Lernkurve Digitalisierung: Unternehmensrendite erhöhen

Digitalisierung ist ein Modewort. Startups haben ein Vorreiter-Image: Sie unterstützen etablierte Unternehmen, auch bei der Digitalisierung. Mit ganz banalen Tipps für digitale Einsteiger können Sie als Startup zusätzlich bei Ihrem Kunden punkten.

Lernkurve Digitalisierung: Unternehmensrendite erhöhen

Viele Unternehmen fragen sich, wie man Digitalisierung umsetzt. Natürlich benötigen Sie Projektarbeit mit Startup-Spirit, wenn ein gesamter Prozess in einem Hundert-Mann-Betrieb digitalisiert werden soll. Aber es sind zusätzlich ganz banale Anwender-Tipps des Alltags, die die Nicht-ITler in den von Ihnen betreuten Betrieben der Digitalisierung näher bringen. Und woraus Ihre B2B-Kunden Profit schlagen können.

Es fehlt an Anwenderkenntnissen…

WeltN24 veröffentlichte am 14.08.2017 einen Artikel namens “Deutsche Firmen verzweifeln an digitalen Analphabeten”. Demnach ist der größte Faktor, der Unternehmen bei der Digitalisierung hemmt, das fehlende Know-how der Mitarbeiter.

Dem Autor dieses Artikels liegt folgende Story vor: Ein Chef bat seine Mitarbeiter, E-Mail-Nachrichten auf Papier abzuschreiben. Und ihm anschließend auf den Schreibtisch zu legen. Zum Schmunzeln, und gleichzeitig Steilvorlage für Sie als Startup.

Steilvorlage für Startups: Lösungen anbieten gegen digitalen Analphabetismus.

Bleiben wir beim Thema E-Mail: Wie oft nutzen Mitarbeiter eines von Ihnen betreuten Unternehmens Textbausteine? Bei obigen Hundert-Mann-Betrieb als Beispiel: 20 Kollegen arbeiten im Vertriebsinnendienst, und schreiben E-Mails mit ständig wiederkehrendem Wortlaut: zu Angeboten, Bestellungen, Reklamationen etc. Schätzen wir einfach mal optimistisch, dass 10 von ihnen Textbausteine verwenden, der Rest nicht. Bei vielen E-Mails wären Textbausteine möglich. Setzen wir eine Zeitersparnis von nur 6 Minuten pro Mitarbeiter und Tag an, die durch das sofortige Verwenden von Textbausteinen erzielt wird. Wenn man das nun weiter spinnt: 6 Minuten ist eine zehntel Stunde. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 20 Euro pro Mitarbeiter also 2 Euro „Zeitersparnis“ pro Mitarbeiter. Wenn also 10 Mitarbeiter in Outlook digital dazugelernt haben, 20 Euro pro Tag. Mal 200 Arbeitstage – und siehe da: Mit den 4.000 ersparten Euro dürfte eine Weihnachtsfeier für den Vertriebsinnendienst drin sein, und es dürfen wahrscheinlich noch ein paar Kollegen mitfeiern. Klingt gut, oder?

Wenn wir nur annehmen, dass es insgesamt 10 weitere Tricks für Durchschnitts-IT-Anwender gibt, hätte obiger Beispielbetrieb seine jährlichen Kosten sogar um 40.000 Euro gedrückt. Zugegeben, ein stark vereinfachtes Einstiegs-Beispiel, welches allerdings aufzeigt, wie digitales Lernen die Unternehmensrendite erhöht.

Doch wie bringt man als Unternehmer digital unerfahrene Mitarbeiter dazu, “auf den Zug aufzuspringen”, also ins digitale Zeitalter einzusteigen?

