Mittwoch, Oktober 20, 2021

Hinfallen und Krone wieder richten

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

LEILA für Frauen und Paare, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben

Stellen Sie sich und das Startup LEILA doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Caroline, 30, ursprünglich Wienerin und eine der Gründerinnen von LEILA. Zusammen mit meinen Mitgründerinnen, Silvia Hecher und Dr. Theresa Vilsmaier, haben wir einen auf medizinischen Leitlinien basierenden Algorithms entwickelt, der es ermöglicht die Ursache für Fruchtbarkeitssstörungen in nur wenigen Tagen zu diagnostizieren. Aktuell ist diese Diagnose bei der Frau noch ein langwieriger Prozess: Im Schnitt braucht es 4-5 Jahre, um die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch zu erkennen. Das können wir ändern!

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir eine Lücke im System gesehen haben, die aktuell niemand bedient und vor allem Frauen benachteiligt. Jetzt kann man natürlich warten und schauen bis was passiert, oder man greift selbst an. Wir haben uns für letzteres entschieden.

Gleichzeitig haben wir in diversen Unternehmen & Start-ups gearbeitet, viele Erfahrungen gesammelt und auch Dinge erkannt, die wir grundsätzlich einfach anders machen wollen. Das beginnt dabei, dass unsere Mitarbeiterbeteiligungsprogramme wirklich mitarbeiterfreundlich sind und wir flexible Arbeitsmodelle befürworten.

Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass nicht nur mehr Frauen in Führungspositionen gehören, sondern es vor allem mehr Gründerinnen geben sollte. Es sind Frauen die die Probleme von Frauen erkennen, also müssen wir Frauen uns auch trauen zu gründen, um Lösungen für diese Probleme zu finden. Immerhin betreffen diese Probleme 50% der Gesellschaft.

Was war bei der Gründung von LEILA die größte Herausforderung?

Eine große Hürde haben wir bereits überwunden: Die Lizensierung zum Medizinprodukt. Das ist ein sehr komplexer, bürokratischer und aufwändiger Prozess, aber essentiell für unsere Philosophie, ein wissenschaftliches Medizinprodukt anzubieten und kein Lifestyle Produkt. Das war daher ein großer Meilenstein. Meiner Meinung nach ist die Crux zudem, die richtigen Geldgeber zu finden. Ein Medizinunternehmen ist stark reguliert und daher komplex zu verstehen. Viele bevorzugen daher Investments in leichter durchschaubare Branchen oder Produkte, wie zum Beispiel das nächste Kosmetik Startup.

Harte Arbeit und Glück haben uns zu unseren aktuellen Angels gebracht – die glauben nicht nur an uns, sondern vor allem an LEILA und die Vision wirklich etwas im System zu verändern.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Meiner Meinung nach sollte genau dann gestartet werden – die Kunst am Gründen ist es flexibel zu sein, sich dem Markt anzupassen und schnell zu sein. Da kann man nicht warten bis erst das perfekte Produkt entwickelt wurde. Und was ist denn bitte perfekt?

Welche Vision steckt hinter LEILA?

Unsere Vision ist es eine Versorgungslücke im Gesundheitssystem, rund um den unerfüllten Kinderwunsch, zu schließen. Allein in Europa sind 25 Millionen Menschen täglich von Unfruchtbarkeit betroffen. Die erste Anlaufstelle ist meist die gynäkologische Praxis der Frau. Leider sind in Deutschland nur 0.9% der Gynäkolog*innen auf Reproduktionsmedizin & Endokrinologie spezialisiert. Diese Spezialisierung ist jedoch erforderlich, um umfangreiche Kinderwunschdiagnostik durchzuführen.

Das Gesundheitsystem sieht also vor, dass jene Paare in die Kinderwunschklinik gehen – dort wo die Experten sitzen. Leider kommen da lediglich 10% aller Paare an – häufig aufgrund von Stigma, finanzieller Ressourcen und fehlender Information. Eine Kinderwunschklinik wird nach wie vor mit künstlicher Befruchtung, Designerbabys und Reagenzgläsern in Verbindung gebracht. Unfruchtbarkeit ist nach wie vor leider ein Tabu-Thema.

