Mittwoch, Juni 29, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

LESS AND ME Journal aus Apfelpapier Upcycling aus Apfelresten, die bei der Saftproduktion übrig bleiben

Stellen Sie sich und das Startup LESS AND ME doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Betty und arbeite als freie Fotografin für Hotels, Gründer:innen und Kreativagenturen. Das war nicht immer so – nach elf Jahren Festanstellung habe ich meine Karten neu gemischt und den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Ich bin meinem Herzen gefolgt und habe mich mit LESS AND ME, einem Label für nachhaltige und upgecycelte Papeterie, komplett selbstständig gemacht. LESS AND ME verbindet Minimalismus, Design und Upcycling: Ich möchte nützliche und hochwertige Papeterie-Produkte mit einem minimalistischen Designanspruch herstellen.

Das Besondere daran: alle LESS AND ME Produkte bestehen aus Resten. Da mir das tägliche Schreiben selbst bei der intensiven Auseinandersetzung mit meinen Gedanken und Zielen geholfen hat, ist unser erstes Produkt ein echtes Herzensprojekt: ein Journal aus Apfelpapier. Es gibt Impulse, wie wir mit Minimalismus zu mehr Klarheit im Alltag finden. In den ersten elf Kapiteln regen gezielte Fragen zur Selbstreflexion an, die eigenen Werte zu definieren und nach Innen zu schauen. Im zweiten Teil bringt ein undatierter Kalender mit täglichen Impulsen Struktur in den Alltag. Das besondere daran: täglich finden sich Zitate von Menschen, die bereits ihrem eigenen Herzen gefolgt sind. Menschen, die inspirieren und die wir auch einfach mal ansprechen können. Das Journal ist noch bis 20.4 in der Crowdfunding Kampagne vorbestellbar. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Für mich sind Freiheit und Selbstbestimmung sehr wichtige Werte, die ich in meinem bisherigen Leben vermisst habe. Nach acht Monaten Sabbatical hatte ich die Klarheit und Gewissheit gewonnen, dass es so nicht weiter gehen kann. Gleichzeitig sammelte ich all meinen Mut zusammen, um mir meinen Traum vom selbstbestimmten Arbeiten zu erfüllen und von nun an meine eigene Chefin zu sein. Mit dem LESS AND ME Journal kann ich endlich das nach außen tragen, was mir am Herzen liegt und mit meinem Handeln einen Unterschied machen. Menschen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben unterstützen und gleichzeitig dem verschwenderischen Umgang mit Ressourcen etwas entgegen setzen. 

Was war bei der Gründung von LESS AND ME die größte Herausforderung?

Zunächst erscheint einem der Berg an deutscher Bürokratie unüberwindbar. Gerade wenn man aus einer Festanstellung kommt und sich nie selbst um Versicherungen oder Steuern kümmern musste, weiß man erst mal gar nicht, wo man anfangen soll. Doch da hat mir mein Antrieb, endlich etwas Eigenes aufzubauen, den nötigen Rückenwind gegeben und in einem Gründerseminar habe ich viel Basiswissen und Unterstützung dafür bekommen. Und nach den ersten Schritten fällt die Orientierung dann immer leichter. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, dazu würde ich sogar ausdrücklich raten! Denn nur wenn man seine Idee teilt, bekommt man wertvolle Rückmeldungen, die die eigene Kreativität immer weiter antreiben. Und je mehr man die eigene Zielgruppe in die Entwicklung des Produkts einbindet, desto besser und spannender wird es. Wie wichtig das Feedback aus meiner Community ist, hat mir auch meine Crowdfunding Kampagne gezeigt. So entsteht am Ende ein Produkt, das wirklich Wünsche erfüllt und auf die Bedürfnisse meiner Kund:innen abgestimmt ist. 

Welche Vision steckt hinter LESS AND ME?

Mit LESS AND ME möchte ich dazu inspirieren, den eigenen Lebensstil und das Konsumverhalten bewusst zu hinterfragen und dabei zu erkennen, dass es immer eine Alternative gibt. Meine Vision ist es, Papeterie und Interieur rund um den Schreibtisch nachhaltiger zu machen und dabei minimalistisches Design mit Upcycling zu verbinden. Ich möchte zeigen, dass Produkte aus Resten nützlich und ästhetisch sein können und es zu vielen Dingen des täglichen Bedarfs nachhaltige Alternativen gibt. Denn unnötige Abholzung ist in der Papierindustrie immer noch ein aktuelles Thema und ich finde es ist höchste Zeit, auf eine ressourcenschonende Herstellung umzusteigen. An diesem Ziel arbeiten ich mit LESS AND ME jeden Tag bei der Entwicklung neuer Produkte. Das LESS AND ME Journal aus Apfelpapier ist der erste Beitrag. Mein persönlicher Wunsch wäre es, dass das Journal eines Tages im Bauhaus Design Shop zu kaufen ist.

