Mittwoch, November 30, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Libati ist eine App, mit der chronisch Kranke neue Orte entdecken können, passend zu ihren eigenen individuellen Bedürfnissen

Stellen Sie sich und das Startup Libati doch kurz unseren Lesern vor!

Libati ist eine App, mit der chronisch Kranke neue Orte entdecken können, passend zu ihren eigenen individuellen Bedürfnissen. Man gibt zunächst an, von welcher Krankheit/ von welchen Krankheiten man betroffen ist und welche Gegebenheiten die eigenen Symptome triggern. Danach können besuchte Orte wie Restaurants, Cafés, Hotels etc. auf die Tauglichkeit bezüglich der eigenen Krankheit/ Trigger bewertet werden und selbst kann man natürlich die von anderen Nutzern geschriebenen Bewertungen lesen. Gemeinsam mit unseren Nutzern möchten wir dafür sorgen, dass chronisch Kranke endlich mehr Transparenz und schnellen Zugriff auf notwendige Informationen haben! 

Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten haben wir auch ein Hygiene-Feature implementiert, mit dem Locations auf die Einhaltung von Hygienestandards bewertet werden können.Unser Gründerteam besteht aus Katrin (CEO, M.Sc. International Business Studies), Doro (COO, Staatsexamen Zahnmedizin) und Nikhil (BA Produktdesign). Im Bereich Entwicklung werden wir fleißig unterstützt von Ben (B.Sc. Wirtschaftsinformatik) und Geo (B.Sc. Informatik).

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Heutzutage kann man Digitalisierung dazu nutzen, nicht nur Geld zu verdienen, sondern damit auch etwas Gutes zu tun – und genau diese Chance möchten wir nutzen. Unser Team hat selber im familiären Umfeld und im Freundeskreis mehrere Personen, die von chronischen Krankheiten betroffen und deshalb im Alltag eingeschränkt sind. Mit Libati können wir nicht nur ihnen, sondern dank der vielen Möglichkeiten heutzutage auch vielen anderen Menschen helfen. 

Welche Vision steckt hinter Libati?

Heutzutage können wir gesunden Menschen mit 3 Klicks im Internet entscheiden, welches Restaurant, Hotel, Café etc. wir besuchen. Betroffene von chronischen Krankheiten und Menschen mit Geheinschränkungen haben dieses Glück meist nicht, denn viel zu viele Informationen fehlen im Vorhinein: Asthmatiker fragen sich zum Beispiel: Gibt es dort Parkplätze in der Nähe? Muss ich Treppen steigen, oder gibt es einen Aufzug? – Während jemand mit Adipositas unsicher ist, ob die Toilettenkabinen groß genug sind und Allergiker im Vorhinein herausfinden müssen, ob es Gerichte gibt, die sie bestellen können. Diese Informationen sind meist im Vorhinein nur mit viel Aufwand zu bekommen. Unsere Vision ist es, chronisch Kranken wieder zu mehr Freiheit zu verhelfen – denn wir finden, dass es jeder verdient hat, frei und unabhängig unterwegs sein zu können. In Zukunft möchten wir die App auch internationalisieren und auf viele weitere Krankheiten ausweiten.

Von der Idee bis zum Start: was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen war definitiv, das passende Team aufzubauen. Am Anfang waren Katrin und Doro erst einmal alleine – und als BWLerin und Medizinerin konnten wir die Idee so natürlich nicht umsetzen. Deshalb sind wir dankbar, im Nachhinein unseren Designer Nikhil und unsere Entwickler Ben und Geo gefunden zu haben. Momentan ist es unsere größte Challenge, eine große Community mit vielen Nutzern aufzubauen, die die Locations in unserer App bewerten und diese somit mit Leben füllen. Deshalb würden wir uns umso mehr freuen, wenn ihr als Leser unsere App herunterladen und mit uns die Welt ein kleines Stückchen besser machen würdet!

Finanziert haben wir uns bis jetzt durch Crowdfunding und durch ein Preisgeld, das wir bei einem Startup Wettbewerb der Universität Erlangen-Nürnberg gewonnen haben. Momentan sind wir auf der Suche nach einem Investor. Wir haben auch die ersten Affiliate Partner gefunden, deren Produkte wir unseren Nutzern in einer Unterseite der App zeigen. Wir arbeiten ausschließlich mit Firmen zusammen, die Produkte/Apps/Services anbieten, die für chronisch Kranke einen Mehrwert haben.