Kollegen und Vorgesetzte müssen voneinander lernen: Tricks mit Windows oder anderen Endanwender-Betriebssystemen. Gute Präsentationen erstellen, z. B. mit Microsoft Powerpoint, oder Apple Keynote, oder mit ähnlicher Freeware. Mit Tabellenkalkulation erste Datenstrukturen einer Liste erkennen. Natürlich schadet der Besuch von PC-Anwenderkursen nicht. Doch sind diese oft allgemein und damit “losgelöster” von einer konkreten Problemstellung. Folgender Weg bietet sich an: Mitarbeiter mit PC-Know-how, die gleichzeitig gute Lehrer sind, besuchen regelmäßig Kurse mit starkem digitalen Bezug für das Unternehmen. Und dann geben diese Mitarbeiter das Wissen im Betrieb als Learning-by-Doing weiter: Drag and Drop mit vielen E-Mail-Anhängen, Erstellen einer guten und gleichzeitig smarten Präsentation für den Besuch eines Kunden, Sortieren und Filtern von Daten in einer Excel-Liste (oder einem anderen Tabellenkalkulations-Programm, wie etwa LibreOffice Calc).

Wenn da nur nicht bei manchem der innere Hass-Schalter umgelegt würde, wenn er Wörter wie “Excel-Liste” nur hört

Klingt trocken, öde, mit Arbeit verbunden. Absolut nachvollziehbar. Nun, mit vielen Anwenderprogrammen – und Tabellenkalkulation wie Excel ist hierfür geradezu ein Paradebeispiel – ist es wie mit Mathe: Das ist anfangs hart, irgendwas muss verstanden und geknackt werden. Aber super, wenn man es verstanden hat: tolles Gefühl.
Wer jedoch in 5 Jahren bei sich selbst auf eine Lernkurve im Bereich Digitalisierung zurückblicken will, muss hart arbeiten, kein Thema. Als unterstützend können sich hier wieder die oben angeführten “Lehrer” erweisen.

Eine weitere große Unterstützung sind Digitalisierungs-Themen, die man außerhalb des Arbeitsplatzes findet

Facebook-Anleitungen für Senioren. Heimkino. Actioncam. Smartphone. Wenn Sie hier als Unternehmer eine Brücke schlagen, die den Bezug der digitalen Arbeitswelt zum digitalen Privatleben herstellt, haben Sie gewonnen. Beispiel: Ihr Kunde ist ein mittelständischer Gärtnereibetrieb. Knorrige und erfahrene Gärtner, mit Digitalisierung wenig am Hut. Dann zeigen Sie doch mal Ihrem Gärtner-Kunden, wie man eine Facebook-Kampagne fährt. Lassen Sie “die grünen Männer” mit einer firmeneigenen Actioncam einen Video drehen, wie die wildernde Gartenhecke vor und nach dem Schneiden aussieht. Schlagen Sie der Firma vor, sich ein betriebliches Heimkino zuzulegen. Haben Sie Spaß mit dem “Hecken-Promotion-Film” auf einer After-Work-Party. Und zeigen Sie der Belegschaft, wie die Facebook-Heckenschneid-Kampagne auf mobilen Endgeräten sichtbar ist. Sie werden nur schwer um das Thema Digitalisierung herumkommen.

Fazit

Digitalisierung vollzieht sich in einer Lernkurve. Wenn Sie als Startup Ihre B2B-Kunden dabei unterstützen, erhöhen diese ihre Rendite. Mit schnelleren Prozessen. Mit dem Erkennen werthaltiger Käufer anhand von Datenauswertungen. Und mit intelligenten digitalisierten Vertriebskampagnen. Unterstützen Sie als Startup Ihre Kunden nachhaltig beim Thema Digitalisierung, und profitieren Sie davon zusammen mit Ihrem Kunden in monetärer Hinsicht.

Foto: adam121– Fotolia.com

Der Beitrag ist ein externer Bericht und stellt nicht die Meinung von StartupValley dar.

Anselm Dönhoff

Anselm Dönhoff, Dipl.-Betriebswirt (FH), ist Client Manager bei einem weltweit tätigen Dateninformationsdienstleister. In dieser Funktion unterstützt er Unternehmen bei der Neukundengewinnung. Als Auszubildender zum Reiseverkehrskaufmann arbeitete Dönhoff im Marketing eines Touristikkonzerns. Dieses Know-how baute er aus: Während seines nebenberuflichen Fernstudiums sammelte er umfangreiche Akquise-Erfahrung bei der Direktvertriebstochter einer bayerischen Großbank. Sein Motto: Wer im Leben Ziele hat, kennt seine Zielgruppen.

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