Sibilla Kawala: Gründung ist eine beständige Achterbahnfahrt

LIMBERRY Onlineshop für Designer-Trachtenmode für sie und ihn

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen LIMBERRY doch kurz vor!
Mein Name ist Sibilla Kawala und ich habe das Label LIMBERRY vor fünf Jahren gegründet. Nach einer Umstrukturierung sind wir seit zwei Jahren mit dem jetzigen Businessmodel am Markt aktiv: Ein Onlineshop für Designer-Trachtenmode für sie und ihn. Wir haben sowohl eine eigene Kollektion unter dem Label LIMBERRY, als auch über 25 Trachtendesigner im Sortiment.

Wie ist die Idee zu LIMBERRY entstanden?
Es war ein Prozess: Ich bin zunächst mit LIMBERRY als Modelabel gestartet, wo unsere Kundinnen via eines Online-Konfigurators ihre Kleidungsstücke selbst gestalten konnten und wir haben diese dann nach Maß in Deutschland angefertigt. Witzigerweise liefen besonders die Dirndl sehr gut und wir haben viel mediale Aufmerksamkeit mit dem Online-Styling-Tool erregt, da es damals noch ein Novum in dem Bereich war. Somit war es eine natürliche Entwicklung: Ich fing an, mich nur noch auf Trachten zu spezialisieren und öffnete meinen Onlineshop auch für andere Premium-Hersteller.

Warum haben Sie sich dazu entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und für mich war es schon früh klar, dass ich als klassische Angestellte nicht glücklich werden würde. Mein Vater hätte es gerne gesehen, wenn ich den Familienbetrieb übernommen hätte und so arbeitete ich zwei Jahre mit und bei ihm. Ich merkte jedoch schnell, dass mich seine Branche [Stahl- und Metall-Import sowie Export] einfach nicht begeisterte. Über meine Dissertation im Bereich „Mass Customization“ kam dann die Idee für LIMBERRY und ich legte los.

Haben Sie diesen Schritt schon mal bereut?
Nein!
Dennoch ist eine Gründung eine beständige Achterbahnfahrt. Gerade in der Anfangszeit, als ich mich noch nicht auf Trachtenmode spezialisiert hatte, war es oft nicht leicht – die Modebranche ist ein hartes Pflaster. Ich habe jedoch weitergekämpft. So fand ich meine Nische und bin in dieser sehr glücklich. Ich bin froh, dass ich damals nicht aufgegeben habe! Es dauerte einfach, bis ich meine richtige Ausrichtung und das beste Businessmodel für LIMBERRY gefunden hatte.

Wie haben Sie sich finanziert?
Ich habe mich über ein Friends & Family-Darlehen finanziert – und konnte mit diesem meine Vision von LIMBERRY umsetzen. Zum Glück konnte ich bereits das Darlehen zurückzahlen und bin seit einem Jahr Breakeven.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit dem Neustart 2014 entwickelt?
Die Spezialisierung auf Designer-Trachten wurde vom Markt sehr gut angenommen und wir konnten viele namhafte Designer im Sortiment aufnehmen. 2015 war dann unser bis dato bestes Jahr mit einer Wachstumsrate von über 100%. Ich bin mir sicher, dass sich der Aufwärtstrend auch 2016 fortsetzt.

Wer ist die Zielgruppe von LIMBERRY?
Alle, die Trachten lieben! Unsere Hauptzielgruppe ist zwischen 30 und 45 Jahre alt. Die meisten Kunden kommen natürlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber interessanterweise haben wir inzwischen auch viele Verkäufe nach China, Japan, in die Vereinigten Emirate oder in die USA.

Was ist das Besondere an der Trachtenmode von LIMBERRY?
Die Kollektion wird nach wie vor von mir persönlich designed und alle Trachten sind von Hand und mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Ich achte sehr auf hochwertige Qualität der Stoffe und individuelle, kreative Looks.

LIMBERRY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich hoffe natürlich, dass wir weiterhin ein gesundes Wachstum realisieren können: Ich möchte gerne die Bekanntheit der Marke LIMBERRY steigern, meinen Kundenstamm erweitern, weiter internationalisieren und noch mehr Hersteller im Sortiment aufnehmen. Gerade arbeite ich an einer neuen Kollektion im Country-Stil: Das heißt luftige Stoffe und fröhliche, leichte Styles, die dazu einladen, Trachten nicht nur mit Oktoberfest in Verbindung zu bringen, sondern ganzjährig LIMBERRY-Elemente wie Blusen, Röcke, Janker oder Sommerkleider im Outfit einfließen zu lassen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Lasst euch nicht unterkriegen, und auch wenn es immer wieder sehr schwierige Zeiten gibt – nicht aufgeben. Meine Erfahrung hat gezeigt: Es hat sich gelohnt, weiterzumachen, das Geschäftskonzept zu hinterfragen und so zu optimieren, dass man den Markt erreicht und sich einen Teil des Kuchens abschneiden kann.

Wir bedanken uns bei Sibilla Kawala für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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