Von der weiten Welt ins Kinderzimmer: warum ein Reiseveranstalter jetzt Baby-Poster produziert

Meike Haagmans und Lynn Marie Zapp gründen littleplan Erste-Hilfe-Poster fürs Kinderzimmer.

Die Prognosen für den Tourismus verheißen nichts Gutes: gerade wurde die weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni verlängert. Darüber hinaus hat Außenminister Maas sehr deutlich signalisiert, dass es keine zweite Rückholwelle mehr geben wird. Wann die Tourismusbranche also wieder ihre Arbeit aufnehmen kann, bleibt ungewiss. Aber was tun, wenn alle Reisen storniert sind und der „Pauseknopf“ für das Unternehmen auf unbestimmte Zeit gedrückt ist? Meike Haagmans, die Gründerin des Reiseveranstalters JOVENTOUR, nutzt die Zeit, um gemeinsam mit der Grafikdesignerin Lynn Marie Zapp ein Projekt umzusetzen, welches schon lange in der Schublade lag: personalisierte Erste-Hilfe-Poster fürs Kinderzimmer. 

„Wenn ich eines als Unternehmerin gelernt habe, dann ist es das ‚Machen’“, sagt Meike Haagmans.

Die Düsseldorferin sitzt in ihren leeren Büroräumen. Wo bis Anfang März noch Reisen organisiert und verkauft wurden, stapeln sich nun Fotopapier und Verpackungsmaterialen. Gemeinsam mit der Grafikdesignerin Lynn Marie Zapp hat Haagmans innerhalb von einem Monat ein neues Projekt aus dem Boden gestampft: littleplan (littleplan.de) – Kleiner Plan. Große Hilfe! 

„Seit der Geburt meiner Tochter habe ich mich mit dem Thema Erste-Hilfe für Babys und Kleinkinder beschäftigt“, erinnert sich Lynn Marie Zapp. „Dabei habe ich festgestellt, dass all die Kurse und Bücher zu dem Thema nur wirklich etwas bringen, wenn diese Maßnahmen auch verinnerlicht werden. Denn so kann erst eine Sicherheit entstehen, um in Notsituationen sicher handeln zu können.“. 

Die zwei gebürtigen Leichlingerinnen, die sich seit der Einschulung kennen, sind nicht nur seit der Kindheit befreundet, sondern wurden auch gleichzeitig Mütter.

So etablierte sich das Thema Nachwuchs in der Freundschaft. Bei Gesprächen haben beide schnell gemerkt, dass es eine Sache gibt, die in Kinderzimmern fehlt: Informative und plakative Erste-Hilfe-Poster, die dabei auch noch liebevoll und ansprechend gestaltet sind. So werden sie gerne an die Wand gehangen, statt in irgendeiner Schublade zu verschwinden. Da auch bei der Grafikdesignerin Zapp seit Ausbruch der Pandemie die Aufträge massiv eingebrochen sind, war das die Geburtsstunde von littleplan. 

„Wir sind keine Mediziner und wir wollen auch gar nicht die Nothilfe ersetzen. Unser Ziel ist lediglich, jungen Eltern, Großeltern und Babysittern einen Leitfaden zum sicheren Handeln zu geben, bis der Notarzt eingetroffen ist. Das Wichtigste ist, handlungsfähig zu bleiben“, erklären die zwei Unternehmerinnen, die sich bei der Konzeption der Poster auf die Leitlinien vom Deutscher Rat für Wiederbelebung – German Resuscitation Council (GRC) e.V. beziehen. 

„Die Aufgabenverteilung bei littleplan war von vorne herein klar: Lynn gestaltet, ich programmiere. So entstand unser Online-Shop“, erzählt Haagmans. „Natürlich hätte ich die ganze Zeit auch in JOVENTOUR investieren können. Viele Konkurrenten von uns bieten jetzt virtuelles Reisen oder ähnliches an. Ich persönlich halte aber relativ wenig davon, zum einen, weil man ein Land und seine Kultur erleben, schmecken, riechen, anfassen muss und zum anderen kann niemand absehen, wann es wieder los geht. Schon allein aus rein wirtschaftlichen Aspekten macht die Neuorientierung Sinn“. 

Seit einem Monat arbeiten nun Zapp und Haagmans an dem neuen Projekt, welches diese Woche online gehen wird. Wohin die Reise mit littleplan geht, können beide noch nicht sagen. „Es tut einfach wieder gut, zusammen zu arbeiten, etwas zu schaffen und kreativ zu sein“, da sind die Gründerinnen sich einig. 

Quelle JOVENTOUR

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