee in kleinem Rahmen und mit minimalen Investitionen testet, bekommt man sofort Feedback und weiß, ob es sich überhaupt lohnt, die Idee weiterzuverfolgen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Rob Law für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

X