Wer ist die Zielgruppe von LESS AND ME?

Wir sehen uns als Markenbotschafter für designorientierte Menschen, die wert auf Nachhaltigkeit und Ästhetik legen. Das LESS AND ME Journal ist etwas für alle, die nach Klarheit und Fokus im täglichen Wirrwarr suchen und sich eine nachhaltige Alternative für das tägliche Journaling wünschen. Oft lassen wir uns von den Verpflichtungen des Alltags treiben und merken nicht, wenn wir von unserem eigenen Weg abkommen. Darum ist es wichtig, unterwegs immer wieder inne zu halten und sich neu auszurichten. Das Journal hilft dabei, sich weniger von außen, sondern von den eigenen Werten leiten zu lassen und dadurch bewusstere Entscheidungen zu treffen. LESS AN ME möchte in Zukunft, nachdem wir die Crowdfunding Kampagne erfolgreich über die Bühne gebracht haben, auch alle ansprechen, die Wert auf Design in Kombination mit Nachhaltigkeit legen. Dafür sind viele weitere spannende und upgecycelte Produkte geplant. 

Was ist das Besondere an dem Journal?

Das LESS AND ME Journal besteht zu 20 Prozent aus Apfelresten. Das Papier wird aus sogenannten „Trestern“ hergestellt. Das sind Reste vom Apfel wie Schalen, Kerne und das Gehäuse, die bei der Produktion von Saft oder Marmelade übrig bleiben. Sie werden getrocknet und zusammen mit FSC-zertifizierter Zellulose zu Papier verarbeitet. Dieses einzigartige Verfahren gibt es ausschließlich bei einem Hersteller in Südtirol, der das Apfelpapier so verarbeitet, dass nur noch der Name an seine Herkunft erinnert. Das Papier erhält einen eleganten matten Farbton und riecht oder schmeckt nicht nach Äpfeln. Darauf wird der Inhalt des Journals mit ökologischer Farbe gedruckt. Für den CO2-neutralen Versand nutzen wir nachhaltige Kartons aus Graspapier. Mit dieser besonderen Art des Upcyclings verbinden das Journal Selbstfindung mit einem nachhaltigen Gedanken und gutem Gewissen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der hohe Anspruch an Design und Upcycling – diese Kombination macht LESS AND ME einzigartig. Eine zeitlose und klare ästhetische Linie mit unaufdringlichen Farben steht bei allen Produkten an erster Stelle. Zudem gibt es genügend Platz für eigene Gedanken im LESS AND ME Journal – pro Tag eine leere Seite. Genauso wichtig ist es auch, diese Gedanken mit der Wiederverwertung von gebrauchten Dingen oder Abfallprodukten und ressourcenschonender Herstellung zu verknüpfen. Dass aus Resten hochwertige Produkte entstehen können, ist eine klare Botschaft, mit der ich zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen möchte. Ich möchte motivieren, diesen Weg in kleinen Schritten gemeinsam zu gehen und mehr Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren. 

Wo geht der Weg hin? Wo steht LESS AND ME in fünf Jahren?

LESS AND ME möchte die Plattform für nachhaltige Alternativen im Papeterie-Umfeld sein. Nach Ende der Crowdfunding Kampagne geht das erste Produkt in Druck. Nebenbei entwicklen wir weitere schöne und designorientierte Papeterie, mit neuen Papieralternativen. In 5 Jahren wünsche ich mir, dass der LESS AND ME Onlineshop besucht wird, wenn man auf der Suche nach schöner, minimalistischer und nachhaltiger Papeterie ist. Zudem wir es dann auch schon Interieur rund um den Schreibtisch geben und wir werden ein breites und attraktives Sortiment anbieten können.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen auf den Weg mitgeben?

Geh immer in deinem eigenen Tempo und versuche achtsam zu gründen: es gibt nichts Schlimmeres als sich bei der eigenen Leidenschaft aufzuarbeiten und dadurch krank zu werden.

Nimm dir genügend Zeit für die einzelnen Schritte der Gründung und sei nicht enttäuscht, wenn etwas länger dauert. Nicht vergessen: genieße auch den Weg und nicht nur das Ziel.

Hol dir Unterstützung, da wo du sie brauchst. Wir können nicht alles selbst machen. Durch Unterstützung von außen kommen neue Ideen und Impulse dazu. Das kann sehr bereichernd für die Gründung und den Aufbau der eigenen Firma sein. 

Link zum Crowdfunding

Wir bedanken uns bei Bettina Theissmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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