Erfolg tritt denke ich dann ein, wenn man sich durch den Misthaufen durchgegraben hat

Lightboys: innovative Design-Leuchten

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Lightboys doch kurz  unseren Lesern vor!
Wir haben als Firma mit Leuchtbildern angefangen, bei denen wir z.B. Glaskuppeln oder Kirchenfresken mit speziellen Kameras fotografieren und sie nach einer Software-Reproduktion mit LED wieder im Raum belichten. Das ganze sieht dann wie echt aus und ist vor allem für Architekten oder den Hotelbau interessant. Wir machen aber auch noch andere Sachen. Mittlerweile entwickeln wir uns dazu immer weiter im Projektbereich und machen umfassendere Lösungen für B2B Kunden. So haben neulich z.B. eine Licht Galerie in New York fertig gestellt.

Wie ist die Idee zu Lightboys entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Das ist eine sehr umfangreiche Geschichte. Der Produkterfinder arbeitet garnicht mehr bei uns. Die Gründungsfinanzierung haben die Jungs um Philipp Westermeyer gemacht. Das jetzige operative Team ist quasi komplett neu. Ursprünglich kam die Idee zu den Produkten daher, dass man Billboards, also beleuchtete Werbetafeln mit Kunst und Fotografie ausstatten wollte. Dafür gibt es, wie wir merken, eine super Nachfrage. Wir verstehen uns am ehesten als Veredler und Kreativteam mit Umsetzungskompetenz.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Finanzierung ist ja ein Thema für jede Firma, daher also eher langweilig und ich würde hier jetzt nichts schreiben, was nicht auch andere schon geschrieben haben. Wir versuchen vor allem Umsatz zu machen. Meine persönlichen Herausforderungen waren auf jeden Fall der Umgang mit „alter“ Kultur im Unternehmen und der Frage, wie man sie in eine „neue“ Kultur integriert – ich bin lange nach der Gründung als externer CEO dazu gekommen. Ich habe für mich leider festgestellt, dass das nicht funktioniert hat und musste mich von allem, was die „Vergangenheit“ repräsentiert, trennen. Das war sehr emotional aber in meinen Augen der richtige Schritt.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Wie viele andere Unternehmen gibt es Höhen und Tiefen. Gestern ist alles aus, heute sind wir die Könige der Welt und morgen ist schon wieder alles aus. So ist es zumindest gefühlt. Wir wachsen auf jeden Fall im Umsatz und werden immer besser, das ist die Hauptsache. Natürlich haben wir auch ganz eigenartige Herausforderungen.

Wer ist die Zielgruppe von Lightboys?
In erster Linie Menschen oder Unternehmen die viel Geld haben. Wir sprechen viel mit Architekten oder Inneneinrichtern. Diese wiederum haben oft Kunden aus den Bereichen Hospitality oder eben HNIs.

Welche Produkte bieten Sie an?
Wir bieten eine Reihe an Standardprodukten an, die wir „illuminated Art“ nennen, also Kunst + Licht. Darüber hinaus setzen wir Sonderkonzepte mit Architekten um.

Wo liegt der USP von Lightboys?
Wir haben eine große Galerie mit vielen weltweit bekannten Künstlern und Fotografen, das ist auf jeden Fall eine tolle Sache. Wir haben die beste Qualität im Markt, stellen nahezu alles in Deutschland her, das ist vielen Kunden wichtig. Sowie ein paar vorteilhafte Lizenzen, z.B. von Polaroid, haben wir auch.

Lightboys, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das ist eine sinnlose Frage. Ich würde gerne vieles, aber was in fünf Jahren ist, kann ich nicht sagen.

Zum Schluss: Welche3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ich bin sicher nicht schlauer als die meisten Menschen, kann aber sagen, welche Fehler ich bisher gemacht habe:
1. Ein Business Plan muss in erster Linie für mich selbst geschrieben sein und er muss mir das Vermitteln, was ich wissen will: wie viel Geld habe ich, wie hoch sind meine Kosten, was muss ich an Umsatz machen um meine Kosten zu decken bzw. den Plan zu erfüllen, wenn ich eine Kapitalerhöhung gemacht habe. Später sollte man dort noch stärker ins Detail gehen und den ROI der einzelnen Aktivitäten so gut es geht errechnen.
2. Wenn ich das Gefühl habe, dass Mitarbeiter vom Team Fit nicht passen, muss ich die Zusammenarbeit umgehend und mit voller Konsequenz beenden.Fachliche Dinge kann man lernen, aber die Persönlichkeit eines Menschen kann man nicht wirklich der Firma anpassen. Das ist alles natürlich leichter gesagt als getan – ich selbst habe mal ein ganzes Jahr gebraucht bis ich eine Zusammenarbeit beendet habe, die nicht funktionierte. Die Konsequenzen sind scharf, denn es schadet dem Team-Spirit, der Produktivität und lenkt nur vom wesentlichen ab.
3. Erfolg tritt denke ich dann ein, wenn man sich durch den Misthaufen durchgegraben hat. Daher muss es die oberste Priorität sein, Probleme zu beseitigen, Baustellen zu schließen und Probleme zu verhindern. Auch das ist nicht leicht, denn jeden Tag kommen neue Probleme dazu und man kann da leicht der Überblick verlieren. Wenn man Nachts nicht schlafen kann, weil einen die Probleme auffressen, dann sollte man aufstehen und sich dran machen sie zu lösen und auch hier mit großer Entschlossenheit vorgehen. Keine Angst vor Konflikten haben hilft.

Wir bedanken uns bei Philipp Baumgaertel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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