Wer ist die Zielgruppe von Libati?

Unsere Nutzer bzw. Early Adopter sind chronisch kranke Menschen in Deutschland, die sich von ihrer Krankheit im Alltag eingeschränkt fühlen und die regelmäßig ein Smartphone benutzen. In Deutschland ist heutzutage jeder Zweite von einer chronischen Krankheit betroffen, davon ist jeder Vierte stärker im Alltag eingeschränkt.

Wie funktioniert Libati? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Libati ist eine community-basierte Plattform, mit der chronisch Kranke neue Locations passend zu ihren individuellen Bedürfnissen finden können. Die App funktioniert folgendermaßen: Zunächst registriert sich der Nutzer und vervollständigt sein Profil. Dabei ist es vor allem wichtig, dass er nicht nur die Krankheit(en) auswählt, von der/denen er betroffen ist, sondern auch die individuellen Triggerfaktoren bzw. Präferenzen. Je nach Krankheit wird der Nutzer durch eine Reihe von Screens geführt, die mögliche Präferenzen passend zur jeweiligen Krankheit abfragt. Wenn der Nutzer all diese Angaben gemacht hat, landet er auf einer Karte, auf der ihm die verschiedenen Orte in seiner Nähe angezeigt werden- markiert in den Ampelfarben rot, grün und gelb. 

Ein rot markierter Ort zeigt an, dass basierend auf den Bewertungen der anderen Nutzer diese Location mit hoher Wahrscheinlichkeit die Symptome der Krankheit triggern könnte/ nicht den eigenen Präferenzen entspricht. Orange markierte Orte haben bezüglich der ausgewählten Trigger mittelmäßige Bewertungen bekommen und ein grün markierter Ort sollte zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit für den jeweiligen Nutzer geeignet sein. Im Übrigen könnte der Nutzer auch zunächst ohne Registrierung und Angabe der Trigger fortfahren, um sich die Funktionen der App anzusehen, würde dann aber nicht die individuellen Empfehlungen für Orte bekommen. Wenn der Nutzer eine bestimmte Location anklickt, bekommt er dann detailliertere Bewertungen zu den einzelnen Triggern angezeigt, sowie gegebenenfalls hochgeladene Bilder und Kommentare, die andere Nutzer hinzugefügt haben.

Momentan gibt es unseres Wissens nach keine vergleichbare App für chronisch Kranke.

Es gibt ein paar Lösungen, die Barrierefreiheit abdecken, aber keine weiteren chronischen Krankheiten. Was unsere App außerdem einzigartig macht, ist ihre Individualisierbarkeit. Nutzer können nicht nur ihre Krankheit auswählen, sondern auch noch individuelle Präferenzen und Trigger. Denn wenn wir eins von unseren App-Testern und anderen chronisch Kranken gelernt haben, dann, dass jeder Mensch ganz unterschiedliche Symptome hat und auf unterschiedliche Gegebenheiten in Restaurants, Hotels etc. Wert legt.

Libati, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wünschen uns, dass wir in 5 Jahren Vollzeit an Libati arbeiten können, schon einige Mitarbeiter haben und fleißig mit der Internationalisierung der App beschäftigt sind! Wir glauben daran, dass Libati gut skalierbar ist und da chronische Krankheiten ein globales, vom Einkommensstatus der Länder unabhängiges Problem sind, denken wir, dass wir mit Libati noch vielen Menschen helfen können. Dazu brauchen wir aber eine starke Community, weshalb wir uns über jeden einzelnen Nutzer und jede einzelne Bewertung in der App sehr freuen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Genug Zeit, Geduld und Optimismus mitzubringen, auch wenn es mal Rückschläge gibt. Nicht jeder wird eure Idee toll oder vielversprechend finden. Und ein funktionierendes MVP hat man nicht in 2 Tagen fertig. Auch wir stehen immer noch relativ am Anfang. Aber wenn man an die eigene Idee glaubt und von Anfang an viel Arbeit in das Startup steckt, kann man alles schaffen!

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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