Wir möchten jenen Paaren das Werkzeug an die Hand geben um frühzeitig den Grund von Unfruchtbarkeit feststellen zu können. Denn in fast 70% der Fälle, reichen frühzeitige Diagnostik und kleinere Lebensstiländerungen, wie die Einnahme von Medikamenten oder eine Ernährungsumstellungen, aus um die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Jeder sollte eine Chance auf eine Familie haben, und wir möchten dazu essentiell beitragen.

Wer ist die Zielgruppe von LEILA?

Unsere Zielgruppe sind Frauen und Paare, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben und nicht wissen, warum es mit dem schwanger werden nicht klappt. Frauen über 35, die seit über sechs Monaten versuchen schwanger zu werden und Frauen unter 35, die es seit über einem Jahr versuchen, gelten als „unfruchtbar“. Diese Frauen sollten medizinische Hilfe aufsuchen, um der Ursache für ihre Unfruchtbarkeit auf den Grund zu gehen. Wir wollen der erste Anlaufspunkt sein und schnellstmöglich eine Diagnose, sowie Therapiemöglichkeiten aufzeigen.

Wie funktioniert LEILA?

Der LEILA Fertility Code bringt die Reproduktionsmedizin zur Frau nach Hause. Zunächst durchläuft die Frau online einen medizinischen Fragebogen, das ist die Basis für die Arbeit unseres Algorithms. Anschließend ermittelt dieser welche Blutparameter im Labor abgenommen werden müssen, um eine Diagnose stellen zu können. Nach dem Besuch im Labor und Vorlage der Ergebnisse, ermitteln mehr als 30 Algorithmen dann die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch und individualisierte Empfehlungen für weitere Schritte – präzise, medizinisch und vor allem personalisiert. In einer Videosprechstunde mit einem/r Reproduktionsmediziner*in wird dann die Diagnose erstellt, erklärt und auch Therapiemöglichkeiten aufgezeigt.

Mit LEILA können Frauen so innerhalb weniger Tage den Grund Ihrer Unfruchtbarkeit feststellen und vor allem in Angriff nehmen – für Begleitung nach Diagnose ist bei LEILA in Form von online Therapiestunden und Kursen gesorgt.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

LEILA ist ein CE-reguliertes Medizinprodukt, dass die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen automatisiert. Damit können wir evidenzbasiert individuelle Diagnosen und Therapieempfehlungen für unsere Kundinnen stellen. Viele Anbieter mit dem Fokus auf den Kinderwunsch sind Lifestyle getrieben, kaum wissenschaftlich orientiert. Wir sparen wesentliche Zeit, verkaufen keinen Hokuspokus und empfehlen das was für die Frau am Besten ist – und das ist oft keine künstliche Befruchtung.

LEILA, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen uns als weltweiter Marktführer in der Kinderwunschdiagnostik. Mit unserem SaaS-getriebenen LEILA Fertility Code bedienen wir die globalen Player im Women’s Health Bereich sowie internationale Kinderwunschkliniken und sind tief ins Gesundheitssystem integriert. Außerdem ist unsere Vision, dass wenn Frauen & Männer an das Thema Kinderwunsch und Fruchtbarkeit denken, wir Top-of-mind sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben? @Caroline Mitterdorfer

Lass dich ja nicht unterbuttern. Es wird immer Leute geben die nicht an dich glauben. Das sollte dich umso mehr anspornen.

Hinfallen und Krone wieder richten. Es wird dir konstant ein Stein in den Weg gelegt. Lass den Kopf nicht hängen und richte dich wieder auf. Fokussiere dich auf deine Vision und lass dich von negativen Erlebnissen nicht irritieren.

Bitte um Hilfe. Gerade als Gründerin hat man oft nicht das passende Netzwerk oder kaum Freundinnen im Freundeskreis die ebenfalls gründen. Lass dir Intros geben, hilf anderen, dann wird dir auch geholfen und leiste dir einen Coach – #1 Tipp!

Wir bedanken uns bei Caroline Mitterdorfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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